Templerorden

1Der Templerorden, genauer die Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem (lat.Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis), war die erste Ordensgemeinschaft, die die Ideale des Mönchtums und des vom Adel getragenen Rittertums vereinigte und wurde um 1119 [1] in der Folge desErsten Kreuzzugs gegündet. Der Name leitet sich davon ab, dass König Balduin II. dem Orden einen Flügel seines auf den Ruinen des Salomonischen Tempels errichteten Palstes als Quartier überlassen hatte. 2Die Ordensritter werden als Templer, Tempelritter oder Tempelherren bezeichnet. Die Ordensregeln gründeten auf denen des Benedikt von Nursia und wurden von ursprünglich 72 bis 1260 auf 686 erweitert und schon bald ins Französische übertragen, da nur wenige Tempelritter des Lateinischen mächtig waren. Während der folgenden Kreuzzüge bildeten die Tempelritter eine direkt dem Papst unterstellte militärische Eliteeinheit.3

Bild:Norsk bokmål: Al Jamea Al Qebli i Jerusalem

Neben ihren unmittelbaren militärischen Aufgaben sorgten sie auch für den Schutz der Pilger und entfalteten darüber hinaus vielfältige wirtschaftliche und organisatorische Aktivitäten. Sie vergaben Geldanleihen, die auch von Muslimen in Anspruch genommen wurden, und erfanden eine Art von Kreditbrief als frühen Vorläufer des Reiseschecks verbunden mit einer sehr fortschrittliche Form der Buchführung, wobei sie ihre umfangreichen praktischen Tätigkeiten stets in engem Einklang mit ihrer spirituellen Gesinnung auszuüben suchten. 1312 wurde der Orden von Papst Clemens V. auf Drängen des französischen Königs Philipps des Schönen nach dem großes Aufsehen erregenden Templerprozessaufgelöst und seine Güter konfisziert.4

„Wir sehen in dieser Zeit unter vielem, das, wenn man es betrachtet, ich möchte sagen, zum Frohmachen der Menschenseele ist, wie unter vielem, was da entsteht, bald nachdem die Kreuzzüge ihre ersten Erfolge errungen haben, begründet wird im Jahre 1119 der Orden der Tempelherren. Fünf französische Ritter unter der Führung vonHugo de Payens tun sich zusammen und begründen an der geheiligt gehaltenen Stätte, auf der sich das Mysterium von Golgatha vollzogen hat, einen Orden, der sich ganz weihen soll dem Dienste des Mysteriums von Golgatha, und der sein erstes wichtigstes Ordenshaus unmittelbar neben der Stätte hat, wo einst der Salomonische Tempel gestanden hat, so daß gewissermaßen zusammenwirken konnte an dieser Stätte uraltheilige, für das Christentum vorbereitete Weisheit und die salomonische Weisheit, mit allen Empfindungen und allen Gefühlen, die in höchstem Maße aus der heiligsten Begeisterung für das Mysterium von Golgatha und seinen Träger entstanden sind. Neben den gewöhnlichen, damals üblichen Mönchsgelübden, der Pflicht des Gehorsams gegenüber den geistlichen Oberen, verpflichteten sich die ersten Tempelherren, in intensivster Weise mitzuwirken dazu, hereinzubeziehen in den Bereich europäischer Machtentfaltung die Stätten, auf denen sich das Mysterium von Golgatha vollzogen hat. 4 An nichts sollten sie denken – so war es in den geschriebenen und namentlich in den ungeschriebenen Ordensregeln enthalten – , als wie sie in ihrem Herzen, in ihrer Seele ganz sich erfüllen können mit dem geheiligten Geheimnis von Golgatha, und wie sie dienen können mit jedem Tropfen ihres Blutes der Hereinbeziehung der geheiligten Stätte in den Machtbereich des europäischen Willens. In jedem Augenblick ihres Lebens sollten sie denken, sollten sie empfinden, daß sie ganz nur dieser Aufgabe gehören, und daß sie nichts scheuen werden, um diese Aufgabe mit all der Kraft, die jedem einzelnen zur Verfügung steht, zu verwirklichen. Ihr Blut sollte ihnen nicht selber gehören, sondern einzig und allein der Aufgabe, die wir gekennzeichnet haben. 5Und wenn sie einer dreifachen Übermacht gegenüberstehen – so war ihnen befohlen – , dürfen sie nicht fliehen; jeder Templer muß seine Stelle behaupten, auch wenn drei Ungläubige ihm diese Stelle streitig machen wollen. Und in jedem Augenblick ihres Lebens mußten sie denken, daß das Blut, das in ihren Adern rinnt, nicht ihnen gehört, sondern ihrer großen geistigen Aufgabe. 6Was sie an Vermögen erwerben sollten, das sollte keinem einzelnen gehören. Nicht der einzelne sollte irgendeinen Besitz haben, sondern nur der ganze Orden. Vom einzelnen sollte derjenige, der aus der Reihe der Feinde einen besiegt, kein anderes Gut erbeuten als die hänfene Schnur, die um die Lenden gegürtet war, das Zeichen ihrer freiwillig übernommenen Arbeit für dasjenige, was man dazumal als das Heil für den europäischen Geist ansah.7

Île de la Cité, Paris, France viewed from the West, with the Pont Neuf.

Copyright © 2003 David Monniaux

Eine große, gewaltige Aufgabe, weniger dem Nachdenken als dem tiefen Empfinden, war gestellt, eine Aufgabe, die dahin ging, das Seelenleben als individuelles, als persönliches nur deshalb zu stärken, damit dieses einzelne Seelenleben ganz aufgehen könne in dem fortlaufenden Strom der christlichen Entwickelung.“ (Lit.: GA 171, S. 118f)

http://anthrowiki.at/Templerorden

Katharer – Burg Montségur

mDer Montségur (deutsch etwa: „Schutzberg“) ist ein 1216 m hoher Berg am Nordhang der östlichen Pyrenäen, etwa 20 km südöstlich der Stadt Foix im Norden der Gemeinde Montségur. Auf seinem Gipfel erhebt sich die Ruineder wohl bekanntesten Burg der Katharer.m1

Schon vor dem Wiederaufbau im Jahr 1204 bestand auf dem kuppelartigen Berg eineGipfelburg mit Namen Pog. 1232 ließRaimund de Péreille die Burg zu einer Festung umbauen. Im gleichen Jahr wurde Montségur auf Beschluss des Katharer-Bischofs von Toulouse, Guilhabert de Castres, die Hauptstadt der katharischen Kirche. Im Rahmen des Kreuzzuges, den die französische Krone und die römisch-katholische Kirche gegen das südfranzösische Katharertum führten, unternahm Pierre Roger de Mirepoix der Jüngere, Gouverneur der Festung Montségur, 1242 einen Angriff aufAvignonet, um die Mitglieder eines Inquisitionstribunals zu töten. Daraufhin wurde der Montségur 1243 von Soldaten des Seneschalls von Carcassonneund ca. 10.000 Kreuzrittern des Erzbischofs von Narbonne belagert und musste im Frühjahr 1244 nach zehn Monaten Widerstand aufgrund von Nahrungsmangel und militärischen Erfolgen der Belagerer in Übergabeverhandlungen eintreten.m2

Der Bergkegel von der Talseite

Die Bewohner der Burg wurden vor die Wahl gestellt, entweder ihrem Glauben abzuschwören oder auf dem Scheiterhaufenverbrannt zu werden. Am Morgen des 16. März 1244 wurde die Burg nach einem Waffenstillstand von zwei Wochen an die Belagerer übergeben. 225 Katharer unter ihrem Bischof Bertrand Marty wurden verbrannt, weil sie die geforderte Unterwerfung unter den katholischen Glauben verweigerten. Einige Katharer konnten auf die Burg Puilaurens flüchten. Dort wurden sie später ermordet.m4

Stele commemorating the Cathars from 16 March 1244

Die tragische Geschichte des Untergangs der Katharer auf Montségur inspirierte zu Legendenbildungen, in denen, ähnlich wie später im Fall der Vernichtung der Templer, auch ein Zusammenhang mit dem Heiligen Gral hergestellt wurde, der demnach auf Montségur von den Katharern verborgen gehalten worden sei.m5

 

Eine Theorie besagt, dass die gesamte Grals-Sage damals von der katholischen Kirche bewusst als Propagandamittel erfunden und eingesetzt worden sei, um sie gegen die Katharer zu nutzen. Denn mit der Gralssage wird die Gottessohnschaft Christi betont, die die Katharer immer abgelehnt hatten.m6

Das Thema des heiligen Grals spielt in der mittelalterlichen Literatur eine wichtige Rolle. Chrétien de Troyes, der als Begründer des höfischen Versromans gilt, verfasste in den 1170er bis 1190er Jahren mehrere Romane zum Legendenkreis um König Artus und den Heiligen Gral. Im deutschsprachigen Raum wurde das Thema u. a. von Wolfram von Eschenbach in seinem Artusroman Parzival (um ca. 1200 bis 1210) aufgegriffen. Aufgrund der geschichtlichen Zusammenhänge wurde vermutet, dass es sich bei Wolframs Gralsburg – im Text als Munsalvaesche bezeichnet – um Montségur handeln könnte.

Montsegur heißt ein Lied der britischen Heavy-Metal-Band Iron Maiden auf dem Album Dance of Death (2003). „Le pietre di Montsegur“ ist ein Album vom italienischen Cantautore Pippo Pollina.

http://www.koeppel-sw.de/?page_id=282

 

Motsegur in 3D rekonstuiert:

 

Katharer – Burg Termes

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Rekonstruktionszeichnung der Katharerburg mit vorgelagerten castra

Die Burg Termes (französisch Château de Termes, occitanisch Castèl de Termès) ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg im Bergmassiv derCorbières im heutigen Département Aude in der französischen RegionLanguedoc-Roussillon. Sie steht seit dem 25. September 1989 als Monument historique unter Denkmalschutz.t1

Burg Termes oberhalb des Ortes

Die kleine Gemeinde Termes liegt in etwa 360 Metern Höhe und etwa 57 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich von Narbonne bzw. 50 Kilometer südöstlich von Carcassonne. Vom Ort aus ist es noch ein etwa ein Kilometer langer Fußweg mit 100 bis 130 Metern Höhenunterschied bis zur Burgruine auf 480 m.t2

Burgkapelle

Geschichte

Rechtlich gehörte Termes zum Herrschaftsbereich der Vizegrafen von Carcassonne, faktisch waren die Seigneurs de Termes jedoch weitgehend unabhängig. Aus Quellen des 11. und 12. Jahrhunderts ist zu entnehmen, dass etwa 60 Dörfer, davon 28 befestigt, zum Einflussbereich der Burgherren von Termes gehörten. In den Corbières wurde im Mittelalter Erz abgebaut, ein Teil der Einnahmen floss an die Seigneurs de Termes.t3

Fenster der Kapelle

Rekonstruktionszeichnung der Katharerburg mit vorgelagerten castra

Die Burg Termes wird bereits in der Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Gegen Ende des Jahrhunderts bot sie den vielen Katharern Schutz, die sich einem befestigten Dorf (bourgoder castrum) zu ihren Füßen angesiedelt hatten. Im Jahr 1210 wurde die Anlage daraufhin im Verlauf des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) als eine der Katharerburgen belagert, wobei beide Seiten über Katapulte verfügten. Nach knapp viermonatiger Belagerungszeit – die Wasserzisternen waren leer und die Verteidiger an der Ruhr erkrankt – fiel die Burg im Dezember 1210 an die Kreuzritter unter Simon de Montfort. Raimond de Termes, der Vater von Olivier de Termes, wurde gefangengenommen und starb kurz darauf im Kerker von Carcassonne.t4

Nordwestseite mit Pforte

Im Jahre 1228 wurde in der weitgehend zerstörten Burg eine königliche Garnison einquartiert, die einerseits ein Wiederaufflammen der Katharerbewegung verhindern sollte, andererseits aber auch eine strategisch wichtige Position im Kampf gegen die Expansionsbestrebungen der Krone von Aragon innehatte. Ludwig IX. ließ die Burg ab etwa 1260 neu erbauen und erweckte sie somit zu neuem Leben.

Bereits sieben Jahre vor dem Pyrenäenfrieden 1659 ordnete König Ludwig XIV. die Zerstörung der Burg an, die zu einem Stützpunkt für Räuber und Wegelagerer geworden war. Die Spreng- und Abrissarbeiten wurden einem Unternehmer ausLimoux übertragen, der die noch brauchbaren Steine abtransportieren ließ und verkaufte. Bereits 1654 waren die Arbeiten weitgehend abgeschlossen, die Kosten für die Staatskasse betrugen 14.922 Livres und 10 Sou.t5

Ausfallpforte

Die Bausubstanz der heutigen Burgruine stammt größtenteils aus der Wiederaufbauphase unter Ludwig IX. Von der älteren Katharerburg kann kaum noch etwas identifiziert werden.

Die im Grundriss weitgehend an das felsige Gelände angepasste und nur über die Südseite zugängliche Burg verfügte über eine äußere Wehrmauer mit mehreren Rundtürmen. Zwischen diesen lagen gerade, nicht geböschte Kurtinen, die mitWehrgängen ausgestattet waren.t6

Bild: OlivierDeTermes

Die eigentliche Kernburg lag nochmals etwa 15 Meter höher und bestand aus mehreren rechteckigen Wohngebäuden mit im Boden versenkten Zisternen. Ob ein Donjon vorhanden war, ist immer noch nicht zweifelsfrei geklärt. Ein separat liegender und ehemals gewölbter Bau mit einem kreuzförmigen Fenster wird von den Archäologen mit hoher Wahrscheinlichkeit alsKapelle identifiziert.

Von einem ehemaligen Außenposten (französisch Termenet) der Hauptburg ist kaum etwas erhalten.


Katharer – Burg Quéribus

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Château de Quéribus

Die Burg Quéribus (okzitanisch: Castèl de Querbús) zählt gemeinhin zu denKatharerburgen und war in späterer Zeit eine Feste Frankreichs im ehemaligen Grenzgebiet zum Königreich Aragón und zu Spanien. Bereits im Jahr 1907 wurde die Burg als Monument historique anerkannt

Die Ruine der Höhenburg befindet sich in imposanter Lage auf einer 728 Meter ü. d. M. hohen Bergspitze im Süden des Berglands der Corbières bei der Ortschaft Cucugnan, etwa 42 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich der Stadt Perpignan.q1

Geschichteq2

Die im Jahre 1020 erstmals erwähnte Burg gehörte zur Grafschaft Besalú, dann zur Grafschaft Barcelona, also zum späteren Königreich Aragon. Eine Familie ‚Cucugnan‘ wird gegen Ende des 12. Jahrhunderts als Besitzer der Burg genannt; diese sympathisierte mit den religiösen Vorstellungen der Katharer oder Albigenser, wie sie im Süden Frankreichs genannt wurden.q3

Donjon

Albigenserkreuzzug

Während des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) fanden viele Katharer Zuflucht in der abgelegenen und nahezu uneinnehmbaren Festung. Unter ihnen war auch der Bischof der Grafschaft Razès, Benoît de Termes, welcher 1233 oder 1241 in der Festung starb. Im Jahr 1239 wurde sie dann von dem Herrscher Aragoniens an den französischen König Ludwig IX. verkauft. Doch im Jahre 1242 wurde der Katalane Xacbert de Barbaira, eine herausragende Gestalt des südfranzösischen Widerstandes, Befehlshaber von Quéribus; er konnte die Burg zwar noch bis 1255 halten, musste sie dann aber nach längerer Belagerung durch seinen ehemaligen Freund und Kampfgefährten Olivier de Termes endgültig an den französischen König abtreten. Damit hatte Quéribus aber elf Jahre länger standgehalten als die Burg Montségur. Als neuer Befehlshaber wurde derSeneschall von Carcassonne eingesetzt.

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Pfeilersaal

Grenzfestung

Die Burg Quéribus wird mit dem Vertrag von Corbeil 1258 Teil des Königreich Frankreichs unter Ludwig IX., dem Heiligen und rückt in die sichtbare Nähe der Grenze Frankreichs zu Aragon. Die Festung wird gemeinsam mit der Burg Aguilar,Peyrepertuse, Puilaurens und Termes eine der sogenannten Fünf Söhne von Carcassonne; in dieser Zeit wurden Teile der Burg umgebaut und dem technischen Fortschritt (Kanonen) sowie dem Zeitgeschmack angepasst. Ihre strategische Bedeutung verlor die Festung mit dem Pyrenäenvertrag des Jahres 1659; gleichwohl verblieb auch in der darauffolgenden Zeit noch eine kleine Garnison in der Burg.q5

Weinanbau bei Maury, im Hintergrund die Burg Quéribus

https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Qu%C3%A9ribus

Katharer – Burg Mas-Saintes-Puelles

ma5Mas-Saintes-Puelles (okzitanisch: Mas Santas Puèlas) ist eine französischeGemeinde mit 900 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Aude in derRegion Languedoc-Roussillon.ma3

Der Name der Gemeinde Mas-Saintes-Puelles wird in einer legendenhaften Überlieferung hergeleitet von den Jungfrauen, die den Leichnam des Hl. Saturninus (Saint-Sernin) nach dessen Martyrium in Toulouse (3. Jahrhundert) gewaschen und bestattet haben sollen; daraufhin seien sie aus der Stadt vertrieben worden und hätten sich hier neu angesiedelt.ma2

Im 12. Jahrhundert befand sich an der Stelle der späteren Stadt eine befestigte Siedlung (castrum), deren Einwohner sich zumindest teilweise zum Katharerglauben bekannten. Während des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) wird der Ort jedoch nicht erwähnt. Im Jahre 1242 machte ein Trupp von katharischen Attentätern unter der Führung von Pierre Roger II. de Mirepoix hier Halt auf ihrem Weg nach Avignonet. Zwei Frauen aus Mas-Saintes-Puelles (Gersande und ihre TochterGaillarde) starben auf dem Scheiterhaufen (bûcher) auf dem Montségur (1244).ma1

Im 14. Jahrhundert gründeten die Augustiner hier einen Konvent zum Zweck der Reevangelisierung. Während desHundertjährigen Kriegs (1337–1453) wurde der Ort von den Soldaten des ‚Schwarzen Prinzen‘ (Edward of Woodstock) in Brand gesetzt.ma4

Im 16. Jahrhundert schloss sich ein Großteil der Bevölkerung dem Protestantismus an, während der Nachbarort Castelnaudary katholisch blieb. Angeblich fand auch ein geheimes Treffen zwischen Heinrich von Navarra und Katharina von Medici, die damals Gräfin des Lauragais war, in der Nähe von Mas-Saintes-Puelles statt. Wegen angeblicher oder tatsächlicher Überfälle auf Kaufleute und Händler befahl König Ludwig XIII. im Jahre 1622 die vollständige Zerstörung der Stadt. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde Mas-Saintes-Puelles wiederaufgebaut; diesmal behielt der Katholizismus die Oberhand. Ein Kloster der Mercedarier, dessen Gründer Petrus Nolascus im 12. Jahrhundert in Mas-Saintes-Puelles geboren worden sein soll, wurde ebenfalls im 17. Jahrhundert gegründet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mas-Saintes-Puelles

 

Katharer – Burg Aguilar

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Burg Aguilar

Die Burg Aguilar auf dem Gebiet der Gemeinde Tuchan im südfranzösischen Département Aude zählt gemeinhin zu den sogenanntenKatharerburgen und war ehemals von großer strategischer Bedeutung. Seit dem Jahr 1949 ist die Burgruine als Monument historique anerkannt.al1

Südturm

Die ersten Hinweise auf eine Burganlage (castrum) an dieser Stelle finden sich bereits im Jahr 1021. Die Vizegrafen von Carcassonne übergaben den Platz im 13. Jahrhundert an ihre Vasallen – die Seigneurs de Termes. al2Diese standen derKatharerlehre nahe; ob die die Burg jedoch im Rahmen des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) zerstört wurde, ist unklar. Erstmals gelangte die Burg im Jahre 1241 an die französische Krone, doch wurde sie 10 Jahre später an ihren letzten BesitzerOlivier de Termes zurückgegeben, der sie jedoch im Jahr 1262 an den französischen König Ludwig IX. verkaufte; fortan gehörte die Burg – neben Termes, Quéribus, Puilaurens und Peyrepertuse – zu den ‚Fünf Söhnen Carcassonnes‘.al3

Aussicht von der Burgruine Aguilar auf die Corbières, Weinreben und typische Pflanzen der Corbières

Ihre Aufgabe war die Bewachung und Verteidigung der Grenze zum Königreich Aragón und später zu Spanien. Doch in den Jahren 1525 und 1542 eroberten die Truppen Karls V. jeweils nur vorübergehend die Burg. Der Pyrenäenfriede von 1659 verurteilte die Anlage wegen der veränderten Grenzlage zur Bedeutungslosigkeit und sie wurde verlassen.al4

Aussicht von der Burgruine Aguilar auf die Corbières, im Hintergrund die Pyrenäen

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Aguilar

 

Katharer – Carcassonne

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Cité de Carcassonne – Château Comtal und Port d’Aude

Carcassonne hieß, als es in der Antike im Gebiet der Volcae Tectosages lag, Carcas(s)o. Dessen Bewohner besaßen unter römischerHerrschaft das latinische Bürgerrecht. Nun gehörte Carcaso zur Provinz Gallia Narbonensis. Caesar ließ hier einen Waffenplatz und Kriegsmagazine errichten. Der Ort hieß zur Römerzeit Colonia Iulia Carcaso. 462 fiel er an den westgotischen König Theoderich II. DasBistum Carcassonne wurde 533 gegründet. Bei Carcassonne schlug Rekkared I. 589 die Franken. Die Westgoten hielten sich im Besitz der Stadt, bis diese 725 von aus Spanien kommenden Sarazenenerobert wurde. Indessen dauerte die arabische Herrschaft nur bis etwa 759, alsPippin der Jüngere ganz Septimanien unterwarf und mit dem Frankenreich vereinigte.ca1

Vertreibung der Katharer aus Carcassonne (mittelalterliche Miniatur)

Die Stadt wurde dann Sitz von Grafen; der erste namentlich bekannte hieß Bello und regierte Anfang des 9. Jahrhunderts zur Zeit Karls des Großen. Nach dem Tod Raimund Rogers (1067) kam Carcassonne formell unter die Oberhoheit der Grafen von Barcelona bzw. Könige von Aragón, doch herrschten die aus dem Haus Trencavel stammenden nunmehrigen Vizegrafen von Carcassonne weitgehend selbständig.ca2

Canal du Midi

Im Mittelalter lebten 3.000-4.000 Menschen in Carcassonne, das Anfang des 13. Jahrhunderts zu den Hauptstützpunkten derKatharer gehörte. 1209 war es Ziel des Albigenserkreuzzugs. Die Stadt war bereits mit Flüchtlingen überfüllt und bot nach zweiwöchiger Belagerung die Kapitulation an. Die zwei Wochen hatten die Einwohner genutzt, um durch unterirdische Gänge in die nahe liegenden Wälder zu fliehen. Es blieben etwa 500 Einwohner, vor allem Greise, Kranke und Kinder, zurück. Von diesen durften 100 die Stadt verlassen, die anderen 400 wurden verbrannt oder gehängt. 1247 verzichtete der letzte Vizegraf von Carcassonne, Raimund II. Trencavel, endgültig gegenüber Ludwig IX. auf seine Ansprüche auf die Stadt, die nun zur französischen Krondomäne kam.ca3

Ab 1247 entstand am linken Flussufer die Unterstadt. Gemäß dem Vertrag von Corbeil (1258) wurde Carcassonne eine Grenzfestung zwischen Frankreich und dem Königreich Aragón. In der Anfangsphase des Hundertjährigen Kriegs eroberten die Engländer 1355 die Unterstadt und brannten sie nieder. 1591 fiel Carcassonne in die Hände der Heiligen Liga, die erst 1596 Heinrich IV. als französischen König anerkannte.ca4

Die Einkaufsstraße Rue Verdun

Die Unterstadt entwickelte sich im Laufe der auf ihre Gründung folgenden Jahrhunderte; hier wohnt auch heute die überwiegende Zahl der Menschen. Demgegenüber ist die heutige Altstadt, insbesondere die Festung auf dem Hügel, im Laufe der Jahrhunderte zunehmend verfallen. Die Festung wurde erstmals 1853 von Eugène Viollet-le-Duc restauriert und liegt heute in der Altstadt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Carcassonne

Katharer – Albi

aAlbi ist die eine französische Gemeinde und die Hauptstadt des DépartementsTarn in der Region Midi-Pyrénées mit 49.342 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013).a1

Garten des Palais de la Berbie

Albi ist Sitz eines katholischen Erzbischofs. Siehe auch: Liste der Erzbischöfe von Albi. Im Jahre 2010 wurde das Ensemble des Bischofsviertels in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.a2

Kathedrale Sainte-Cécile, Südseite

Bereits die Römer haben eine Stadt namens Civitas Albiensium angelegt. Im Jahre 843 übernahm Karl der Kahle die Herrschaft über die Stadt.

Nach Albi wird die religiöse Gemeinschaft der Katharer, die im Mittelalterschweren Verfolgungen durch die Kirche ausgesetzt war, auch Albigensergenannt. In den Albigenserkriegen zwischen 1209 und 1229 wurde Albi beinahe vollständig zerstört.a3

Alte Brücke von Albi

Im Jahre 1678 wurde die Stadt Sitz eines Erzbischofs, seit 1790 ist sie Präfektur des Départements Tarn. Von 1943 bis 1944 war Albi Sitz einer Garnison der Wehrmacht.

  • Bischofsviertel (Cité épiscopale d’Albi): Das Bischofsviertel ist das Herzstück der historischen Altstadt Albis, mit derKathedrale Sainte-Cécile, der Kirche Saint-Salvi und dem Bischofspalast (Palais de la Berbie). 2010 wurde dieses urbane Ensemble in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.a4
  • Museum Toulouse-Lautrec d’Albi: Im Bischofspalast befindet sich ein Museum, welches dem in Albi geborenen MalerHenri de Toulouse-Lautrec gewidmet ist. Neben vielen seiner Werke sind auch zahlreiche Gemälde anderer Künstler, wie etwa Edgar Degas und Auguste Rodin, zu sehen.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Albi

Katharer – Saint-Félix-Lauragais

saSaint-Félix-Lauragais (okzitanisch Sant Felitz de Lauragués) ist einefranzösische Gemeinde mit 1300 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) imDépartement Haute-Garonne in der Region Midi-Pyrénées.sa1

Saint-Félix-Lauragais liegt in der Landschaft des Lauragais, etwa 50 Kilometer Fahrtstrecke in südöstlicher Richtung von Toulouse entfernt. Etwa 20 Kilometer südlich liegt Castelnaudary. Die Kantonshauptstadt Revel liegt nur zehn Kilometer östlich.sa6

Wie aus – heute im Muséum de Toulouse aufbewahrten – Fundstücken (u. a. Steinbeile) hervorgeht, war die Umgebung von Saint-Félix bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Im Mittelalter war der Ort unter Namen Saint-Félix-de-Caraman bekannt.sa3 Im Jahre 1167 (oder 1170?) fand in der Burg eine Katharer-Synode unter der Leitung des Bogomilen-Bischofs Niketas statt, an der führende Katharer aus der Region um Carcassonne, aber auch aus Nordfrankreich und der Lombardei teilnahmen.sa2 Für das Jahr 1205 ist ein Konvent der parfaits (= ‚Vollkommenen‘) in Saint-Félix urkundlich nachgewiesen. Während desAlbigenserkreuzzugs (1209–1229) dürfte der Ort sehr gelitten haben – jedenfalls wurde die Burg zerstört und für das 13. Jahrhundert spricht man von einer Neugründung der Stadt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Saint-F%C3%A9lix-Lauragais

Katharer – Cordes-sur-Ciel

cDer befestigte Bastidenort Cordes-sur-Ciel im Departement Tarn ist beispielhaft für die langen Kämpfe und Auseinandersetzungen der beiden Lager: Entscheidende Rollen spielen die Grafen von Toulouse, vehemente Verteidiger des Katharismus, und die Montforts, Vater und Sohn, Führer des päpstlichen Kreuzzugs. c2
Raymond VII., Graf von Toulouse, gründete 1222 diesen Bastidenort, um die Bewohner des von Simon de Montfort zerstörtes Dorfes neu anzusiedeln. Cordes-sur-Ciel ist berühmt für sein gotisches Erbe. Die Fassaden sind mit rätselhaften Skulpturen geschmückt. Einige Symbole und Episoden der Geschichte der Katharer lassen sich aus ihnen lesen. Außerdem geht die Legende, die Bewohner hätten 1233 drei Inquisitoren in den geheimnisvollen 114 Meter tiefen Brunnen unter der Markthalle gestoßen.  c3

Nicht weit entfernt liegt malerisch in den Schluchten des Aveyron das Dorf Penne. Amaury de Montfort erkämpfte für kurze Zeit die Burg, die heute als gezackte Ruine in den Himmel ragt. Im Namen des Kreuzes hatte Amaurys’ Vater Simon die Region mit Kämpfen überzogen. 1218, während der Belagerung von Toulouse, wurde Simon de Montford in der Nähe des Sorano Theaters getötet. Eine Plakette erinnert daran. c5

Im Süden von Toulouse war das schöne Dorf Saint-Félix-Lauragais ein bedeutender Schauplatz: 1167 fand in der Burg das erste Konzil der Kirche der Katharer statt. Rund 130 Jahre später entstand in Albi im Departement Tarn die monumentale Kathedrale Sainte-Cécile als ein weithin sichtbares  Symbol für den Sieg der etablierten Kirche über die „ketzerischen“ Katharer. c4

In anderen Orten im Departement Tarn, wie Mazamet oder der luftige Adlerhorst Hautpoulin den Bergen der Montagne Noire finden sich ebenfalls noch Spuren der Katharer. c