a1Autoscooter oder Autodrom (weitere Namen siehe Sprachgebrauch) bezeichnet ein Fahrgeschäft, das auf vielen Volksfestenund Vergnügungsparks zu finden ist. Im Grundaufbau können kleine Elektroautos, die über Stromabnehmer versorgt werden, frei über eine Fläche gesteuert werden, wobei die Fahrzeuge gegen Rempler mit einem breiten umlaufenden Gummiring gesichert sind. Es können gleichzeitig bis zu 30 Fahrzeuge auf der Fahrfläche fahren.a2

Geschichte

Autoscooter Vogelwiese Dresden

In Deutschland tauchten Autoscooter erstmals auf der Messe Große Ausstellung Düsseldorf 1926 „GeSoLei“ 1926 inDüsseldorf auf. 60 Prozent des Messegeländes präsentierten sich als Rummelplatz. Schon im Folgejahr auf der großen Moerser Kirmes 1927 präsentierte die Firma Peter Tusch aus Krefeld ihren ersten Autoscooter (Autoselbstfahrer).a3

Die Entwicklung begann jedoch im amerikanischen Vergnügungspark Coney Island. In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erregte das Automobil große Aufmerksamkeit; man wollte dieses „Reiche-Leute-Spielzeug“ dem Normalbürger zugänglich machen. Eine der ersten Fahrgeschäfte dieser Art war 1906 Neville’s Automobile Railroad („Nevilles Auto-Bahn“), auf der die einzelnen Wagen noch ähnlich dem mechanischen Pferderennen von einer Schiene geführt wurden. Die Entwicklung ging aber schon bald hin zu frei beweglichen Fahrzeugen. Beim Gadabout und beim Dodge’em hingen sie seit 1919 an einer netzartigen Oberleitung, wie es heute vom Autoscooter her bekannt ist. Andere wurden mit Batterien und später mit Verbrennungsmotoren bestückt, was um 1930 zur Entwicklung der Go-Kart-Bahn führte. Auf Coney Island existieren beide Varianten heute noch, sie stellen jedoch keine Besonderheit mehr dar.a4

Ferner gibt es die von der Kirmes oder dem Wiesenfest bzw. Volksfest bekannten Autoscooter, die mit einem Chip funktionieren, in Freizeitparks wie Schloss Thurn auch in einer anderen Version: Der Aufbau gleicht dem der „Volksfest-Scooter“, jedoch wird beim Betreten des Parks einmal bezahlt für alle Attraktionen und Fahrgeschäfte, was im Gegensatz zum Volks- oder Wiesenfest ein Wechseln des Scooters ermöglicht, ohne einen weiteren Chip „anfangen“ zu müssen.a5

Technik

Das mobile Fahrgeschäft kann auf zwei bis drei LKW untergebracht werden.

Die Autoscooter werden über die Anzahl der dachtragenden  Säulen charakterisiert. Die meisten der heutigen Scooter sind Zweisäulen-Scooter und haben alle wichtigen Teile auf einem so genannten Mittelbauwagen  untergebracht. Hydraulisch aufgeklappt stellt er die Scooterhalle  dar und muss nur noch durch Licht- und Dekoelemente ausgeschmückt werden. Diese Elemente werden, genau wie die Chaisen (Fahrzeuge), in extra Packwagen transportiert. Früher waren meist Sechs- oder Acht-Säulen-Scooter unterwegs, die sehr aufwändig im Aufbau waren, da die komplette Scooterhalle Stück für Stück aus schweren Einzelteilen zusammengesetzt werden musste.a7

In den Anfängen der reisenden Autoscooter bestanden die Scooterhallen aus Holz mit wenigen Eisenteilen. Diese Scooter hatten meist 16 dachtragende Pfosten. Daraus ergibt sich der heutige Sprachgebrauch:

  • Pfostenscooter – Holzbauweise.
  • Sechs-, Acht-, Zehn-, Zwölf-Säulen-Scooter – Stahlbauweise, die aus vielen Einzelteilen per Hand errichtet werden muss.
  • Zwei-Säulen-Scooter – Stahlleichtbauweise auf einem Mittelbauwagen, der auseinandergeklappt wird.a6

Die ersten Zweisäuler  hatten nur das Dach auf dem Mittelbauwagen.  Der komplette Unterbau wurde in separaten Packwagen transportiert und musste von Hand aus Einzelteilen errichtet werden. Bei modernen Zwei-Säulern-Scootern befindet sich bis auf die Chaisen, Licht und Tontechnik alles auf dem Mittelbauwagen.a8

Die Aufbauzeit eines modernen Autoscooters beträgt mit zwei bis drei Personen etwa acht bis zehn Stunden. Für den Abbau wird etwa die Hälfte der Zeit benötigt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Autoscooter