Pastis, Aphasie und Bluthochdruck

In den ersten 1959 er Jahren meines Lebens war ich meist Sturztrinker aus Freude am Leben. So tanzte ich mit der lieben Ute im Rififi in Berlin lange Nächte Rock ‘n Roll. Sie trug die übliche Kleidung – enger Pullover über prallem Busen, der Rock über plauschigen Petticoats, ein breiter Ledergürtel um die Taille gewürgt.

Das Rififi war Heimat für Journalisten, Theaterschauspieler, Zuhälter, Nutten, Catcher und was sonst noch was zur Gesellschaft dazu gehörte. Amis, die nich sicht benehmen konnten, wurden z.B. einmal von Vater Grupe mit kurzen Kinnhaken gefällt und dann fein säuberlich zum Abholen für die MP in Reih’ in Glied vor die Tür gelegt.

Unser wilder Rock ‘n Roll gefiel dem Boss Alex – wir waren schnell gefreundet, und wenn wir eintrafen, und ich 3 doppelte Vodka für uns bestellt hatte, kamen von ihm weitere 9-10 Doppelte – in 30 bis 54 min. Das war “Sturztrinmken”.

Im Sommer – im frühen Morgen,  fuhren wir zum Wannsee um zu Maden – sackt natürlich. Es war 1959, und man durfte sich nicht erwischen lassen. Aber mit meiner “Berliner Schnauze” ging das schon – ebenso bei Alkohol Test – bei den Schupos, in deren Fänge man schnell geriet, weil es in Berlin riesige Kreisverkehre gab, so gross, dass man die Ausfahrtmöglichkeiten nicht sah, also man hielt – mein Trick war sofort auszusteigen, freundlich lächeln, und so tun, als ob alles in Ordnung sei.

So bin ich auch total “ZU”, nie belästigt worden.

Alex’ Barfrau – auch seine Frau, war eine wirklich herzliche große Blondine. Wir holten sie einen Sommer lang – statt zur Uni zu gehen – mit dem alten Buckeltaunus ab – der Auskuff war kaputt, und wenn ich Ute an der FU abholte, wussten alle ihre Kommilitonen, dass sie jetzt verschwinden würde – also dann fuhren wir zu Alex’ Frau, und wir verbrachten genüssliche heisse Zeiten am Glienicker See. Gleich hinter dem Strandbad begannen die Kornfelder – oft sind wir dort hoch gerannt um uns zu lieben. Bisschen pieksig – aber doch!

Ute bedarf noch weitere Würdigung – für ca sieben Jahre war sie mein eins und alles. Eine starke Frau – und wenn es erlaubt ist – ein Vollweib – am Ende meinte sie, ich wäre zu schwach und faul und würde es nicht “packen”.

Doch zum LevelTrinken. Als introvertierter, hochsensibler Trottel begann ich va 1999 mit dem Pegeltrinken – ich blaupte, dass ich die anstehenden  Probleme nicht anders lieben konne.

Mein Blutdruck mar plötzlich hoch – eine Neuerung, denn bis dahin litt ich oft unter niedrigem Blutdruck – 110-65 – was mir wöchentlich einmal mindestens eklige Migräne bescherte. Da ich es  nicht ausstehen konnte, dabei nicht mehr richtig Denken zu können, knallte ich beim ersten Anzeichen alles mit Übdrdosen von Aspirin, Pyramidon, Gelomida usw. und was es sonst noch gibt, weg.

Nun seit 1999 bestätigte ein Arzt Hochdruck – gottseidank – muss ich heute sagen – hatten mich die persöhlichen Umstände veranlasst, zum “Level” Trinker zu werden. Der Pastis de Marseille – besser als Pernot – 2 % Anis statt 1,5 wie bei Bernot  – hat wohl verhindert – wie der Internist bestätigt – dass mehr passiert ist in punkso Schlaganlall oder Stroke – wie es so schön verharmlosend heisst.

Jetzt neme ich Verflüssiger – eklig – und bin sicher alles un den Griff zu bekommen. Also nicht verzagen! Wie sagt der Kölner: es jot immer wigger!

Leider ist dieses Trinken im Unfeld als Alkoholismus empfunden worden. Vater, Bruder, Schwester, Gatte ist Säufer – eklig – man macht sich sorgen -

Na, ja so isses….

Christoph

 

 

 

 

 

 

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