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Das Orakel von Delphi war eine Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Sie befand sich am Hang desParnass bei der Stadt Delphi in der Landschaft Phokis. Die Kultstätte von Delphi mit dem Orakel war die wichtigste der hellenischen Welt und bestand bis in die Spätantike. Delphi galt lange Zeit sogar als Mittelpunkt der Welt, der symbolisch durch den Omphalos markiert wurde.8

Der Kult in Delphi, das bis zum fünften Jahrhundert v. Chr. Pytho hieß, galt laut mythologischem Bericht zunächst der Erdgöttin Gaia und erst später dem Apollon. Der genaue Zeitpunkt der Übernahme des Heiligtums durch Apollon ist nicht mehr feststellbar, doch bereits bei Homer wird von einem Apollonkult in Delphi gesprochen. Funde zeigen einen Aufstieg des Heiligtums ab dem achten Jahrhundert v. Chr.9

Auf die kultische Verehrung der Gaia ist es zurückzuführen, dass Apollon nicht durch einen Priester, sondern durch die Pythia sprach. Diese saß auf einem Dreifuß über einer Erdspalte. Der Überlieferung nach stiegen aus dieser Erdspalte Dämpfe, die die Pythia in einen Trancezustand versetzten. Das Ende des Delphischen Orakels kam durch den christlichen Kaiser Theodosius I., der 391 n. Chr. alle Orakelstätten durch ein Edikt aufhob.10

Für die Alten Griechen war Delphi der Nabel der Welt, praktisch der Mittelpunkt der Welt und allen Geschehens. Symbol dieser Mittelpunktsvorstellung, war der Omphalos, ein Steinmonument, von dem nur noch eine hellenistisch-römische Kopie aus Marmor existiert. Im Museum von Delphi kann man sie betrachten. Wenn man nicht weiß, worum es sich handelt, geht man daran vorbei, denn der runde Stein ist eher unscheinbar. Ähnlichkeit mit einem Nabel konnte ich auch nicht entdecken, eher mit einem Phallus.