Kategorie: Filmkunst

Birnenkuchen mit Lavendel

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Birnenkuchen mit Lavendel (Originaltitel: Le goût des merveilles) ist ein Liebesfilm des Regisseurs Éric Besnard aus dem Jahr 2015. Der Film lief am 10. März 2016 in den deutschen Kinos an.
https://de.wikipedia.org/wiki/Birnenkuchen_mit_Lavendel
Louise Legrand ist verwitwet, hat zwei Kinder und versucht den Hof mit Birnenbäumen und Lavendel ihres Mannes weiter zu führen. Bildergebnis für Birnenkuchen mit LavendelAllerdings kommt sie mit dem Geschäftlichen nicht klar. Die Genossenschaft ist mit der Zahlung im Rückstand, die Bank drängt darauf, den Kredit bezahlt zu bekommen, und rät ihr deswegen, eine Hypothek auf das Haus aufzunehmen. Ihr Nachbar Paul bietet ihr deshalb an, ein Stück Land abzukaufen. Eigentlich möchte er auch die beiden Höfe zusammenlegen und mit der jungen blonden Witwe zusammenleben.

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Falsches Spiel – Le roman de ma femme

82Falsches Spiel (Originaltitel Le roman de ma femme, zu deutsch etwa Die Romanze meiner Frau) ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 2011 von Regisseur Jamshed Usmunov über das rätselhafte Verschwinden eines reichen Mannes. In den Hauptrollen sind Olivier Gourmet und Léa Seydoux zu sehen.80

Handlung

Die junge, sensible Eve ist mit Paul, einem reichen Geschäftsmann, verheiratet. Eines Morgens ist Paul verschwunden. Eve kann ihn nirgends finden, wendet sich schließlich an die Polizei und meldet ihn als vermisst. Der Freund und Berater ihres Mannes, der reiche Anwalt Chollet, begleitet sie dabei.86

Anschließend zieht Eve sich in ihr großes Haus zurück und wartet besorgt auf neue Nachrichten. Sie geht Pauls Unterlagen durch und entdeckt, dass Paul finanziell nicht so gut gestellt war, wie sie immer dachte. Im Gegenteil, er hat viele Schulden hinterlassen, die in nächster Zeit bezahlt werden müssen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Pauls Schulden und seinem Verschwinden? Ist er untergetaucht? Hat er sie allein gelassen? Was wird nun aus ihr?81

Eve erleidet einen Zusammenbruch und wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Den finanziellen Ruin vor Augen, macht sie sich weiter Sorgen und versucht sogar, sich umzubringen, kann aber zunächst beruhigt werden. Maitre Chollet besucht sie und teilt ihr mit, dass Paul an fragwürdigen Geschäften beteiligt war. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Paul ermordet wurde. Chollet kümmert sich eingehend um die verstörte Eve, bezahlt sogar Pauls komplette Schulden, sodass Eve sich keine Sorgen mehr um ihre Zukunft machen muss. Chollet begleitet Eve nach Hause, kocht für sie und erweist sich als überraschend angenehme Gesellschaft. Obwohl er wesentlich älter ist als Eve und äußerlich eher unscheinbar, verliebt sich die junge Frau in Chollet und schläft schließlich mit ihm. Sie werden ein Paar.83

Die Polizei wird auf die neue Entwicklung aufmerksam – aus ihrer Sicht sieht es so aus, als ob Pauls Verschwinden ein abgekartetes Spiel von Eve und Chollet gewesen sein könnte. Eve wird zum Verhör abgeholt und kommt nun erneut unter Druck. Der Inspektor macht ihr klar, dass es viele Möglichkeiten gibt, das Geschehen zu interpretieren, offensichtliche und weniger offensichtliche. Er behauptet auch, dass Chollet die Pleite ihres Mannes über Dritte geschickt verursacht habe.84

Als sie wieder mit Chollet zusammen ist, stellt sich heraus, dass es auch Chollet nicht gut geht. Er ist herzkrank und braucht ein Medikament, bittet daher Eve, zu einer Apotheke zu fahren und es zu besorgen. Eve fährt los, wird aber mehrfach aufgehalten. Als sie wieder zurückkehrt, ist Chollet schon tot. Weinend verlässt Eve das Haus.85

Bei einer Telefonzelle macht sie halt und führt ein Gespräch: Sie ruft Paul an und teilt ihm mit, dass sie „es getan“ habe, er tot sei, und ergänzt, dass sie ihn nie mehr wiedersehen möchte.

 

 

Alejandro González Iñárritu – Babel/Film – Brad Pitt Cate Blanchett

66Babel ist ein Episodenfilm-Drama aus dem Jahr 2006 des Regisseurs Alejandro González Iñárritu, der zusammen mit dem Drehbuchschreiber Guillermo Arriaga die Idee zum Film hatte. Mit Amores Perros aus dem Jahr 2000 und21 Gramm von 2003 bildet der Film den Abschluss einer Trilogie zum Thema Gewalt, Tod und menschliche Abgründe.67

Handlung

Die beiden minderjährigen marokkanischen Brüder Ahmed und Yussef werden von ihrem Vater beauftragt, die Ziegenherde der Familie zu hüten. In der Wüste experimentieren die beiden aber viel lieber mit dem mitgegebenenWinchester-M70-Jagdgewehr, das die Herde vor Angriffen von Schakalen schützen soll. Der Vater hat die Waffe seinem Nachbarn Hassan abgekauft, der sie einst von einem japanischen Jäger geschenkt bekommen hatte.68 Ahmed und Yussef wollen die Reichweite der Büchse austesten, mit der man sein Ziel angeblich aus drei Kilometer Entfernung treffen kann. Der jüngere Yussef zielt gedankenlos auf einen herannahenden Bus, der weiter unten im Tal mit westlichen Touristen unterwegs ist. Unter den Businsassen befindet sich das US-amerikanische Ehepaar Richard und Susan, dem die Reise nach Nordafrika über den Verlust ihres jüngsten Kindes hinweghelfen sollte. Susan, die eine Trennung von ihrem Ehemann erwägt, weil dieser sie nach dem Tod des Kindes verlassen hatte, wird durch das Busfenster hindurch von Yussefs Gewehrkugel getroffen und lebensgefährlich verletzt. 69Vier Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt, steuert der Bus ein Dorf an, in dem sich der verzweifelte Richard per Telefon an die US-amerikanische Botschaft wendet und um Hilfe fleht. Da die Diplomaten jedoch von einem terroristischenAnschlag ausgehen, verzögert sich aus politischen Gründen das Eintreffen des einzigen Krankenwagens der Region.70 So muss Richard seine Frau mit Hilfe einer alten Marokkanerin und eines Tierarztes vor dem Verbluten retten. Erst nach Stunden werden Richard und Susan mit dem Rettungshubschrauber in ein Stadtkrankenhaus inCasablanca geflogen, wo Susan die rettende medizinische Versorgung erhält.7671

Derweil hat die im tausende Kilometer entfernten San Diego befindliche mexikanische Haushälterin Amelia durch einen Telefonanruf ihrer langjährigen Arbeitgeber, Richard und Susan, von den schicksalhaften Ereignissen in Marokko erfahren. Obwohl Richard sie am Telefon bittet, weiterhin bei den daheim gebliebenen zwei Kindern des Ehepaares zu bleiben, sucht die Mexikanerin nach einem Babysitter, um an den bevorstehenden Hochzeitsfeierlichkeiten ihres Sohnes im nahegelegenen Mexiko teilnehmen zu können.74Als sie niemanden findet, der die ihr anvertrauten Zöglinge abnehmen kann, beschließt Amelia, die Kinder mit über die Grenze in ihr Heimatland zu nehmen. Bei der Wiedereinreise in die USA legt sich Amelias hitzköpfiger Neffe Santiago jedoch mit den ihn provozierenden US-amerikanischen Grenzbeamten an, denen es seltsam vorkommt, dass zwei amerikanische Kinder mit zwei Mexikanern in einem Fahrzeug unterwegs sind.73 Nachdem Amelia keine Vollmachtserklärung der Eltern vorweisen kann und der angetrunkene Santiago auch noch einen Alkoholtest machen soll, durchbricht er mit seinem Wagen den Grenzübergang in Richtung USA. Beim Versuch, die Grenzpolizei abzuhängen, verlässt er die Straße und lässt Amelia und die beiden Kinder allein in der kalifornischen Wüste zurück, um sie später wieder mitzunehmen. Am nächsten Tag lässt Amelia die Kinder zurück, um Hilfe zu holen und wird halb verdurstet und in Tränen von der Polizei aufgegriffen und verhaftet. Es stellt sich heraus, dass sie illegal in den USA arbeitet. Nach ihrer Festnahme wird ihre Abschiebung eingeleitet. Während des Verhörs durch den Grenzbeamten erfährt Amelia, dass die Kinder in der Wüste gefunden wurden und am Leben sind.75

Parallel zu den beiden Ereignissen versucht in Tokio die junge Chieko den Selbstmord ihrer Mutter zu verarbeiten. Die Tochter des Geschäftsmannes und früheren Jägers Yasujiro, der vor Jahren bei einer Safari in Marokko sein Winchester-Gewehr zum Dank seinem einheimischen Jagdführer Hassan schenkte, ist nett, hübsch und gehörlos. Chieko scheint ihrem Vater eine Teilschuld am Tod ihrer Mutter zu geben und schottet sich förmlich von ihm ab. Zwar ist Yasujiro als alleinerziehenderVater bemüht, aber hoffnungslos überfordert, die Heranwachsende im Zaum zu halten. Die angeborene Kommunikationsbarriere erschwert es Chieko besonders, Kontakte zum anderen Geschlecht zu knüpfen, obwohl sie wie verrückt flirtet. Die häufige Ablehnung gibt ihr das Gefühl, allein in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein. Spaß sucht das Mädchen in Drogen, Alkohol und Partys in der mit Lärm, Musik und Stimmen erfüllten asiatischen Millionenmetropole. Zwar kann Chieko die ohrenbetäubende Musik in der Diskothek nicht hören, spürt aber die Beats und taucht für einen kurzen Moment glücklich in der Menschenmenge unter, bis sie mit ansieht, wie ihre Freundin den von ihr umworbenen Jungen küsst. Wieder zu Hause, sucht sie weinend Nähe und Intimität bei einem Polizisten, den sie zuvor bei der Suche nach Informationen über das verhängnisvolle Gewehr ihres Vaters kennengelernt hatte.[3] In der Schlussszene steht Chieko nackt auf dem Balkon und blickt in das Lichtermeer von Tokio. Ihr heimkehrender Vater tritt hinzu und sie umarmen sich, frei von Vorwürfen und Schuldzuweisungen.

Marlon Brando – Der letzte Tango in Paris 1972

31Aus akuten finanziellen Gründen sagte Brando 1972 seine Mitwirkung in einer Produktion der Paramount zu, die den Titel Child’s Play tragen und von zwei Lehrern (Marlon Brando und James Mason) eines exklusiven katholischen Internats handeln sollte, deren Rivalität zu dramatischen Ereignissen führt. Während der Dreharbeiten, die im Herbst 1972 in New York begannen und von Sidney Lumet geleitet wurden, verlangte Brando, dass das Drehbuch umgeschrieben und die Aufnahmen an einem anderen Ort durchgeführt werden sollten, woraufhin der Produzent David Merrick Brando kurzerhand entließ und ihn durch den Schauspieler Robert Preston ersetzte.32

Im Laufe des Jahres 1971 entwickelten Luigi Luraschi, Chef der Paramount in Rom, und der 31-jährige Regisseur Bernardo Bertolucci das Konzept für den italienisch-französischen Film, der später unter dem Titel Der letzte Tango in Paris berühmt wurde. Das Drehbuch war Marlon Brando auf den Leib geschrieben, Brando unterzeichnete den Vertrag jedoch erst im November 1971 nach Verhandlungen mit Alberto Grimaldi, der den Film koproduzieren wollte. Grimaldi erhob seit der Produktion des Films Queimada nämlich hohe Schadensersatzforderungen gegen Brando, die er anbot fallen zu lassen, wenn Brando die Rolle übernähme.33

Der letzte Tango in Paris erzählt die Geschichte eines von Weltschmerz erfüllten, desillusionierten und verzweifelt einsamen Mannes, der nach dem Tode seiner Frau besessen ist von einer schönen Studentin (Maria Schneider), mit der er in einer leeren Wohnung anonymen Sex hat, bei dem er sie dominiert und unterwirft. ObwohlDer letzte Tango in Paris später als Meisterwerk des erotischen Films gepriesen wurde, ging es Bertolucci nicht um Erotik, sondern darum, einen Mann in sexueller Obsession, in Isolation, Trauer, Schmerz und Verzweiflung zu zeigen.35

Die zehnwöchigen Dreharbeiten fanden in Paris statt und begannen im Februar 1972. Bertolucci benutzte das Skript nur als groben Leitfaden, der Brando in die richtige Stimmung versetzen sollte, um im Sinne des Method Acting aus seinem eigenen emotionalen Reservoir zu schöpfen. Bertolucci gab Brando breiten Raum zur Improvisation – ganze Szenen des Films sind improvisiert –, in der auf geradezu klinische Weise die Seelenlage des Protagonisten ausgelotet wird. Wie in den besten seiner früheren Filme verlieh Brando dem Charakter des Paul eine extreme Vielschichtigkeit und eine Zerrissenheit, unter der ein tiefes existentielles Dilemma erkennbar wurde. 40Paul benutzte Sex als Waffe, um seiner unterschwellig brodelnden Wut Luft zu machen und um Rache zu üben an sozialen Konventionen; daneben zeigte er jedoch Momente von Zartheit und Schmerz, die mit seinem Frauenhass in einem beunruhigenden Kontrast standen. Der letzte Tango in Paris war ein sehr intimer Film, in dem Brando mehr von seiner Persönlichkeit preisgab als in irgendeinem anderen Film.36

Nach der Uraufführung, die am 14. Oktober 1972 auf dem New York Film Festival stattfand, wurde der Film von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Veranlasst durch seine sexuelle Explizitheit entstand jedoch eine öffentliche Kontroverse, mit der die Produzenten nicht gerechnet hatten.39 Während beispielsweise die Filmkritikerin Pauline Kael urteilte, Der letzte Tango in Paris sei „der packendste erotische Film, der je gemacht worden ist“, fanden die italienischen Behörden den Film obszön und reichten gegen Grimaldi, Bertolucci, Brando und Schneider Klage ein, die schließlich vom Gericht abgewiesen wurde.37

Als der Film daraufhin erst Anfang 1973 in die Kinos kam, waren die Erwartungen des Publikums stark angeheizt. Die Meinungen gingen dann weit auseinander; viele Zuschauer und Kritiker fanden den Film pornografisch; andere, die ihn mit echten Pornos verglichen, fanden ihn langweilig. Besonders scharf wurde Der letzte Tango in Paris von feministischen Kritikern verurteilt.38 Den Produktionskosten von 1,4 Millionen Dollar standen jedoch Einspielergebnisse in Höhe von 45 Millionen Dollar gegenüber; Marlon Brando hat an dem Film mindestens 4 Millionen Dollar verdient. Zwei der namhaftesten US-amerikanischen Kritikervereinigungen – die National Society of Film Critics und der New York Film Critics Circle – zeichneten seine schauspielerische Leistung mit ihrem Hauptpreis aus

Jim Jarmusch – Broken Flowers

22Broken Flowers ist eine Tragikomödie von Regisseur Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte. Kinostart in Deutschland war am 8. September 2005, mehr als eine halbe Million Zuschauer besuchten die Vorstellungen. In die Schweizer Kinos kam der Film am 10. November 2005.23

Bei den Filmfestspielen von Cannes lief der Film 2005 im Wettbewerb um die Goldene Palme, er wurde mit demGroßen Preis der Jury ausgezeichnet.29

Handlung

Gerade als der etwas in die Jahre gekommene IT-Fachmann und ewige Junggeselle Don Johnston von seiner jungen Freundin Sherry verlassen wird, erhält er einen anonymen Brief (rote Tinte auf rosafarbenem Briefpapier), der ihn davon in Kenntnis setzt, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der sich aufgemacht haben soll, ihn zu suchen.25

Dons Nachbar Winston, ein begeisterter Hobby-Detektiv, drängt ihn, eine Liste seiner ehemaligen Freundinnen aufzustellen, die für den Brief in Frage kommen. Winston findet bei seinen Nachforschungen heraus, was aus den fraglichen fünf Frauen geworden ist. Eine von ihnen ist inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zu den verbliebenen vier erstellt Winston für Don einen kompletten Reiseplan mit Flug-, Auto- und Hotelbuchungen. Schließlich kann er den zögerlichen Don dazu bringen, sich auf diese Odyssee quer durchs Land zu den potentiellen Absenderinnen zu begeben.30

Es ist nicht nur eine Reise zu Johnstons „Ehemaligen“, vielmehr handelt es sich um eine ironisch zugespitzte Führung durch die US-amerikanische Gesellschaft und ihre unterschiedlichen Lebensstile.27

Dons Reise verläuft höchst ereignisreich, aber keine der Frauen kann (oder will?) ihm Hinweise auf den besagten Sohn geben, und so kehrt er nach Hause zurück. Dort trifft er vor einem Restaurant einen jungen Mann, von dem er am Ende annimmt, es könnte sich um seinen Sohn handeln. Doch der nimmt Reißaus. Don verfolgt ihn zu Fuß, bleibt allerdings auf einer Kreuzung stehen und sieht dem rennenden Jugendlichen nach. Der Film endet damit, dass Don auf einen vorbeifahrenden VW-Käfer aufmerksam wird, aus dem dieselbe Musik dringt, die auch er hört. Aus dem Fenster lehnt sich ein junger Mann, der ihn anstarrt. Er trägt eine ähnliche Jacke wie der Jugendliche, den Don zuvor für seinen Sohn gehalten hat.

Soundtrack

Die Filmmusik wurde von dem äthiopischen Jazzmusiker Mulatu Astatke komponiert und eingespielt. Sein Song „Yekermo Sew“ sowie Jarmusch-typische Motive von Straßenszenen bilden das Zwischenspiel des Films. Ferner sind auf dem Soundtrack u. a. Songs von Sleep, Holly Golightly, The Brian Jonestown Massacre, Marvin Gaye und den Greenhornes zu hören.

 

Mystery Train – Jim Jarmusch

17Mystery Train ist ein im Jahr 1989 in den USA gedrehter Film von Jim Jarmusch.

Handlung18

Verschiedene Menschen verbringen eine Nacht im Hotel Arcade in Memphis, der Heimatstadt von Elvis. In drei Episoden erfährt man, wie die japanischen Touristen Jun und Mitsuko über Rock’n’Roll diskutieren (Episode „Far from Yokohama“), wie die permanent plaudernde Dee Dee, die sich eben gerade von ihrem Freund Johnny getrennt hat, mit der Italienerin Luisa, die ihren verstorbenen Mann nach Italien zurückbringen will, das Zimmer teilt (Episode „A Ghost“), und schließlich, wie Johnny mit Will und seinem vermeintlichen Schwager Charlie deprimiert die Nacht totschlägt, bis er zur Waffe greift (Episode „Lost in Space“).19

Trivia

  • Jun weist in einer Szene auf einen am Straßenrand geparkten weißen Cadillac hin. Dies mag als ein Verweis auf das Stück „Brand new Cadillac“ gesehen werden, das sich auf dem Album London Calling von The Clash befindet. Immerhin ist der Darsteller des Johnny deren Gitarrist und Sänger Joe Strummer.20
  • Die Protagonisten aller Episoden hören irgendwann eine Radiosendung, in der das Lied „Blue Moon“ in der Version von Elvis gespielt wird. Die Stimme des Radiomoderators gehört Tom Waits, der drei Jahre zuvor in Jarmuschs Film Down by Law einen ebensolchen spielte.

 

The Limits of Control – Jim Jarmusch

8The Limits of Control (dt. Alternativtitel: Der geheimnisvolle Killer) ist ein Spielfilm von Jim Jarmusch aus dem Jahr2009.9

Ein wortkarger Mann trifft in einem Madrider Flughafen ein und wird auf eine mysteriöse Reise durch Spanien geschickt. Er begegnet immer wieder ebenso mysteriösen Menschen, die nach ritualisierter Erkennungsfloskel mit ihm Streichholzschachteln austauschen. Diese enthalten kleine Zettel mit jeweils drei Zeilen Buchstaben und Zahlen. Der Mann liest die Zettel und verschluckt sie mit Espressokaffee.10 Während seine Partner bei den Treffen pseudophilosophische und poetische Monologe halten, wobei einige Sätze immer wieder variiert werden, sagt der Einsame fast kein Wort. Zwischen den Treffen sitzt er in Cafés, bestellt immer zwei Espressi, betrachtet Bilder im Museum, verbringt die Nächte wach und angezogen im Bett und macht Tai-Chi-Übungen.11 Die Verführungsversuche einer gelegentlich im Hotelzimmer auftauchenden nackten Frau weist er zurück: „Niemals während ich arbeite.“12

Schließlich gelangt der Einsame mit der Bahn und über einen weiteren Kontakt in die spanische Einöde zu einem schwer bewachten Anwesen, vor dem schwarze Limousinen parken. Ein Hubschrauber, der schon vorher immer wieder zu sehen war, landet. Der Einsame dringt „durch seine Vorstellungskraft“ in das Anwesen ein. Er hat eine sehr kurze, kryptische Unterhaltung mit einem Amerikaner, der verächtlich durchblicken lässt, dass er nicht die geringste Ahnung habe, was die Welt am Laufen hält. Der Einsame erdrosselt den Amerikaner auftragsgemäß mit einer Gitarrensaite, danach kehrt er nach Madrid zurück. In der Schlusssequenz zieht er sich auf einer Toilette im 13Atocha-Bahnhof um, entsorgt seinen „Dienstanzug“ im Schließfach und verlässt diesen Ort.

Der Filmtitel „The Limits of Control“ ist einem Essay-Titel des Underground-Literaten und Dichters William S. Burroughs entlehnt, einer der Lieblingsdichter von Jarmusch. Das Skript war mit anfangs 25 Seiten sehr schmal gehalten, erst während der Dreharbeiten entstanden die Dialoge.

Um dem Zuschauer das Gefühl zu geben, sich „auf einem Trip“ zu befinden, wählte Jarmusch für die Taxifahrt des Auftragskillers vom Madrider Flughafen in die Stadt hinein nur die unsauberen und missglückten Aufnahmen aus. „Der Zuschauer soll die neue Welt ganz und gar mit den Augen des Helden sehen und dabei spüren, wie die Eindrücke auf ihn einstürmen.“ Den Eindruck der visuellen Authentizität erhöhte Jarmusch auch durch die Wahl des Filmmaterials. Anstelle der „sehr gesättigten, leuchtenden Kodak-Farben“ verwendeten er und sein Kameramann Chris Doyle ein „eher blasse[s] Material von Fuji“.14

Mit dem Hauptdarsteller Isaac de Bankolé ist Jim Jarmusch seit 25 Jahren befreundet. Er schätzt an dessen Schauspielkunst die eindrucksvolle körperliche Präsenz bei zugleich minimaler Mimik und Gestik, was ihm eine „unerhörte Expressivität“ verleihe.15

Zu seinen Bildkompositionen im Film meinte Jarmusch: „Es ist mein Ziel, dass die Zuschauer solche Bilder sehen, als wären sie Gemälde. Und dass sie, wenn sie das Kino verlassen, diese Gegenstände wieder ganz anders wahrnehmen. Die Geschichte ist zweitrangig. Es gibt eine Geschichte, aber eher versteckt. Ich lasse die dramatischen Dinge gern weg. Mich interessieren eher die Charaktere und ihre Interaktionen. Ich zeige, wie meine Figuren Dinge anschauen und dabei die Zeit vergeht.“

Die Wand – Film

wDie Wand ist eine auf dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer basierende Literaturverfilmung aus dem Jahr 2012. Martina Gedeck spielt in dem österreichisch-deutschen Drama nach dem Drehbuch und unter der Regie von Julian Pölsler die Hauptrolle.2

Handlung

Zusammen mit einem befreundeten Paar begibt sich eine Frau auf eine einsame Jagdhütte in den österreichischen Bergen. Als dieses Paar gegen Abend noch ins Dorf geht, legt sich die Frau schlafen und stellt am nächsten Morgen fest, dass die beiden nicht zurückgekehrt sind. 5Zusammen mit dem Hund Luchs macht sie sich auf die Suche und stößt dabei gegen eine unsichtbare Wand, die sie nicht durchbrechen kann und hinter der alles menschliche Leben wie eingefroren erscheint.4

Isoliert von der Zivilisation ist die Frau aus der Stadt gezwungen, sich mit ihrer neuen Situation zu arrangieren. Sie wird zur Bäuerin und Jägerin. Eine Kuh und eine Katze laufen ihr zu.7 Die Kuh bekommt dann noch ein männliches Jungtier; die Katze gebiert ebenfalls ein Junges, welches sie wegen des weißen Fells „Perle“ nennt. Im Sommer zieht sie mit den Tieren auf die Alm. Im zweiten Sommer trifft sie dort auf einen Mann, der den jungen Stier und ihren Hund mit einer Axt tötet. Daraufhin erschießt sie ihn mit einem Jagdgewehr.6

Im dritten Jahr schreibt die Frau, basierend auf ihren Notizen, auf den Rückseiten von Kalenderblättern und Geschäftsbriefen einen Bericht über ihre Zeit im Wald. Der Film endet, als sie alles Papier in der Hütte vollgeschrieben hat.

 

Roberto Rossellini – Rom, offene Stadt

roRom, offene Stadt ist ein italienischer Spielfilm von Roberto Rossellini aus dem Jahr 1945. Er wurde noch während des Krieges vorbereitet und ist ein Vertreter des italienischen Neorealismus.ro1

Italien, das 1943 im Zweiten Weltkrieg die Fronten gewechselt hat, ist von den Deutschen besetzt. Seit dem 14. August 1943 ist Rom zur offenen Stadt erklärt worden. Der Ingenieur Giorgio Manfredi und der Priester Don Pietro Pellegrini arbeiten im Widerstand gegen die Deutschen und die italienischen Faschisten. Kommunisten, Sozialisten und Monarchisten sind dabei verbündet. Der Freund des Ingenieurs, der Drucker Francesco, ist mit der Witwe Pina verlobt, die mit ihrer Familie ein karges Leben führt.ro2 Ihr Sohn aus erster Ehe, Marcello, hilft dem Widerstand, indem er Bomben schmuggelt. Marina, die ehemalige Geliebte Giorgios führt einen vergleichsweise aufwendigen Lebensstil, da sie sich reiche Liebhaber hält. Für Luxusgüter und Drogen verrät sie die Widerstandskämpfer, die auch für tödliche Anschläge auf Wehrmachtssoldaten verantwortlich sind.ro3 Der Kommandeur der Gestapo, Major Bergmann, verhaftet Giorgio, den Priester und einen weiteren Komplizen. Dieser erhängt sich im Gefängnis. Giorgio soll Namen der Komplizen preisgeben und weigert sich. Er wird zu Tode gefoltert. Währenddessen äußert ein Offizier Zweifel am Herrenmenschentum der Nazis und zieht ein ernüchterndes Fazit des Zweiten Weltkrieges: Dieser habe nur dazu geführt, dass das Deutsche Volk von ganz Europa gehasst werde. Bergmann, der die Italiener als Sklavenvolk betrachtet, verbietet seinem Offizier, diese Gedanken zu äußern. Als Marina die Leiche des gefolterten Giorgios erblickt, bricht sie zusammen. Der Film endet mit der Exekution des Priesters. Eigentlich soll er von einem Erschießungskommando italienischer Faschisten hingerichtet werden, doch alle schießen daneben. Schließlich tötet der deutsche Offizier den Priester mit einem Kopfschuss aus seiner Pistole.ro5

Hintergrund

Basierend auf miteinander verbundenen Episoden werden mehrere Figuren dargestellt, so die verschiedenen Mitglieder des Widerstands, von denen einer eine Beziehung zu einer verwitweten Mutter hat, die er zu heiraten plant. Der Priester sieht die Unterstützung als Erfüllung seiner Glaubenspflicht an. Es treten verschiedene Polizisten auf, die zum Teil mit den Deutschen zusammenarbeiten, zum Teil einfach nur ihre Arbeit machen wollen. Auch die Deutschen werden differenziert dargestellt. Der örtliche Leiter der Gestapo verachtet die Italiener, ein anderer Offizier erkennt, dass das Verhalten der Deutschen nur Hass und Widerstand schürt. Dass die Widerständler gefasst werden, liegt schließlich nur an der Kollaboration ihrer Landsfrau, die für Drogen und aus finanziellen Gründen mit den Besatzern zusammenarbeitet.

Das Drehbuch entstand unter Mitwirkung von Federico Fellini. Es basiert auf tatsächlichen Ereignissen, die Roberto Rossellini in einem sehr sachlichen, dokumentarischen Stil verfilmte. Der Film bildete den Auftakt zu RossellinisNeorealistischer Trilogie (siehe auch Paisà, 1946 und Deutschland im Jahre Null, 1948)

Von den Schauspielern des Ensemble-Filmes ist aus heutiger Sicht lediglich Anna Magnani bekannt, für die der Film den Grundstein ihrer Weltkarriere darstellte.

Die FSK urteilte am 8. September 1950, der Film zeige „die historische Wahrheit, wenn auch überdreht“; „Heute jedoch, in einer neuen europäischen Situation, müssen von einer öffentlichen Vorführung völkerverhetzende Wirkungen befürchtet werden, die im Interesse einer allgemeinen, besonders einer europäischen Völkerverständigung unbedingt zu vermeiden sind.“ Sie verbot deshalb die öffentliche Vorführung des Films in der Bundesrepublik Deutschland. Für geschlossene Klub-Vorführungen war die Originalfassung des Films freigegeben. Ende 1960 prüfte die FSK eine leicht gekürzte und geänderte deutsche Fassung; Anfang 1961 gab sie sie frei. Die Änderungen schwächen einige Stellen ab; einige Dialog-Veränderungen bewirkten Sinnentstellungen. Die Arthaus-DVD (erschienen 1999) enthält die Original-Tonspur (neben der deutschen Synchro) und auch eine Dokumentation über die Audio-Zensur der deutschen Tonspur. Die ebenfalls von der deutschen Zensur getilgte Folterszene findet sich auf der Arthaus-DVD indes nicht.[2] An dem Haus in derVia degli Avignonesi, einem der wesentlichen Drehorte, erinnert seit 1995 eine Plakette an den Film.

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