Katharer – Cordes-sur-Ciel

cDer befestigte Bastidenort Cordes-sur-Ciel im Departement Tarn ist beispielhaft für die langen Kämpfe und Auseinandersetzungen der beiden Lager: Entscheidende Rollen spielen die Grafen von Toulouse, vehemente Verteidiger des Katharismus, und die Montforts, Vater und Sohn, Führer des päpstlichen Kreuzzugs. c2
Raymond VII., Graf von Toulouse, gründete 1222 diesen Bastidenort, um die Bewohner des von Simon de Montfort zerstörtes Dorfes neu anzusiedeln. Cordes-sur-Ciel ist berühmt für sein gotisches Erbe. Die Fassaden sind mit rätselhaften Skulpturen geschmückt. Einige Symbole und Episoden der Geschichte der Katharer lassen sich aus ihnen lesen. Außerdem geht die Legende, die Bewohner hätten 1233 drei Inquisitoren in den geheimnisvollen 114 Meter tiefen Brunnen unter der Markthalle gestoßen.  c3

Nicht weit entfernt liegt malerisch in den Schluchten des Aveyron das Dorf Penne. Amaury de Montfort erkämpfte für kurze Zeit die Burg, die heute als gezackte Ruine in den Himmel ragt. Im Namen des Kreuzes hatte Amaurys’ Vater Simon die Region mit Kämpfen überzogen. 1218, während der Belagerung von Toulouse, wurde Simon de Montford in der Nähe des Sorano Theaters getötet. Eine Plakette erinnert daran. c5

Im Süden von Toulouse war das schöne Dorf Saint-Félix-Lauragais ein bedeutender Schauplatz: 1167 fand in der Burg das erste Konzil der Kirche der Katharer statt. Rund 130 Jahre später entstand in Albi im Departement Tarn die monumentale Kathedrale Sainte-Cécile als ein weithin sichtbares  Symbol für den Sieg der etablierten Kirche über die „ketzerischen“ Katharer. c4

In anderen Orten im Departement Tarn, wie Mazamet oder der luftige Adlerhorst Hautpoulin den Bergen der Montagne Noire finden sich ebenfalls noch Spuren der Katharer. c

Katharer – Mirepoix

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Mirepoix – Cathédrale Saint-Maurice und Château de Terride

Mirepoix ist eine südfranzösische Gemeinde mit 3.136 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Ariège in der Region Midi-Pyrénées. Sie gehört zum Arrondissement Pamiers und ist Hauptort des gleichnamigenKantons Mirepoix.m1

Rathaus (mairie) von Mirepoix

Im 13. Jahrhundert lebten in Mirepoix viele Katharer, da auch der Lehnsherr (seigneur) Katharer geworden war. Den Unterlagen der Inquisition zufolge soll im Jahr 1206 in Mirepoix ein großes Konzil der Katharer stattgefunden haben. Pierre-Roger de Mirepoix der Ältere, Gouverneur der benachbarten Katharerfestung Montségur, erwarb sich Verdienste bei ihrer Verteidigung, die 1204 auf Veranlassung von Raymond de Pereille, einem Mitglied der Familie Mirepoix wieder aufgebaut wurde. Im Jahr 1209 nahm Simon IV. de Montfort Mirepoix nach erfolgreicher Belagerung ein. Danach übergab er den Ort einem seiner Getreuen, Guy de Lévis. Im Jahr 1223 belagerte Raymond Roger von Foix erfolgreich Mirepoix und Pierre-Roger de Mirepoix wurde noch einmal Lehnsherr und der Katharer-Glaube kehrte nochmals für einige Jahre in die Stadt zurück. ImVertrag von Paris (1229) wurde Mirepoix an Guy de Lévis zurückgegeben. Dessen Erbe, Jean de Lévis, ließ den Ort nach einer durch den Bruch des Staudamms von Puivert im Jahr 1289 verursachten Überschwemmungskatastrophe südlich desHers wieder aufbauen und erhob ihn zur Bastide.m2

Kathedrale Saint Maurice

Im Jahr 1317 wurde die ehemalige Katharerstadt Mirepoix durch Papst Johannes XXII. zum Sitz eines katholischen Bistumsgemacht, welches bis zum Konkordat von 1801 existierte.m3

  • Bild: MOSSOT
  • Die malerische Altstadt ist von einer Stadtmauer umgeben und liegt am Fuße desChâteau de Terride. Schmale Gassen führen in ihr Zentrum, in dem meist zweigeschossige, mittelalterliche Fachwerkhäuser auf hölzernen Arkaden (couverts) um einen ausgedehnten Platz (Place Général Leclerc) mit Brunnen stehen, auf dem montags und donnerstags Markt gehalten wird. Mehrere Häuser stehen als Monuments historiquesunter Denkmalschutz.
  • m4
  • überdachter Marktplatz
  • Schönstes Haus am Platze ist das aus dem 15. Jahrhundert stammende und seit dem Jahr 1915 als Monument historique anerkannte Haus der Konsuln (Maison des Consuls). Viele Enden der Fachwerkbalken über der Arkadenzone sind reich skulptiert mit gekrönten Häuptern, schönen Frauen, phantastischen Bestien etc.
  • Das heutige Rathaus (mairie) befindet sich ebenfalls in einem seit 1929 unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus.m6
  • Zu der in Teilen erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer von Mirepoix gehört die im Jahr 1372 erbaute Porte d’Aval, die seit 1930 als Monument historique anerkannt ist.[3]
  • Die ehemalige spätgotische Kathedrale St-Maurice von Mirepoix wurde ab dem Jahr 1343 erbaut; der Turm wurde jedoch erst 1506 fertiggestellt. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts im Verlauf einer grundlegenden Restaurierung bzw. Überarbeitung durch Viollet-le-Duc bei der das eindrucksvolle Kreuzrippengewölbedes einschiffigen Langhauses erneuert wurde; das Kirchenschiff ist mit 21,40 m ist das breiteste aller jemals in Frankreich erbauten. Die meisten der originalen Schlusssteine des Gewölbes, die – wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität – teilweise dem Meister von Rieux zugeschrieben werden, befinden sich heute im Musée des Augustins in Toulouse. Die Kapelle des Bischofs Philippe de Lévis verfügt über ein im Fußboden eingelassenesLabyrinth. Der Kirchenbau wurde bereits im Jahr 1907 als Monument historiqueanerkannt.m5
  • Der ehemalige Bischofspalast (Palais épiscopale) ist ein schmuckloses, aber komplett aus Stein errichtetes Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert; die größeren der vielen Rechteckfenster haben steinerneFensterkreuze. Der Bau beherbergt heute das Musée Patrimoine et Traditions.
  • Das im Jahr 960 erstmals erwähnte, aber immer wieder umgebaute Château de Terride steht etwas außerhalb des Ortes an der Flanke eines Hügels. Es befindet sich in Privatbesitz und ist seit 1875 als Monument historique anerkannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mirepoix_(Ari%C3%A8ge)

Esclarmonde de Foix

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Foix, Blick auf Burg und Stadt

Esclarmonde de Foix (* um 1151; † um 1215) war eine prominente Angehörige der mittelalterlichen Sekte der Katharer imFrankreich des 13. Jahrhunderts. Ihr okzitanischer Name bedeutet so viel wie „Licht der Welt“ (französisch: éclair du monde).e1

Biografie

Sie war eine Tochter des Grafen Roger Bernard I. von Foix und dessen Ehefrau Cecile von Béziers, die dem Haus Trencavelentstammte. Ihr Bruder war Graf Raimund Roger von Foix. Verheiratet war sie mit dem Seigneur Jourdain II. de l’Isle-Jourdain, mit dem sie mehrere Kinder hatte.e2

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1200 schloss sich Esclarmonde der katharischen Glaubensgemeinschaft an, die von derkatholischen Amtskirche als häretische Sekte eingestuft wurde. Zusammen mit ihrer Schwägerin, Philippa de Montcada, betrieb sie in den Bergen der Pyrenäen bei Dun (Ariège) ein katharisches Konvent zur Erziehung junger Mädchen. Nach diesem Vorbild wurden bald in der ganzen Region des Languedoc Spitäler und Schulen durch die katharische Kirche betrieben, die ihr einen entsprechend großen Zulauf unter der Bevölkerung einbrachten. Im Jahr 1204 empfing sie in Fanjeaux vom Katharerbischof von Toulouse, Guilhabert de Castres, das Consolamentum, wodurch sie in die Gemeinschaft derPerfectas (Vollkommenen) aufgenommen wurde. Auf dem Katharerkonzil von Mirepoix 1206 sprach sie sich in Erwartung eines militärischen Konflikts mit der katholischen Kirche für den Ausbau der Burg Montségur aus.e3

Château de Montségur

Im Jahr 1207 war sie neben Benoît de Termes eine Wortführerin der Katharer bei dem letzten friedlichen Disput mit der katholischen Kirche in Pamiers. Als sie dabei das Wort erhob, wurde sie von Domingo de Guzmán zum Schweigen angehalten und in eine Spinnerei verwiesen, da es ihr als Frau nicht anstehe, zu Klerikern in einem theologischen Disput zu sprechen. Dieser beleidigende Einwand hatte allerdings zu einem negativen Ausgang des Streits beigetragen; im folgenden Jahr wurde von Papst Innozenz III. der Albigenserkreuzzug ausgerufen.e4

Das westliche Ende des Kamms und zugleich die Spitze des Montségur mit der im späten 13. Jahrhundert errichteten Burg

Sonstiges

Von dem deutschen Esoteriker Otto Rahn wurde Esclarmonde als historisches Vorbild der Gralshüterin „Repanse de Schoye“ aus Eschenbachs „Parzival“ identifiziert, die den Gral in dem Berg des Munsalvaesche (Montségur) einschloss, um ihn vor den Heerscharen Luzifers zu schützen. Heute ist sie eine Heilige der Gnostiker, die unter anderem den „Orden der heiligen Esclarmonde“ betreiben. Die Universität von Winnipeg in Kanada bietet das „Esclamonde de Foix Memorial Travel Scholarship“ zu ihrem Gedenken an.

Katharrer

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Gedenkstein bei Montségur

Der Begriff Katharer (wörtlich „die Reinen“, von griechisch καθαρός, katharós „rein“) steht für die Anhänger einer christlichen Glaubensbewegung, die vom zwölften Jahrhundert bis zum 14. Jahrhundert vornehmlich im Süden Frankreichs, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland verbreitet war. Verbreitet ist auch die Bezeichnung Albigenser (gelegentlich auch: Albingenser) nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharerhochburg. Im Zuge des Albigenserkreuzzugs und weiterer Feldzüge sowie durch dieInquisition wurden die Katharer als Häretiker verfolgt und vernichtet.k1

Ursprünge und Vorgeschichte

Vielfach wird angenommen, dass die Wurzeln der katharischen Lehre weit zurückreichen; mögliche Vorläufer könnten östlichedualistische Bewegungen sein, wie die Manichäer, Paulikianer und die Mazdakiten. Doch gibt Michel Roquebert zu bedenken:k2

1209 wurden Katharer aus Carcassonne vertrieben.

Atelier / Werkstatt von Boucicaut-Meister

„Auch ohne das Geheimnis der Ursprünge gelüftet zu haben, sieht man heute den Katharismus nicht mehr als direkten Erben […] des persischen Manichäismus an. Dass die Lehre der Katharer in bestimmten Punkten mit der Religion Manis übereinstimmt, besagt noch nicht, dass sie sich aus ihr herleitet. Das begriffliche Universum der Texte der Katharer ist grundverschieden von dem der manichäischen Schriften […]. Außerdem stammen gewisse Glaubensgrundsätze des Katharismus aus der Zeit vor Mani.“k3

Blick auf die Ruinen der Burg Montségur

Michel Roquebert: Die Religion der Katharer, S. 6.

Im 11. Jahrhundert kam es in Europa zu einer Entfaltung der Geld- und Warenwirtschaft und zur Expansion der Städte. Adel und Klerus versuchten über Abgaben, Zehnten und Krediten sich anzupassen und Profite zu ziehen. Die Verlierer waren die Landbevölkerung und der niedere Adel und Klerus, aus deren Reihen sich in der Folge eine Gegenbewegung zur offiziellen Kirche – ähnlich den späteren Waldensern – rekrutierte. 1022 lassen sich in Orléans Wanderprediger nachweisen, die das Materielle als unrein zurückwiesen und die Sakramente der an die Geld- und Warenwirtschaft angepassten Kirche ablehnten. Stattdessen praktizierten sie Sündenvergebung durch Handauflegen.k4

Ruine der Festung Quéribus

Angenommen werden Einflüsse durch gnostische Ideen, die schon Mani aufnahm; sie könnten auf „Strömungen des Urchristentums“ zurückführen. Auffallend sind Ähnlichkeiten mit der Lehre der Bogomilen, die zur gleichen Zeit in Südosteuropa entstand. Ebenso möglich erscheint allerdings die eigenständige Ausbildung dualistischer Vorstellungen, da auch im Abendland eine dualistische Bibelauslegung z. B. des Corpus Johanneum nicht unbekannt war.k5Montsegur

Aufstieg, Konsolidierung und Blüte

Im ersten Drittel des elften Jahrhunderts sind die ersten Vorkommen in Frankreich bezeugt, so in Vertus in der Champagne (um das Jahr 1000), Toulouse (1017), Orléans (1022) sowie Monteforte in Italien (1034). In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts bewirken die gregorianischen Reformen einen merklichen Rückgang, auf den allerdings ein neuer Aufschwung folgte. Die Anhänger der katharischen Lehre bildeten eine der größten religiösen Laienbewegungen des Mittelalters und galten als die Mitbegründer der Armutsbewegung. Nach 1100 breitete sich die Bewegung rasch aus: „Antwerpen, Löwen und Brügge von 1110 bis 1115, Soissons 1114, Utrecht 1135, Lüttich 1135, Köln [1143 ..], Besançon 1163, Trier 1164, Vézelay 1167, Arras 1172, Reims 1180, Troyes 1200, London 1210, Straßburg 1211.“

 k6

Carcassonne, ehemalige Katharerhochburg in Okzitanien

In Deutschland lassen sich die Katharer erstmals 1143 in Köln nachweisen. Bis 1200 hatte die Bewegung bereits große Gebiete zwischen Rhein und Pyrenäen erfasst. Insbesondere in Okzitanien und Oberitalien hatten sich große Gemeinschaften gebildet. 1167 kam es zu einer Synode der südfranzösischen Katharer in St. Fèlix de Caraman. Dort setzte der Vorsitzende Nicetas, wohl ein bogomilischer Priester aus demoströmischen Reich, einen stärkeren Dualismus nach östlichem Vorbild durch und regte die Bildung von Bistümern an. Die katharische Bewegung entwickelte sich zu einer eigenen Kirche. Im bedeutendsten Katharergebiet, dem Languedoc im südfranzösichen Okzitanien, wurden vier Diözesen gegründet (Albi, Agen, Toulouse, Carcassonne). Auch im zweiten wichtigen Katharerzentrum Oberitalien, insbesondere der Lombardei, entstanden sechs Diözesen.k7

Die Katharer waren in Südfrankreich sehr angesehen, insbesondere an den Höfen in Okzitanien, u. a. deshalb, weil in diesem Landstrich außer kleineren Fürsten keine übergeordnete Autorität regierte und die katharische Kirche mit ihrer authentischen Sittlichkeit und materiellen Bescheidenheit einen positiven Einfluss ausübte. Überdies brauchte die Bevölkerung in den von den Katharern kontrollierten Gebieten keinen Zehnt als Kirchensteuer zu entrichten. In der Frühzeit der Bewegung sympathisierten viele Angehörige der Oberschicht – bis hin zu den mächtigen Grafen von Toulouse – mit den Katharern. Später traten Katharer auch in anderen Teilen Italiens, auf Sizilien, im Rheinland, in Österreich Spanien, England und einigen skandinavischen Ländern auf.

https://de.wikipedia.org/wiki/Katharer

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rahn

k8http://www.rudolfsteinerbuchhandlung.de/Kinder-Jugendbuch/12-bis-14-Jahre/Geier-ueber-dem-Montsegur::2275.html

Biosphärenreservat Donaudelta

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Bild:Elena Pleskevich

Das Biosphärenreservat Donaudelta befindet sich im Mündungsgebiet der Donau in dasSchwarze Meer. Das Donaudelta stellt nach dem Wolgadelta das zweitgrößte DeltaEuropas dar und umfasst ein Gebiet von 5800 km², wovon 72 Prozent mit einer Fläche von 4178 km² unter Naturschutz stehen. Diese Fläche liegt zu 82,5 Prozent im rumänischen Teil der Landschaft Dobrudscha sowie zu 17,5 Prozent in der Ukraine.

Q-lieb-in
Bild:Q-lieb-in

Der nördliche Teil des Reservats – das eigentliche Delta – wird von den drei aus westlicher Richtung einlaufenden Mündungsarmen der Donau durchflossen: dem Chiliaarmals rumänisch-ukrainische Staatsgrenze im Norden, dem Sulinaarm in der Mitte und demSfântu-Gheorghe-Arm im Süden. Unmittelbar südlich schließt sich der von Kanälen gespeiste Razim-Sinoie-Lagunenkomplex an. Die Gegend ist bereits seit der Antike spärlich besiedelt. Die Landwirtschaft, Viehzucht und Fischwirtschaft bedienen sich vielfach der natürlichen Ressourcen vor Ort.3

Bild:Raff

In dem Biosphärenreservat konnten bisher etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert werden. Die hohe Artenzahl wird einerseits auf das große Angebot von aquatischen undterrestrischen Lebensräumen zurückgeführt, zum anderen auf das geografische Zusammentreffen der zentraleuropäischen Wälder und des Balkangebirges mit denmediterranen Regionen. Die eng miteinander verbundenen Lebensräume wie Röhrichte,schwimmende Inseln, Altarme und Seen, Auwälder und extreme Trockenbiotope in denDünen bilden im Mündungsgebiet ein einzigartiges Netzwerk[3] von über 30 Ökosystemen. Manche dieser Arten gelten als selten oder vom Aussterben bedroht. Das Reservat beherbergt das mit einer Ausdehnung von etwa 1800 km² weltweit größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet und ein bedeutendes Vogelschutzreservat mit der größten Kolonien des Rosapelikans und der zweitgrößten des Krauskopfpelikans Europas.4

Bild:Aleksey YablonskiyRussian river ships

Rumänien erklärte 1990 als erster Donauanrainerstaat seinen Teil des Deltas zum Biosphärenreservat. Die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung derRamsar-Konvention konnte 1991 um das Delta erweitert werden. Die UNESCO nahm das Gebiet 1993 in die Weltnaturerbeliste auf. Rumänien wies das Reservat im gleichen Jahr als Naturschutzgebiet von nationaler und internationaler Bedeutung aus. Seit 1998 ist auch der ukrainische Teil des Donaudeltas ein anerkanntes Biosphärenreservat.5

Bild:Kristian FriskDanubedelta andra dagen

Ab den 1960er Jahren wurden weite Teile der Sumpflandschaft für landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt, wodurch bis 1986 rund ein Fünftel des natürlichen Lebensraums im Delta zerstört wurde. Im Jahr 2000 verpflichteten sich Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine zum Schutz und zur Renaturierung der Feuchtgebiete im Verlauf der etwa 1000 Kilometer langen unteren Donau. Mit diesem vom World Wide Fund For Nature (WWF) initiierten Grünen Korridor entstand das größte grenzüberschreitende Schutzgebiet in Europa.6

Bild:Trygve W Nodeland

Die Arbeitslosenquote der Ortsansässigen liegt zwischen 30 und 40 Prozent. Sie erhoffen sich Chancen aus den Initiativen der Europäischen Union zur Förderung von Sanftem Tourismus in der Region, jedoch hat der Tourismus punktuell bereits die Grenzen seiner Naturverträglichkeit erreicht. Unfälle der Ölindustrie, die Begradigung und Eindämmung von Schifffahrtswegen, aber auch illegales Wildern beeinträchtigen das ökologische Gleichgewicht.7

Bild:Soare

Die traditionelle Architektur und die Form der Siedlungen sind der Hauptbeschäftigung der Bewohner und dem umgebenden Naturraum angepasst. Die langgestreckten Fischerhäuser in den Straßendörfern der lipowanischen Bevölkerung unterscheiden sich in Form und Gestaltung deutlich von den Gehöften der Bauern und den festen Steinhäusern der Kaufleute.

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Bild:OLYMPUS DIGITAL CAMERA Veoret

Die Einheimischen des Donaudeltas nutzen schon seit jeher natürlichen Ressourcen wie Lehm, Steine und Schilf zum Bau ihrer einfachen traditionellen Häuser. Der Lehm wird zu Ziegeln geformt, die zur Errichtung von Wänden verwendet werden. Die Dächer werden mit Reet gedeckt.9

Bild:Kristian FriskDanubedelta första dagen 20

Die natürlichen Baustoffe, die bei der Verarbeitung keine aufwendigen Vorbereitungen benötigen, sind im Delta im Überfluss vorhanden. Für die Herstellung von Lehmziegeln(Ceamur) wird der lösshaltige Boden mit Stroh und Spreu vermengt und festgestampft. In die Ecken der Häuser aus Lösserde wird zur Verhinderung von Mauerbruch durch Wärmeausdehnung oftmals Eichenholz eingearbeitet. 10Vorgelagerte Lehmmauern schützen viele Lehmhäuser vor starken Winden und regelmäßigen Überschwemmungen. Die Lehmziegel werden im ländlichen Raum auch für den Bau von Hirtenhütten und Speicherschuppen genutzt. Im urbanen Raum des Deltas herrscht die Betonbauweise vor.

https://de.wikipedia.org/wiki/Biosph%C3%A4renreservat_Donaudelta

Odilia

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Bild:Berthold Werner

Die heilige Odilia (auch Odilie, Odile oder Ottilie, * um 660 im Elsass oder Burgund; † 720 imKloster Niedermünster beim Odilienberg) war eine Äbtissin und wird als Schutzpatronin des Elsass und des Augenlichtes verehrt. Der Name Odilia ist eine Nebenform von Ottilie und entstammt dem Althochdeutschen. „ot“ bedeutet so viel wie Erbgut oder Besitz.01

Legende

Ihre Legende basiert hauptsächlich auf einer Biographie, die im 10. Jahrhundert entstand. Nach dieser Erzählung wurde Odilia auf der Hohenburg (Gemeinde Obernai; dt. Oberehnheim) geboren. Sie war die Tochter des Herzogs Eticho (auch Athich, Attich, Adalrich oder Adalricus) und dessen Frau Bersinda (auch: Bethsvinda oder Bereswinde genannt) und kam blind zur Welt.o1

Bild:Gerhard Alberts

Aus diesem Grund wollte ihr Vater sie töten lassen; die Mutter rettete sie, indem sie das Kind in ein Kloster gab. Wahrscheinlich handelt es sich um das Kloster von Baume-les-Dames östlich von Besançon. Als sie im Alter von zwölf Jahren von Erhard von Regensburg getauft wurde, erlangte sie das Augenlicht. Sie kehrte zu ihren Eltern zurück, musste aber wieder vor ihrem Vater fliehen und sich in einer Höhle verbergen. Diese Höhle liegt je nach Quelle entweder in Arlesheim (südlich von Basel) oder im Musbachtal bei Freiburg im Breisgau. o2

Bild:Dietrich Krieger

An beiden Orten ist eine Verehrung bis mindestens ins 15. Jahrhundert feststellbar. Später versöhnte sie sich mit ihrem Vater, der ihr ein Besitztum auf der Hohenburg im Elsass – dem späteren Odilienberg (frz.: Mont Ste.-Odile) – zur Verfügung stellte, wo sie 690 ein Kloster gründete. Im ebenfalls von ihr gegründeten Kloster Niedermünster am Fuße des Odilienberges starb sie um 720. Ihr Grab befindet sich auf dem Odilienberg. Der Odilienberg ist der wichtigste Wallfahrtsort des Elsass; die dortige Quelle gilt als hilfreich bei Augenleiden.o3

Historische Biographie

Historisch bezeugt ist die Schenkung des Klosters Hohenburg durch Herzog Eticho an seine Tochter Odilia. Fragwürdig ist allerdings ihr Geburtsort (nach der Legende auf dem Odilienberg bei Obernai), da ihr Vater vor 673 nicht als Herzog vom Elsass bezeugt war, jedoch Besitztümer bei Dijon hatte. o4Der Aufenthalt im Kloster von Baume-les-Dames während ihrer Kindheit/Jugendzeit und die Taufe durch Erhard von Regensburg scheinen glaubwürdig.o5

https://de.wikipedia.org/wiki/Odilia

Die Oder

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Bild:de:Benutzer:Deltongo

Die Oder (AFI [ˈʔoːdɐ]), (polnisch Odra, tschechisch Odra, niedersorbischOdra, obersorbisch Wódra) ist ein mitteleuropäischer Strom, der inTschechien entspringt, durch Polen fließt und die Grenze zwischen Polen und Deutschland bildet. Sie mündet durch das Stettiner Haff und um die Inseln Usedom und Wolin herum in die Ostsee. Die Oder als Grenzfluss ist ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs. Die Oder ist 866 Kilometer lang (898 Kilometer bis Świnoujście (Swinemünde)).o1

Bild: pl:Grafika:Odra_i_Olza.jpg

Zu ihren Nebenflüssen gehören die Lausitzer Neiße und die Warthe, die als längster Nebenfluss die Länge des Flusssystems auf 1045 Kilometerverlängert. Der mittlere Abfluss beträgt 540 m³/s, womit die Oder nachRhein, Donau, Inn und Elbe der fünftgrößte Fluss in Deutschland ist. Ihr Einzugsgebiet ist im Westen und Südwesten von dem der Elbe, im Osten von dem der Weichsel und im Süden von dem der Donau begrenzt.o2

Bild:Ralf Roletschek

Die Oderquelle befindet sich in Tschechien anderthalb Kilometer nordwestlich von Kozlov am Fidlův kopec(Fiedelhübel) im mährischenOdergebirge. Die ersten 31 Kilometer ihres Laufs führen durch denTruppenübungsplatz Libavá[2]. Ab dessen Grenze bildet sie von der Einmündung der Budišovka an bis Ostrava die historische Provinzialgrenze zwischenSchlesien (linksseitig) und Mähren (rechtsseitig). Bei Bohumín überquert der Fluss in 195 m.ü.m. an der Einmündung der Olsa die Grenze zwischen Tschechien und Polen. Der Flusslauf auf tschechischem Gebiet hat eine Länge von 131 Kilometern und umfasst ein Einzugsgebiet von 10.288 Quadratkilometern.o3Bild:Specjal b

Auf ihrem weiteren Lauf fließt die Oder durch Schlesien und dessen Hauptstadt Breslau (Wrocław). Ab der Neißemündung bei Ratzdorfnördlich von Guben in Brandenburg markiert ihre Mitte bis nördlich vonSchwedt/Oder die Grenze zwischen Polen und Deutschland. Die Oder fließt durch Frankfurt (Oder), Słubice und Kostrzyn nad Odrą (Küstrin). Zwischen den Städten Lebus und Oderberg durchfließt die Oder das knapp 60 Kilometer lange und 12 bis 20 Kilometer breite Oderbruch, passiert dann das Polder-Gebiet bei Schwedt, bevor sie sich bei Fluss-Kilometer 704 am Wehr Marienhof in die beiden Arme Westoder (poln.:Odra Zachodnia) und Ostoder (poln.: Odra Wschodnia) teilt. Die Westoder ist bis Mescherin Grenzfluss, ehe sie wie die Ostoder beidseitig auf polnischem Territorium weiterfließt. Das Gefälle der letzten 30 Kilometer vor Stettin beträgt nur noch wenige Zentimeter. Auf Höhe des Dammschen Sees vereinigen sich Ost- und West-Oder. Als so genanntes Papenwasserfließt die Oder durch Police (Pölitz), bevor sie in das zur Ostseegehörende Stettiner Haff mündet.o4

Bild:Specjal b

Die Grenzstrecken der Oder und der Westoder sindBundeswasserstraßen der Wasserstraßenklasse IV mit einer Gesamtlänge von 179 Kilometer, für die das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde zuständig ist.o5

Breslau – Bild:Shaqspeare

Da das Stettiner Haff eine Meeresbucht ist, sind dessen drei Verbindungsarme zum offenen Meer Meeresarme. Sie befördern zwar als Mündungsarme der Oder überwiegend Oderwasser nach Norden, haben aber auch einen nennenswerten Einstrom von Seewasser ins Haff, besonders bei starkem Nordwind. Abzulesen ist das an den rückwärtigen (haffseitigen) Deltabildungen, besonders ausgeprägt bei der Swine. Lage dieser Meeresarme und Inseln:

  • Peenestrom (bis zur Einmündung des Peeneflusses Der Strom) zwischen deutschem Festland und der Insel Usedom(polnisch Uznam),
  • Świna (deutsch Swine) zwischen den Inseln Usedom und Wollin (polnisch Wolin), mit der Schifffahrtsstraße, Kanał Piastowski, bis 1945 Kaiserfahrt, gebaut 1875 bis 1880,
  • Dziwna (deutsch Dievenow) zwischen der Insel Wollin und dem polnischen Festland.o6
  • Bild:Doris Antony
  • Schiffsverkehr

    Die Oder ist auf 717 Kilometern bis Koźle (deutsch Cosel) in Polen schiffbar. Dort schließt der Gleiwitzer Kanal an, der als Anfang des Donau-Oder-Kanals gedacht war.

    Durch Begradigung wurde die Oder, die von der Ostsee flussaufwärts durch das Stettiner Haff bis nach Stettin (Szczecin) fürSeeschiffe befahrbar ist, seit etwa 1850 von 1.040 Kilometer auf 866 Kilometer Länge verkürzt.

    Eine weitgehende Kanalisierung des Flusses erfolgte in zwei Phasen: 1888–1897 und 1907–1922. Um den Fluss für größere Schiffe befahrbar zu machen, wurden Staustufen und Schleusen angelegt, wobei an den Staustufen zugleich die Wasserkraft für die Erzeugung elektrischen Stroms genutzt wurde. Gegenwärtig sind sieben Wasserkraftwerke in Betrieb, das größte gehört zur Staustufe Brzeg Dolny und hat eine Leistung von 9,7 MW.o7Stettin – Bild:Electron

    Seit Juli 2007 verkehrt nach 62 Jahren wieder gelegentlich eine Fähre zwischen dem deutschen Ort Güstebieser Loose und der polnischen Ortschaft Gozdowice (deutsch Güstebiese). Als Fahrzeug dient ein Motorschiff mit Schaufelradantrieb.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Oder

Hippies – Freistadt Christiania

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Bild:Alain Rouiller

Die Freistadt Christiania (dänisch Fristad Christiania, auch Freies Christiania oder kurz Christiania) ist eine alternative Wohnsiedlung in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, die seit 1971 besteht. Aus Sicht der dänischen Behörden handelt es sich um eine staatlich geduldete autonome Gemeinde.1

Bild:Alain Rouiller

Baracken und Stadtbefestigung

Das Gebiet von Christiania besteht aus ehemaligen Kasernen in der Bådsmandsstræde (Bådsmandsstrædes Kaserne) und Teilen der Stadtmauer. 3

Bild:Alain Rouiller

Die Stadtmauern und die damals eigenständige Stadt Christianshavn wurden 1617 vom König Christian IV. durch die Neulandgewinnung zwischen Kopenhagen und Amager gegründet. Nach der Schlacht von Kopenhagen während des Kriegs mit Schweden wurden die Stadtmauern zwischen 1682 und 1692 unter Christian V. zu einem vollständigen Verteidigungsring ausgebaut. 4

Bild:Alain Rouiller

Die westlichen Mauern von Kopenhagen wurden während des 19. Jahrhunderts abgerissen, die Stadtmauern in Christianshavn jedoch belassen. Sie werden heute als eine der besterhaltenen Verteidigungsanlagen auf der Welt angesehen.5Bild:Schorle

Die Baracken der Bådsmandsstræde beherbergten das königliche Artillerieregiment, das Materialkommando der Armee und Munitionslabore sowie -lager. Sie wurden nach demZweiten Weltkrieg wenig genutzt und standen zwischen 1967 und 1971 leer.

Der nördlich anliegende Bereich, Holmen, war bis in die 1990er Jahre derHauptmarinestützpunkt Dänemarks. Holmen wird derzeit ausgebaut und ist die Heimat des Kopenhagener Opernhauses (nicht zu verwechseln mit dem zuvor und immer noch existierenden „Operaen“, einem Veranstaltungsort für Konzerte in Christiania) und diverser Schulen. Der Bereich weiter nördlich wird weiterhin von der Marine benutzt, er ist allerdings tagsüber für die Öffentlichkeit zugänglich.6

Bild:Schorle

Die äußerste Verteidigungslinie, Enveloppen, wurde (bis auf die südlichste Spitze, welche nicht Teil von Christiana ist) im christianitischen Soziolekt in Dyssen umbenannt. Sie ist durch eine Brücke über den Hauptgraben mit Christiania verbunden oder kann über einen beim Christmas Møllers Plads beginnenden Pfad erreicht werden. Vier ehemalige Lager für Schießpulver befinden sich in den V-förmigen Ausformungen der Mauer, den Redans. Sie wurden zwischen 1779 und 1780 als Ersatz für einen Lagerplatz in Østerport im Zentrum Kopenhagens erbaut, der im Jahre 1770 explodierte und dabei 50 Menschen tötete. Die Häuser wurden in Aircondition, Autogena, Fakirskolen (die Fakirschule) und Kosmiske Blomst(Kosmische Blume) umbenannt und wurden trotz Denkmalschutz leicht verändert.7 Foto: News Øresund – Peter Mulvany © News Øresund

Der letzte Ort in Dänemark, an dem zwischen 1946 und 1950 Exekutionen durchgeführt wurden, kann noch am zweiten Redan, nahe dem Aircondition genannten Haus, besichtigt werden.[3] Die hölzerne Exekutierungshütte wurde abgerissen, das Estrichfundament und ein Ablauf für das Blut befinden sich allerdings immer noch direkt neben dem Weg. Insgesamt wurden 29 Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs an diesem Platz exekutiert. Der letzte Kriegsverbrecher, der am 20. Juli 1950 hingerichtet wurde, war Ib Birkedal, ein hochrangiger Gestapokollaborateur aus Dänemark.8

Bild:Schorle

Regeln:

Es gibt Regeln in Christiania. Die wichtigsten sind:

  • Kein Diebesgut
  • Keine harten Drogen
  • Keine Gewalt
  • Keine kugelsichere Kleidung
  • Keine Waffen

Autos und Motorräder sind in Christiania verboten.9

Bild:Stig Nygaard

https://de.wikipedia.org/wiki/Freistadt_Christiania

Usedom

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Bild:Zeppelubil / Th. Haft / Torgau

Usedom (polnisch Uznam, wendisch Uznjöm/Uznjom) ist eine Insel in derPommerschen Bucht in der südlichen Ostsee. Sie ist durch den Peenestrom und das Stettiner Haff vom Festland getrennt, und durch die Świna (Swine) von der Nachbarinsel Wolin.u2

Bild:Corradox

Der größte Teil der Insel gehört zum deutschen Land Mecklenburg-Vorpommern(Landesteil Vorpommern). Im polnischen östlichen Teil liegt die zur Woiwodschaft Westpommern gehörende Hafenstadt Świnoujście (Swinemünde), wo über die Hälfte der Inselbevölkerung lebt.u3

Bild:Niteshift (talk)

Mit durchschnittlich 1906 Sonnenstunden im Jahr ist Usedom die sonnenreichste Gegend Deutschlands und der Ostsee, weshalb sie durch das Tourismus-Marketingder Insel als Sonneninsel beworben wird. Der bis zu 70 m breite feine Sandstrandder Usedomer Ostseeküste erstreckt sich mit 42 km Länge von Peenemünde im Nordwesten bis nach Świnoujście im Osten der Insel.u4

Bild:Niteshift (talk)

Während der Gründerzeit im 19. Jahrhundert entstanden auf der Insel zahlreicheSeebäder – seitdem ist Usedom durch den Tourismus geprägt. Zeugnisse dieser Zeit sind zahlreiche Villen im Stil der Bäderarchitektur sowie die Seebrücke Ahlbeck. Touristische Zentren der Insel sind im Nordwesten Karlshagen, Trassenheide undZinnowitz, im Mittelteil der Insel die Bernsteinbäder Koserow, Loddin, Ückeritz undZempin und im Osten die Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck sowie Świnoujście. Die Europa-Promenade, die längste Strandpromenade Europas, erstreckt sich über eine Länge von über zwölf Kilometern von Bansin bis Świnoujście.u5Bild:Benreis

An der Küste

Mit den Ostseebädern Karlshagen, Trassenheide, Zinnowitz, Zempin, Koserow, Kölpinsee, Ückeritz und den drei Kaiserbädern (Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck) auf deutscher Seite sowie Świnoujście in Polen besitzt die Insel eine große Bedeutung für den Fremdenverkehr beider Länder. Neben den Sandstränden an der Ostsee locken vor allem die Bäderarchitektur sowie die Befestigungsanlagen und der Hafen von Świnoujście mit seinem regen Schiffsverkehr Besucher an die Küste. In den genannten Orten befinden sich zahlreiche Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze. Hinzu kommen Freizeiteinrichtungen wie Meerwasserbäder, eine Schmetterlingsfarm (Trassenheide), Bauernhöfe und Handwerksbetriebe (Strandkorbmanufaktur Heringsdorf), Kletterparks, Museen sowie etliche Kultur- und Kinderangebote.u6

Seebrücke Ahlbeck von 1882

Der größte Arbeitgeber der Insel Usedom ist die Hotelgruppe Seetel.

Im Hinterland

Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr sind neben den Bernsteinbädern, Kaiserbädern und den anderen Badeorten an der Ostsee die auf der Insel gelegenen Binnenseen (Süßwasserseen) wie Schmollensee, Gothensee oder Wolgastsee.u7

Bild:Horst-schlaemma

Im Hinterland befinden sich die Kleinstadt Usedom, Dörfer mit Herrenhäusern (Mellenthin, Schloss Stolpe), reetgedeckten Häusern, Salzhütten und Windmühlen (Benz, Pudagla, Trassenheide, Kamminke), die alte Hubbrücke Karnin, die HalbinselnLieper Winkel und Gnitz, die das Achterwasser einrahmen, sowie Peenemünde. Beliebt sind Fahrradtouren auf der Insel, sowohl im Hinterland entlang des Achterwassers als auch an der Küste. Der Tourismus der Vor- und Nachsaison soll mit Unterstützung von EU-Fördermitteln aus dem ELER-Programm belebt werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Usedom#An_der_K.C3.BCste

Das Oderbruch

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Bild: Eva K.Eva K.

Das Oderbruch (von mhd. bruoch: ‚Sumpf‘, ‚Moor‘) ist ein Binnendelta der Oder imLandkreis Märkisch-Oderland des Bundeslandes Brandenburg und Polen.

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„Stille Oder“ südlich der Neuenhagener Insel

Bild:Eva K.Eva K.

Das knapp 60 km lange und 12 bis 20 km breite Oderbruch erstreckt sich zwischen den Städten Oderberg und Bad Freienwalde im Nordwesten und Lebus im Südosten. Zweitgrößter Zufluss nach der Oder – zugleich größter Nebenfluss der Oder – ist die Warthe, die gut zehn Kilometer nach deren Eintritt ins Oderbruch einmündet. Im Westen wird das Oderbruch durch die Hochflächen des Barnim und des Landes Lebus begrenzt, in deren Hanglage sich die Städte Wriezen und Seelow befinden. Die östliche Begrenzung bilden das Neumärkische Hügelland und die Wartheniederung. Unter Ausschluss der Neuenhagener Insel hat das Oderbruch zwischen Reitwein und Hohensaaten eine Gesamtfläche von 920 km². Westlich des Flusses ist es seit Mitte des 18. Jahrhunderts ein Flusspolder, während sich auf den 17 % der Fläche am Ostufer, heute in Polen gelegen, das ursprüngliche Feuchtgebiet erhalten hat. Der Boden des Oderbruchs bildet eine sehr schwach geneigte Ebene und fällt von 14 m im Südosten auf einen Meter Meeresniveau im Nordwesten ab. Der tief gelegene nur 2–6 km breite Teil westlich des Neuenhagener Sporns wird Niederes Oderbruch genannt.o3

Bild:Olaf Tausch

Überschwemmungsgebiet

Im Oderbruch ist die Oderniederung Teil des in der Weichseleiszeit entstandenen Thorn-Eberswalder Urstromtals. Bis ins 18. Jahrhundert schlängelte sich die Oder in mehreren Armen durch diese Niederung, die mehrmals im Jahr zu großen Teilen von Hochwasser überflutet wurde, wobei sich auch Verlauf und Bedeutung von Oderarmen änderten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts floss der Hauptstrom der Oder bis Güstebiese (heuteGozdowice) am Ostrand der Niederung, von dort westwärts auf Wriezen zu, von dort anFreienwalde entlang und westlich um den Moränenrücken des Neuenhagener Sporns herum in Richtung Oderberg und dann ostwärts nach Hohensaaten, wo ihr heutiges Bett anschließt. Der dargestellte Lauf ab Güstebiese wird heute Alte Oder genannt. o4

Bild:Lienhard Schulz

Der wichtigste linke Nebenarm, heute ebenfalls „Alte Oder“, zweigte schon am Reitweiner Sporn nördlich von Lebus in Richtung Seelow ab und floss am Westrand der Niederung nordwestwärts nach Wriezen. Der untere Teil dieses Oderarms heißt heute Friedländer Strom und mündete bei Wriezen in den damaligen Hauptstrom. Ein alter rechter Seitenarm floss am Nordostrand der Niederung. Teilweise ist er im heutigen Hauptstrom aufgegangen. Das unterste (westlichste) Stück ist als Stille Oder erhalten. Wichtiger Erwerbszweig der Orte am Rand und der damals wenigen Orte im Oderbruch war die Fischerei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oderbruch