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1968 erschien im kalifornischen Universitätsverlag University of California Castanedas Buch „Die Lehren des Don Juan“. Beworben mit der Aussage: „Es wurde angenommen, der Westen habe keinen Weg des spirituellen Wissens hervorgebracht, der mit dem großen System des Ostens vergleichbar wäre“, erreichte das Buch binnen drei Jahren eine Auflage von 300.000 Stück.Ähnliches Foto

Eine Aussage, die hinter den „Lehren des Don Juan“ in Castanedas Werken steht, lautet: Der Mensch und die Welt, die ihn umgibt, sind ein unergründliches Geheimnis; nur wer den „Weg des Herzens“ geht und immer seinem Herzen folgt, kann den „Weg des Kriegers“ beschreiten, sein Bewusstsein erweitern und seine Lebensenergie effektiver nutzen. Ähnliches FotoDies geschehe, indem nach und nach eine Umverteilung der Lebensenergie vorgenommen, deren Quantitäten aus unsinnigen Handlungen immer mehr abgezogen und das frei gewordene Potenzial in konstruktive Aktivitäten investiert werde. Die wichtigsten Praktiken in diesem Zusammenhang sind: „Das Bekämpfen des Gefühls der eigenen Wichtigkeit“,[3] „Den Eigendünkel ablegen“, „Den Spiegel der Selbstbetrachtung zerbrechen“ – die Selbstbetrachtung, der Eigendünkel und das Gefühl der eigenen Wichtigkeit sind nach Meinung der Zauberer Eigenheiten, die die Energie des Menschen binden und ihn daher schwächen. Da nach Don Juan das Wesen der Dinge aus solch fließender Energie bestehe, scheint das Kriterium zur Beurteilung von Sinn und Unsinn ihr selbst immanent zu sein.Bildergebnis für Carlos Castaneda - Die Lehren des Don Juan Matus

Laut Castaneda wurde dieses Wissen von den Schamanen/Zauberern aus dem präkolumbischen Mexiko von dem Volk der Tolteken überliefert. Durch diese von Castaneda weiter vermittelten Einsichten in die Eigenschaften des menschlichen Bewusstseins und der Bewusstheit alles Lebenden erfahre der Mensch von der Möglichkeit der Freiheit. Erreichbar sei diese, wenn er eine Lebensweise annehme, die als Weg des Herzens oder Weg des Kriegers bezeichnet wird, wobei diese Lebensweise, oberflächlich betrachtet, Ähnliches erreichen möchte wie der Zen-Buddhismus, beispielsweise das Anhalten des Inneren Dialogs.Ähnliches Foto

Das Kriegertum (Der Weg der Krieger), eine Leistung und Lebenseinstellung, die „nichts mit Akten kollektiver Gewalt oder individueller Dummheit zu tun hat“ (Anspielung auf die unzähligen Revolutionen und Kriege der Menschheitsgeschichte), gründet in der persönlichen Auseinandersetzung mit der Unendlichkeit. Der Pfad der Krieger wurde laut Castaneda ersonnen, um dem Suchenden körperliche und charakterliche Stärke zu geben, damit er die sich ihm in den Weg stellenden Schwierigkeiten erträgt und sich nicht von außergewöhnlichen Wahrnehmungen aus der Bahn werfen lässt. Außerdem soll dieser Pfad dem Krieger die Energie geben, die er braucht, um in unbekannte Welten einzutreten. Castaneda gibt an, dass laut seinem Lehrmeister dessen Linie der Zauberer bereits seit 10.000 Jahren existierte, sie ihren Zenit allerdings vor 3000 Jahren überschritten habe. Zitat: „Ein Krieger befindet sich im Kampf gegen das individuelle Ich, das uns unserer einstigen Fähigkeiten beraubt hat“. Während dieser existenziellen Auseinandersetzung sei zuerst der Montagepunkt – also das Ich/Bewusstsein als die psychische Instanz, die sich zwecks Orientierung Vorstellungen über die Welt montiert – entdeckt worden und schließlich auch das rein energetische Wesen der Dinge, das in Form von leuchtenden Fasern materialisiert, die sich zu Dingen und Lebewesen bündeln.Ähnliches Foto Nur letztere würden jedoch über den Montagepunkt verfügen, in dem sich jeweils eine bestimmte Menge dieser Fasern konzentriere. Der Weg des Kriegers ist als Suche nach der „absoluten Freiheit“ zu verstehen, Castaneda beschreibt es als „Freiheit von den Konventionen der Wahrnehmung“, eine Konvention z. B. zwinge den heutigen Menschen dazu, die Welt als eine Welt von festen Objekten wahrzunehmen, obgleich es dem Menschen möglich sei, sich aus dieser Konvention zu befreien und alles so zu sehen, wie es sei – als Energie. Auf diesem Pfad habe man es mit vier Gegnern zu tun, von denen der letzte für Individuen unüberwindlich bleibt: die Angst, Klarheit, Macht und das Alter. Wiederholt phasenweiser Rückzug des Kriegers aus seinen sozialen Bindungen zwecks objektivierender Betrachtung ihrer Korrektheit sowie die Schwächung des Egos bis hin zum weltanhaltenden Abschalten seines inneren Dialoges (Egozentrik) sind in dieser Lehre die Grundvoraussetzungen für das erfolgreiche Beschreiten des Kriegerpfades.

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