Hippies in Portugal – Alentejo

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„Wenn ein Alentejer sich aufhängen will, dann pflanzt er ein Bäumchen, legt sich die Schlinge um den Hals und wartet.“71Diesen Witz fällt Nordportugiesen ein, wenn sie im Sommer auf der Autofahrt zur Algarve mal einen Schäfer unter dem Baum liegen sehen. In der Tat wohnt der Region zwischen Lissabon und Spanischer Grenze nicht gerade das Klischee einer hektischen Betriebsamkeit inne, was hauptsächlich der Allgegenwart des Anbaus geschuldet ist. Neben den breitengradüblichen Oliven- und Orangenhainen sind vor allem Korkeichen Stolz und Brot der Region.72 Bizarr, fast wie frittiert sehen sie aus. Gerade sie erfordern besonders viel Geduld, ist doch beim Schälen die Axt behutsam wie ein Skalpell zu führen, sonst haben Parasitenkeime freie Bahn. Dieser Job wird von freien und gut bezahlten Landarbeitern ausgeübt.

#LM Miguel Manso - Tamera, odemira - 21 de agosto de 2014

#LM Miguel Manso – Tamera, odemira – 21 de agosto de 2014

Von der Stadt Alter do Chao aus ist man sozusagen nach vielen Seiten offen. In nordöstlicher Richtung warten mit den Grenzfestungen Marvao und Castelo de Vide zwei Hochkaräter. Marvao ist eine imposante Trutzburg, die zugleich ein kleines Bergdörfchen wie ein Dottersack umschließt. Wenn man durch engen, weißen Gässchen wandert, dann erscheint einem hier die gesamte Region selbst aufs Tablett gehoben. Gerade einmal um die 100 Leute leben hier, viele davon jenseits der sechzig. Es gibt 2 Kneipen, die mit dem abendlichen Absickern der Touristen schließen.74 Das soziale Leben spielt sich hier beim sonntäglichen Kirchgang ab. „Man darf die Einsamkeit nicht fürchten, man muss sie suchen, wenn man hier leben will“ meint Antonio Pires, Art-Direktor in einer Lissabonner Werbeagentur, einer der vielen Wochenendbarone, der hier ein Wochenendrefugium besitzt.75 „Wenn man die Mauern als Schutz vor den Niederungen des Alltags und die Aussicht zum Ausreiten nutzt, dann bekommt man hier oben gute Ideen. Die Weite macht es halt. Schon so manche Kampagne ist hier entstanden, zuletzt für eine Hotelkette.76 „Fehlt nur noch die passende Übernachtung dazu“ war der Slogan. Von der Burg aus hat man einen in der Tat beeindruckenden Ausblick über Korkeichen- und Pinienfelder bis nach Spanien hinein.77

Im benachbarten Castelo de Vide ist neben der ebenfalls imposanten Burg das verwinkelte jüdische Viertel sehenswert. Die Juden mussten in Portugal mit den nördlich der Kirche gelegenen Vierteln vorlieb nehmen, weil dort am wenigsten Sonne hin schien. Im Zuge der Inquisition wurden sie im 16. Jahrhundert auch aus Castelo de Vide vertrieben. Beide Festungen haben mit dazu beigetragen, dass Portugal die bis heute dauerhafteste Grenze der Welt hat. Die spanischen Eroberer von heute nutzen ihre Durchlässigkeit gern wegen dem guten und für sie relativ preiswerten Essen.78

Die Region um Castelo de Vide ist bei deutschen Aussteigern beliebt. In Landhäusern versucht man sich an herrschaftsfreien Kollektiven. Der Austausch mit der einheimischen Bevölkerung ist schon wegen der Sprachbarriere eher gering, aber in den rauchgeschwängerten Bars am Marktplatz erfährt man Näheres. Die Kinder laufen oft barfüssig herum. Zum Teil werden sie gar nicht eingeschult. In Castelo de Vide hat kürzlich eine ganze Kommune beim Löschen eines Hausbrandes geholfen und so den Ruf der Deutsch-Hippies beträchtlich aufpoliert. Höhere Mieten haben viele von ihnen wieder vertrieben. Dem verbliebenen Rest bescheinigt man ein Leben im Einklang mit der Natur. Damit bleibt ein Restposten deutscher Innerlichkeit dieser Region erhalten.
Südwestlich von Alter entpuppt sich das Dreieck Alter, Avis und Sousel als artengerechtes Drahteselterrain. Sehr autoarme Nebenstrassen führen durch nicht allzu hügeliges Gelände, weite Ausblicke sind also garantiert. Der Mix aus Getreide- und Lavendelfeldern macht diese Gegend zur Provence von Portugal. Wenn auch überall die Korkeichen wachsen, so fehlen sie doch am Straßenrand, so dass sich ausgedehnte Ausritte im Hochsommer eher nicht empfehlen. Mit dem Rad gut zu erreichen ist der malerische Stausee bei dem Städtchen Avis mit seinem sehenswerten historischen Kern. Fazit: Ob als Beipack-Region zu Lissabon oder der Algarve oder auch als eigenständiges Ziel hat Alentejo viel Natur, Kultur und Erholung zu bieten. Es ist eine Region, die Touristen eher leise herbei ruft, gerade einmal so viel, wie Schlosshotels und Landgasthöfe in alten Mauern vertragen können.

Hausbrandes geholfen und so den Ruf der Deutsch-Hippies beträchtlich aufpoliert. Höhere Mieten haben viele von ihnen wieder vertrieben. Dem verbliebenen Rest bescheinigt man ein Leben im Einklang mit der Natur. Damit bleibt ein Restposten deutscher Innerlichkeit dieser Region erhalten.79
Südwestlich von Alter entpuppt sich das Dreieck Alter, Avis und Sousel als artengerechtes Drahteselterrain. Sehr autoarme Nebenstrassen führen durch nicht allzu hügeliges Gelände, weite Ausblicke sind also garantiert. Der Mix aus Getreide- und Lavendelfeldern macht diese Gegend zur Provence von Portugal. Wenn auch überall die Korkeichen wachsen, so fehlen sie doch am Straßenrand, so dass sich ausgedehnte Ausritte im Hochsommer eher nicht empfehlen. Mit dem Rad gut zu erreichen ist der malerische Stausee bei dem Städtchen Avis mit seinem sehenswerten historischen Kern. Fazit: Ob als Beipack-Region zu Lissabon oder der Algarve oder auch als eigenständiges Ziel hat Alentejo viel Natur, Kultur und Erholung zu bieten. Es ist eine Region, die Touristen eher leise herbei ruft, gerade einmal so viel, wie Schlosshotels und Landgasthöfe in alten Mauern vertragen können.80

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Infokasten:

Flüge: Lissabon wird von Deutschland aus von TAP, Lufthansa, Germanwings, EasyJet und Air Berlin angeflogen

Übernachtungen: Ein Geheimtipp ist das “Casa Arlindo Correira”, eine sehr gute Ökpension 3km von Alter entfernt, www.pateoreal.com.
Die Kette „Pousadas de Portugal“ hat sich auf komfortable Landhotels in historischen Gemäuern spezialisiert, unter www.pousadas.pt die Region Alentejo eingeben. Beeindruckend ist das unweit von Alter gelegene „Crato Flor de Rosa“, eine ehemalige Burg des Malteser Ordens. Ein sehr gemütliches Familienhotel ist das „Solar dos Lilases“ in Mora, www.solardoslilases.com.81

Fahrradfahren. In Portalegre kann man sich beim Tourismusbüro, Rua Guilherme Gomes Fernandes, 22 (tel. 00351245 307 445) Fahrräder leihen. Ansonsten befindet sich der Lissabonner Verleih „Tejobike, www.tejobike.pt in relativer Flughafennähe. Mit einem entsprechend dimensionierten Leihwagen lassen sich Räder dort bequem abholen.82

Text und einige Fotos: Michael Lösch

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  1. Hi everybody We are a french family (i and my wife and our daugther) who ’s travelling in europe with our van vw of 1976. We are looking for comunities to visit them and learn about them life. We are leaving spain to the portugal today and hope it will be possible to have informations.

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