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Feta – Salzlakenkäse

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Salzlakenkäse (selten auch als Weiß-Laken-Käse bezeichnet) ist ein Käse, der in Salzlake (Sole) reift.

Salzlakenkäse aus verschiedenen Ländern

Er wird aus verschiedenen Milchsorten hergestellt; aus Kuhmilch, Schafmilch, Milchmischungen aus Kuhmilch mit Schafmilch, Milchmischungen aus Schafmilch mit Ziegenmilch, und seltener aus Büffelmilch.121

Salzlakenkäse wird im deutschsprachigen Raum oft mit dem griechischen Feta gleichgesetzt. Eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2002 schützt jedoch mit dem Namen „Feta“ die geographische Herkunft aus Griechenland, wobei die nationalen griechischen Gesetze eine Herstellung dieses Käses auf traditionelle Art und Weise vorschreiben, was u. a. die ausschließliche Verwendung von Schafs- oder Ziegenmilch umfasst.122

Salzlakenkäse, der aus günstigerer Kuhmilch hergestellt wurde oder der zwar aus Schafs- oder Ziegenmilch hergestellt wurde, aber nicht aus Griechenland stammt, ist unter Bezeichnungen wie Hirtenkäse oder Balkankäse im Handel erhältlich.

Beschreibung123

Der Salzlakenkäse hat ein weißliches bis cremefarbiges Aussehen: Bei Verwendung von Kuhmilch leicht gelblich, mit Schafmilch weiß, mit Ziegenmilch noch heller, da Ziegenmilch kein Beta-Karotin enthält, was sonst Gelbfärbung erzeugt. Er hat keine Rinde.

Salzlakenkäse ist ein halbfester Schnittkäse. Je nach Fettgehalt, der bei Schafmilch besonders hoch ist, lässt er sich fast schmieren. Er bricht und krümelt leicht. Seine Oberfläche ist mäßig feucht. Das Innere ist geschlossen, eine leichte Bruchlochung ist möglich. Bei bakterieller Verunreinigung der Milch (coliforme Bakterien) sind Hohlräume im Käse vorhanden. Bei der Lebensmittelkontrolle wird verlangt, dass in 0,1 g Käse keine coliformen Bakterien nachweisbar sind.125

Sein Geschmack ist mäßig salzig-säuerlich bis mild oder würzig. Er hat ein frisches säuerliches Aroma. Der Kochsalzgehalt beträgt 3–5 %. Sein Fettgehalt erreicht bis zu 60 % Fett i. Tr. (Rahmstufe) (mindestens 45 % Fett i. Tr. bei Herstellung aus Schafmilch. Das entspricht einem absoluten Fettgehalt von ca. 22 %.) Die Trockenmasse beträgt 52–56 %. Der Wassergehalt darf maximal 54 % betragen.

Der Salzlakenkäse hat einen hohen Kalzium-Gehalt. In der Lake ist er mindestens 6 Monate haltbar.

Angebrochene Packungen werden durch den Kontakt mit Luft schnell geschmacklich unattraktiv. Der Käse vergärt schnell und schmeckt dadurch alt und pappig. Die Lagerung in Wasser oder Salzlake verhindert ein Austrocknen des Käses.

In den Handel kommt der Käse luftdicht in Folie eingeschweißt (mit etwas Lake) oder in Weißblechdosen. Wegen des sehr hohen Salzgehaltes bei einigen Marken kann der Käse bei Bedarf für einige Stunden in eine Schüssel mit Wasser eingelegt werden, um den Salzgehalt etwas zu reduzieren.

In Griechenland und der Türkei wird der Salzlakenkäse auch oft in Olivenöl eingelegt, eventuell zusammen mit verschiedenen Kräutermischungen.

Herstellung

Messer zum Schneiden des Käsebruchs

Die Herstellung erfolgte früher auf den Dörfern zur Selbstversorgung in Eigenproduktion auf denkbar einfache Weise.

Die Milch wird in einen Topf gegeben, als Koagulans wird 2–3 ml Enzym aus Kälbermagen hinzugegeben (Lab [bulgarisch мая за сирене „Käsehefe“]: 20 ml Enzym (das vorher zwecks besserer Vermischung in Wasser verrührt wurde) auf 10 Liter Milch geben und gründlich verrühren). Dadurch gerinnt die Milch nach ca. einer Stunde vollständig zu einer gallertartigen Masse (Fachausdruck: Dickete), die in der teilweise abgeschiedenen klaren Molke liegt. Ein leichtes Anwärmen der Milch auf etwa 35 °C beschleunigt diesen Prozess noch. Bei unbehandelter Milch empfiehlt sich zuerst das Pasteurisieren (Erhitzung auf 70 °C).

Das Lab (Rennin, chemisch fachspr.: Chymosin) wurde früher ausschließlich aus Kälbermägen gewonnen. Ein dem Lab funktionell entsprechendes Enzympräparat wird heute mikrobiell hergestellt und ist ebenfalls unter dem Namen Rennin bekannt. Das Lab bewirkt die Gerinnung des Milcheiweißes, des Caseins, wobei das in der Molke verbliebene Eiweiß erst dann zu gerinnen anfängt, sobald es wärmebehandelt wird.

Der geronnenen Masse (Käsebruch) wird die gesamte Molke entzogen. Dazu wird die Masse für 2 Stunden in einem Tuch aufgehängt und dann nochmals für 6 Stunden ausgepresst. Die abgeschiedene Molke wird aufgefangen, um daraus die Salzlake herzustellen. Die Käsemasse wird dann in Würfel zu ca. 1 kg geschnitten und mit einer Salzlake (ca. 15 % Salzgehalt; 200 g Salz auf 1 Liter Molke) übergossen. In dieser Salzlake reift der Käse 45–60 Tage unter Luftabschluss (er muss vollständig bedeckt sein) bei einer Temperatur von 10 °C. Die Salzlake zur Aufbewahrung des Käses enthält nur 120 g Salz auf 1 Liter Molke.

Im Unterschied zum Feta fermentiert der bulgarische Salzlakenkäse (Sirene, bulg. Сирене [ˈsirene]) bei der Reifung unter dem Einfluss des Lactobacillus bulgaricusund entwickelt dadurch seinen säuerlichen Geschmack. Diese Bakterien gelangen durch die Zugabe von etwas Joghurt in angesetzte Milch.126

Der Lactobacillus bulgaricus gibt ihm seinen spezifischen Geschmack und sein spezifisches Aroma. Auch die typische Bruchneigung und pilzartige Konsistenz erhält er durch den Lactobacillus bulgaricus, weil sich Bläschen mit Kohlendioxid im Käse bilden. Im Vergleich zum Joghurt reift der Käse (Fermentierung) sehr langsam, da die Temperatur zur Reifung nur 10 °C beträgt.

Die Salzlake entzieht dem Käse weiter Wasser, er wird dadurch hart und bekommt seine halbweiche Konsistenz. Die Salzlake gibt ihm außerdem einen starken Salzgeschmack und konserviert den Käse (siehe auch Einsalzen). Durch Erhöhung des Salzgehaltes in der Lake kann man den Reifungsprozess abkürzen, dadurch wird der Käse aber sehr salzig, was für seine schlechtere Qualität spricht.

Diese Art der Sirene-Herstellung („Schafskäse“-Herstellung) eignete sich gut für die Selbstversorgung in den bulgarischen Dörfern. Die Bauern hatten Milch aus eigener Produktion (meist Schafe, weniger Kühe, nie Ziegen), nur die Kulturen mussten gekauft werden. Aus einem Liter Milch erhält man ca. 200 g Salzlakenkäse.

Ouzo

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Ouzo (griechisch Oύζο) ist eine griechische Anisspirituose.

Geschichte

Die Frage, wann und wo der erste Ouzo gebrannt wurde, ist nicht abschließend geklärt. Der Ouzo entstand wahrscheinlich aus demTsipouro bzw. Rakı, der bereits seit dem 15. Jahrhundert sowohl von der griechischen als auch von der türkischen Bevölkerung imOsmanischen Reich gebrannt wurde. Der Ouzo wird nachweislich seit dem 19. Jahrhundert produziert.

Seine Beliebtheit nahm nach dem Griechisch-Türkischen Krieg 1922 zu, da er zu den favorisierten Spirituosen von Griechen aus der Türkei gehörte, vermutlich beeinflussten diese mit eigenen Destillerien die heutige Ouzo-Herstellung.

Besonders viele Ouzo-Destillerien gibt es auf der Insel Lesbos.114

In Deutschland wurde Ouzo mit dem Werbespruch Ich trink Ouzo, was machst du so beworben. Dieser ging in die Werbegeschichte ein.

Etymologie

Einer wissenschaftlichen Quelle zufolge kommt das Wort ouzo vom türkischen üzüm, „Bund Trauben“ oder „Traubensud“. Eine andere These besagt, Ouzo sei früher zum Export in Holzkisten verpackt worden, die auf italienisch mit Uso di Marsiglia („zum Gebrauch in Marseille“) beschriftet waren. Daraus habe sich später Ouzo als Bezeichnung für die Spirituose entwickelt112

Herstellung

Ouzo wird aus reinem Alkohol hergestellt, dem neben verschiedenen Kräutern und Gewürzen vor allen Dingen Anis und/oder Fenchelsamen hinzugefügt werden, die das charakteristische Aroma von Ouzo bestimmen. Qualitativ höherwertiger Ouzo wird nach dieser Prozedur erneut gebrannt und teilweise über Jahre gelagert. Ouzo wird mit etwa 40 Vol.-% Alkoholgehalt in Flaschen verkauft.

Bekanntere Hersteller von Ouzo sind Ouzo 12, Plomari, Mini, Pilavas und Tsantali. Einige Marken wurden mittlerweile von internationalen Spirituosenkonzernen aufgekauft.

Geschützte Herkunftsbezeichnung

Die Bezeichnung Ouzo wird durch die EU-Spirituosenverordnung geschützt.[4] Sie stellt demnach eine besondere Spirituose mit Anis dar. Ouzo darf nur durch die Destillation von Alkohol gewonnen werden und darf nur mit bestimmten Pflanzen und Samen aromatisiert werden, darunter Fenchelsamen, Koriander und Mastix(Pistacia lentiscus oder latifolia) aus Chios.

Der Mindestalkoholgehalt muss dabei 37,5 Volumenprozent betragen.[5] Ouzo darf auch nur in Griechenland und dort nur in bestimmten Gebieten hergestellt werden, muss farblos sein und darf einen Zuckergehalt von bis zu 50 g/l haben.

Servieren

Kalter Ouzo in Gläsern

Die Trinksitten des Ouzo variieren auch in Griechenland sehr stark. Ouzo wird dort nur als Digestif pur getrunken, weitaus häufiger ist das Reichen zu Mezedes (kleine Speisen wie Octopus, Käse etc.), wo er am Tisch mit Wasser verdünnt getrunken wird, immer häufiger auch mit Eis. Entsprechend seiner Bedeutung als Verdauungsschnaps wird der Ouzo in der Volksmedizin als Mittel gegen Magenkrämpfe empfohlen. In Nordgriechenland wird Ouzo auch als Schuss (1 Teelöffel) zu einem Kaffee ohne Milch beigegeben.

In Deutschland wird Ouzo meist stark gekühlt als Aperitif getrunken, was in Griechenland eher unüblich ist, sowie auch für Mixgetränke und Cocktails verwendet.

Beim Vermischen mit Wasser oder stark gekühlt wird Ouzo durch den Louche-Effekt milchig-trüb. Man nennt diesen Vorgang auch Opaleszieren. Ist der Ouzo sehr stark, setzt bei zu starker Kühlung eine Kristallisation ein.

Ouzo

Das natürlich wichtigste Gewürz für die Zubereitung von Ouzo stellt Anis dar. Der Ursprung des Wortes Anis (lateinisch: Pimpinella anisum) geht auf ein Missverständnis zurück. Da Anis zu früheren Zeiten mit der Pflanze Dill verwechselt wurde, rührt der Ursprung des Wortes Anis aus der griechischen Bezeichnung für Dill, nämlich „ανηθον“ (Lautschrift: Anithon).

 

Anis

 

Der Anis ist eine einjährige Pflanze, das heißt, von der Keimung des Samens, bis zur Ausreife des neuen Samens vergeht ein Jahr. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 0.5 Meter. Die Anispflanze kennzeichnet sich durch ein sehr starkes Aroma. Genau dieses Aroma bildet den charakteristischen Geschmack des Ouzo. Je trüber der Ouzo bei einem bestimmten Mischungverhätnis, desto mehr Ouzo ist in ihm enthalten. Anis hat auch eine anerkannte Heilwirkung. Er wird zum Beispiel als Hustenmittel oder bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Anis kann für diesen Zweck auch als Tee genoßen werden. Dafür verwendet man etwa einen Teelöffel Anis für eine Tasse Tee. Der Tee sollte dabei etwa 10 Minuten ziehen.

Neben der Verwendung in Schnäpsen und Likören wird Anis in der westlichen Küche vor allem für Brot oder Kuchen eingesetzt.

Die Früchte reifen von August bis September. Für die Zubereitung von Ouzo wird oft sogenannter Sternanis verwendet:

 

Sternanis

Bild: Brian Arthur

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Beim Sternanis steckt in der Hülle mehr Aroma als in den Kernen. Daher wird der Sternanis bei der Verwendung mit Kernen und Hüllen gemahlen. Sternanis hat einen süßen und lakritzigen Geschmack.

Urprünglich kommt Anis aus dem östlichen Mittelmeerraum. Heute soll der beste Anis der Welt aus Lisbori auf Lesvos in Griechenland kommen.

Griechische Inseln – Die Tempel: Limnos

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Limnos (neugriechisch Λήμνος (f. sg.), in der Antike altgriechisch Λῆμνος, Lemnos) ist eine griechische Insel in der Nord-Ägäis. Seit 2011 bildet die Insel die Gemeinde Limnos (Δήμος Λήμνου) und gemeinsam mit Agios Efstratios denRegionalbezirk Limnos (Περιφερειακή Ενότητα Λήμνου) in der Region Nördliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 zählt die Insel 16.992 Bewohner. Verwaltungssitz sowie wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Insel ist die mehr als 5.000 Einwohner zählende Stadt Myrina.91

Mythologie

In der griechischen Mythologie war Limnos die Insel des Hephaistos, der hier wegen der Vulkantätigkeit dieser Insel seine Schmiede gehabt haben soll. Er wurde besonders bei einem „Erdfeuer“ in der Nähe der Stadt Hephaisteia im Norden der Insel verehrt. Auch die Kabiren, die Söhne des Hephaistos, hatten hier ihren Kult.

Ein anderer Mythos berichtet von dem sogenannten lemnische Frevel. Demnach brachten die Frauen von Limnos alle Männer um, um selber zu regieren. Als ihnen dann die Männer zur Fortpflanzung fehlten, versuchten sie, die Argonauten zu verführen – nur mit Mühe konnte Herakles die Männer zur Weiterfahrt überreden. Auf dem Feldzug gegen Troja wurde Philoktet hier von den Griechen zurückgelassen.

Geschichte98

Die bisher früheste menschliche Präsenz auf einer Ägäisinsel konnte im Südosten von Limnos nachgewiesen werden. Sie datiert zum Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 15.000 Jahren. Wegen der großen Anzahl von Mikrolithen wird der FundortOuriakos als Lagerplatz von Jäger und Sammlergruppen interpretiert.

Aufgrund seiner Lage spielte Limnos seit der Frühbronzezeit (ca. 3200–2000 v. Chr.) eine bedeutende Rolle im Ägäishandel. Die Insel verfügte über ein bemerkenswertes Siedlungsnetz, bevorzugt auf Halbinseln oder niedrigen Hügeln in Küstennähe mit fruchtbarem Umland und sicheren Ankerplätzen. Neben den beiden großen Siedlungszentren Myrina im Westen undPoliochni im Osten existierten mit Ausnahme des Nordwestens an allen Küstenregionen Siedlungen. Besonders dicht war die Besiedelung um den Golf von Moudros. Die heutige Insel Koukonisi war im Gegensatz zu Poliochni durchgehend besiedelt. Vom Inselinneren sind deutlich weniger Siedlungen bekannt.94

Eine frühe Erwähnung der Insel findet sich bereits auf Linear-B-Täfelchen aus dem mykenischen Pylos. Dort ist das weibliche Ethnikon ra-mi-ni-ja (Lāmniai) aufgeführt,[6] aus dem hervorgeht, dass man „Sklavinnen aus Lamnos“ unterhielt.[7] Von dem Ethnikon kann auf den mykenischen Namen ra-mo-no (Lāmnos) für die Insel geschlossen werden.95

Um 800 v. Chr. wurde Limnos von Griechen erobert, die jedoch nach etwa 100 Jahren von den Tyrsenern wieder vertrieben wurden. Erst nach der Eroberung durch Miltiades (der sich dabei skurrilerweise auf den „lemnischen Frevel“ berief) gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. konnten die Griechen hier endgültig Fuß fassen.96

In die Zeit der tyrsenischen Herrschaft wird eine 1885 gefundene Grabstele datiert, deren Inschrift man der nun als lemnisch bezeichneten Sprache zuordnet und die Verwandtschaftsbeziehungen zum Etruskischen aufweist. Dieser Fund belebte die bereits in der Antike aufgenommene Diskussion über die Herkunft der Etrusker neu, deren Wirken man eigentlich auf das Gebiet zwischen der westlichen Apennin-Halbinsel (ausgehend von Etrurien), Sardinien und Sizilien begrenzt.

Limnos gehörte von der Eroberung durch Miltiades an zu Athen. Ab der hellenistischen Epoche teilte die Insel das Schicksal des übrigen Griechenland.

Ab 1657 war ganz Limnos von den Türken erobert.97

 

Griechische Inseln – Die Tempel: Samos

80

Die griechische Insel Samos (griechisch Σάμος (f. sg.), türkisch Sisam) liegt in der östlichen Ägäis und ist der ionischen Küste Kleinasiens vorgelagert. Sie bildet seit 2011 gleichzeitig die Gemeinde Samos (Δήμος Σάμου) und denRegionalbezirk Samos (gr. Periferiaki Enotita Samou Περιφερειακή Ενότητα Σάμου) in der Region Nördliche Ägäis. Die Insel hat 32.977 Einwohner.

Verwaltungssitz ist die gleichnamige Stadt Samos, früher auch Kato Vathy (Κάτω Βαθύ) oder Limin Vatheos (Λιμήν Βαθέος) genannt.81

In der Antike war Samos ein wichtiges Handelszentrum und für die Schifffahrt von großer Bedeutung. Sie wurde mit Beinamen wie Anthemis, die „Blühende“; Pitioussa, die „Pinieninsel“; Dryoussa, die „Eicheninsel“; Kyparissia, die „Zypresseninsel“;Phillas, die „Laubreiche“, sowie Parthenia, die „Jungfräuliche“, und Parthenoaroussa bezeichnet. Die Insel war außerdem für ihre rote, glänzende Keramik berühmt, die die Römer in ihren so genannten „Samischen Tonwaren“ (Terra Sigillata) nachahmten. Besonders mächtig war die Insel unter Polykrates (532–522 v. Chr.), der dort eine bedeutende Seeherrschaft gründete, schließlich aber vom persischen Satrapen Oroites durch trügerische Versprechungen nach Kleinasien gelockt und hingerichtet wurde. Sein Bruder Syloson unterjochte später die Insel mit persischer Hilfe und beherrschte sie nach grausamer Verwüstung als persischer Satrap. Der Baumeister Mandrokles, der – wie Herodot berichtet – für den persischen Großkönig Dareios I. eine Schiffsbrücke über den Bosporus baute und damit seinem Heer 493 v. Chr. den Weg nach Griechenland öffnete, stammte von Samos.84

479 v. Chr. wurde die Insel nach der Schlacht von Mykale von der persischen Herrschaft frei und im gleichen Jahr Mitglied des1. Attischen Seebundes als nicht steuerzahlendes Glied. Der Aufstand der Inselbewohner im Jahr 440 v. Chr. wurde von Perikles niedergeschlagen, Samos wurde wieder zu einem Vasallen Athens.85

Während des Peloponnesischen Krieges (431–404 v. Chr.) stand Samos auf der Seite Athens gegen Sparta und stellte seinen Hafen der athenischen Flotte zur Verfügung. In den späteren Kriegsjahren erhielt Samos deshalb seine Privilegien zurück. Samos fiel im Jahr 387 v. Chr. erneut an Persien, wurde jedoch 366 v. Chr. von Athen zurückerobert.

365 v. Chr. eroberte der attische Feldherr Timotheos nach zehn Monaten Belagerung die Hauptstadt, vertrieb die gesamte Bevölkerung und besetzte die Insel mit attischen Kleruchen, welche hier, wie Inschriften zeigen, ein eigenes Gemeinwesen mit besonderen Beamten bildeten.

Erst nach dem Tod Alexanders des Großen wurde die Insel durch Perdikkas den Samiern zurückgegeben (322 v. Chr.).86

Später gehörte sie zeitweilig zu Ägypten, kämpfte mit Antiochos dem Großen und Mithridates gegen Rom und wurde 84 v. Chr. mit der römischen Provinz Asienvereinigt.

Griechische Inseln – Die Tempel: Korfu

70

Korfu (griechisch Kérkyra (Κέρκυρα) [kʲɛrkʲira] (f. sg.)) ist mit 585,312 km² die zweitgrößte der Ionischen Inseln und die siebtgrößte Griechenlands.[1] Sie liegt südöstlich des italienischen „Stiefelabsatzes“ und nähert sich, getrennt durch die Straße von Korfu, im Norden bis auf zwei Kilometer der albanischen Küste. Wegen ihres für mediterrane Verhältnisse ausgeglichenen Klimas mit mediterranen, submediterranen und zentraleuropäischen Elementen wird Kerkyra auch „die grüne Insel“ genannt. Sie zählt zu den wohlhabendsten Regionen Griechenlands.71

Korfu bildet zusammen mit den Diapontischen Inseln und einigen kleineren Eilanden die Gemeinde Korfu. Diese Gemeinde und die Gemeinde Paxi bilden zusammen den Regionalbezirk Korfu, der bis zur Umsetzung desKallikratis-Programms den Status einer Präfektur innehatte. Hauptort ist die gleichnamige Stadt Korfu bzw. Kerkyra. Die Inselbewohner werden Korfioten genannt.72

Korfu wird bereits um 1200 v. Chr.[7] auf einem Linear-B-Täfelchen aus dem Palast des Nestor bei Pylos erwähnt, auf dem von einem „Mann aus Korkyra“ (ko-ro-ku-ra-i-jo) die Rede ist.[8] Korfu gehörte nicht zum mykenischen Kulturkreis, jedoch gab es während der späten Bronzezeit Handelsbeziehungen, wie Funde mykenischer Keramik an verschiedenen Orten der Insel bezeugen.73

Griechische Siedler aus Eretria gründeten im 8. Jahrhundert v. Chr. eine erste Kolonie. Durch ihre vorteilhafte Lage an der Straße von Otranto kontrollierte Kerkyra den Zugang in den Westen und zu den Küsten des Adriatischen Meeres. Im Jahr 734 v. Chr. vertrieb der Oikist Chersikrates, der aus Korinth stammte und die Stadt aufgrund innerer Unruhen verließ, mit einer Streitmacht die eretrischen Kolonisten, die sich daraufhin in Thrakien niederließen und die Stadt Methone gründeten.

Kerkyra stieg sehr rasch zu einer Seemacht auf. Im Jahr 664 v. Chr. besiegte es die Mutterstadt Korinth in der laut Thukydides ersten Seeschlacht in Griechenland und löste sich damit von dessen Vorherrschaft. 480 v. Chr. stellte Korfu die zweitgrößte Flotte der Griechen, 60 Schiffe, nahm aber nicht aktiv am Krieg gegen die Perser teil. Der Historiker Thukydides sieht im Konflikt zwischen Korfu und Korinth um die Stadt Epidamnos und dem Schutzbündnis, das die Athener Korfu gewährten, einen der Anlässe für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges. Während dieses Konfliktes kam es 427 zu einer blutigen Stasis (Bürgerkrieg) in der Polis Kerkyra, die Thukydides später sehr eindringlich beschrieb. Im 4. Jahrhundert v. Chr. dehnten die Korfioten ihren Einfluss auf das Festland aus. Zeitweise besetzten sie Butrint, eine wichtige Polis der Chaonier.74

In der hellenistischen Zeit (ab 300 v. Chr.) war die Unabhängigkeit Korfus bedroht. Die Insel wurde von Abenteurern aus Syrakus überfallen, und makedonische Könige, gefolgt von illyrischen Piraten, nutzten die Insel für Beutezüge gegen römische Handelsschiffe.75

In der Folge des Kriegs der Römer gegen die illyrische Königin Teuta wurde Korfu die erste römische Provinz in Griechenland. Später war Korfu Teil der römischen Provinz Macedonia, und in augusteischer Zeit wurde die Insel der Provinz Epiros zugeschlagen.

Griechische Inseln – Die Tempel: Kefalonia

60

Kefalonia (neugriechisch Κεφαλονιά [kʲɛfalɔˈnja], altgriechisch Κεφαλληνία, Kephallēnía, ital. Cefalonia und früher teilw. Cefalogna) ist eine griechische Insel am Ausgang des Golfs von Patras und Teil der Präfektur Kefallinia. Sie ist mit 734,014 km² die größte der Ionischen Inseln. Die Insel hat nach vielen Jahren der Landflucht nun eine starke Bevölkerungszunahme durch Zuwanderung zu verzeichnen (21,9 % in den Jahren 1991 bis 2001, die zweithöchste in Griechenland). Heute wohnen etwa 40.000 Einwohner auf Kefalonia. Im einheimischen Sprachgebrauch wird die eigene Insel zumeist „Kefalliniá“ (Κεφαλληνιά) genannt und mit Doppel-L geschrieben.61

Der wichtigste Ort auf der Insel ist Argostoli an der Südwest-Küste, gefolgt von Lixouri. Die höchste Erhebung ist der Berg Ainos mit 1.628 m über NN. Kefalonia ist eine beliebte Urlaubsinsel. Die Insel wird im Sommer hauptsächlich von Briten besucht und ist touristisch gut erschlossen. Auch zahlreiche Italiener nutzen die Gewässer um die buchtenreiche Insel als Bootsrevier. Von Juni bis September sind die Übernachtungszahlen der Touristen am höchsten, ab Oktober halten sich vor allem Athener als Gäste dort auf.

Kefalonia war bereits vor 110.000 bis 35.000 Jahren von Neandertalern bewohnt; belegt ist dies durch Steinwerkzeuge62

Es gibt seit der Antike Vermutungen, dass Kefalonia mit der in der Odyssee zum Besitz des Odysseus gerechneten Insel Same übereinstimmt. Aus der mykenischen Zeit sind Funde überliefert, darunter ein großes, reich ausgestattetes Kuppelgrab bei Tzanata, das alle bisher bekannten Grabbauten dieser Phase im Nordwesten der Peloponnes übertrifft.64

Im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. gehörte die Insel zum Einflussbereich von Korinth, wurde aber um 375 v. Chr. durch den Feldherrn Timotheus zum Anschluss an den von Athen dominierten Attischen Seebund gezwungen. In der Antike lagen auf der Insel vier Städte: Pale, Sami, Prinni und Krani („Kefalonische Tetrapolis“). Kefalonia war eine wichtige Station auf dem Weg von Sizilien und Italien nach Griechenland. Der Geograph Skymnos schreibt von der „Insel der Kephallenier“. Die politische Lage hinderte eine größere Bedeutung der Insel, die auch zu den Peloponnesischen Kriegen keine Schiffe stellte.

Griechische Inseln – Die Tempel: Chios

50

Die griechische Insel Chios (griechisch Χίος (f. sg.); türkisch Sakız Adası) bildet seit 2011 die Gemeinde Chios (Δήμος Χίου) und gemeinsam mit der Inselgruppe Inousses, mit Psara und Andipsara sowie einigen kleineren unbewohnten Inseln den Regionalbezirk Chios (Περιφερειακή Ενότητα Χίου) in der Region Nördliche Ägäis.53 Mit einer Fläche von 842,796 km ist Chios die fünftgrößte Insel Griechenlands und die zehntgrößte im Mittelmeer.  Nach der Volkszählung von 2011 hatte die Insel insgesamt 51.390 Einwohner. Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum der Insel ist die Stadt Chios mit 26.850 Einwohnern.51

Die Insel Chios ist seit fünf Jahrtausenden bewohnt. Archäologische Funde in den Höhlen von Agios Gala wurden auf 3000 v. Chr. datiert. Nahe der Stadt Emborio gab es Funde aus der Zeit 2.600–2.000 v. Chr. Eine frühe Erwähnung der Insel findet sich auf Linear-B-Täfelchen aus dem mykenischen Pylos. Dort ist das weibliche Ethnikon ki-si-wi-ja aufgeführt. Der erste überlieferte König von Chios wurde Amphialos oder Amphiklos genannt.55 Er wurde von einem Orakel nach Chios geschickt. Später besiedelten die Ionier aus Kleinasien die Insel. Um 700 v. Chr. wurde Chios Seemacht und Zentrum der Kultur und des Handels. Dies war eine Blütezeit für die Insel, deren Bewohner zu den reichsten im ägäischen Meer gehörten. Der Wohlstand der Insel basierte auch auf dem Sklavenhandel, der seit der Antike bis in der Neuzeit dort betrieben wurde. Laut Theopompos waren es die Griechen auf Chios, die den ersten Sklavenmarkt eröffneten.52

Um 512 v. Chr. wurde Chios durch die Ausdehnung des persischen Reiches erobert. Nachdem die Perser in den Schlachten von Salamis und Platäa besiegt worden waren, vertrieb man auch den persischen Statthalter von Chios. Die Insel erlebte in der Zeit des Attischen Seebundes eine zweite Blüte. Diese Periode endete mit dem Peloponnesischen Krieg, wo es sich von Athen löste und Sparta anschloss. Hiernach folgte eine Zeit der Instabilität. Chios ist noch verschiedene Bünde mit den Athenern, Alexander dem Großen und den Römern eingegangen. In dieser Periode hat sich das Machtzentrum vom ägäischen Meer zum Festland verschoben. Die frühen Jahre des ersten Jahrtausends waren durch viele Erdbeben gezeichnet. Chios war von 1304–1329 und von 1346–1566 eine genuesische Kolonie, danach wurde sie von den Osmanen erobert und gehörte von 1566–1912 zum osmanischen Reich.

Griechische Inseln – Die Tempel: Rhodos

40

Rhodos (neugriechisch Ρόδος Ródos [ˈrɔðɔs] (f. sg.); altgriechisch Ῥόδος Rhódos) ist mit 1.401,459 km² die viertgrößte Insel Griechenlands und Hauptinsel der griechischen Inselgruppe Dodekanes in der Südost-Ägäis.42

Die Insel bildet seit 2011 die Gemeinde Rhodos und zusammen mit den Inselgemeinden Megisti, Symi, Tilos und Chalki den Regionalbezirk Rhodos (Περιφερειακή Ενότητα Ρόδου) in der Region Südliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 hatte die Insel 115.490 Einwohner,[2] davon fast die Hälfte in der Stadt Rhodos, dem Hauptort und touristischen Zentrum im Norden.43

Das Wappentier von Rhodos ist der springende Hirsch, der Elafos genannt wird.

Rhodos (neugriechisch Ρόδος Ródos [ˈrɔðɔs]  altgriechisch Ῥόδος Rhódos) ist mit 1.401,459 km² die viertgrößte Insel Griechenlands und Hauptinsel der griechischen Inselgruppe Dodekanes in der Südost-Ägäis.44

Die Insel bildet seit 2011 die Gemeinde Rhodos und zusammen mit den Inselgemeinden Megisti, Symi, Tilos undChalki den Regionalbezirk  Rhodos (Περιφερειακή Ενότητα Ρόδου) in der Region Südliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 hatte die Insel 115.490 Einwohner,[2] davon fast die Hälfte in der Stadt Rhodos, dem Hauptort und touristischen Zentrum im Norden.

Das Wappentier von Rhodos ist der springende Hirsch, der Elafos genannt wird.

 

 

Griechische Inseln – Die Tempel: Kreta

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Kreta (griechisch Κρήτη Kriti (f. sg.); schon im mykenischen Griechisch belegt im Wort ke-re-si-jo we-ke = Krēsio-wergēs (transkribiert aus der Linearschrift B); türkisch Girit, früher auch italienisch Candia (von arabisch Khandaq„Graben“)) ist die größte griechische Insel und mit 8.261,183 Quadratkilometern Fläche sowie 1.066 Kilometern Küstenlinie die fünftgrößte Insel im Mittelmeer (nach Sizilien, Sardinien, Zypern und Korsika). Die Region Kreta umfasst 8.336 Quadratkilometer und schließt einige umliegende Inseln mit ein, von denen die vor der kretischen Südküste gelegene, bewohnte Insel Gavdos den südlichsten Punkt Europas markiert.

Die Insel hat insgesamt 625.000 Einwohner (Stand 2012). Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum Kretas ist Iraklio, die mit etwa 173.993 Einwohnern gleichzeitig die größte Stadt Kretas darstellt.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Kretas und Namenforschung Kreta

Karte von Kreta aus dem Jahr 1861

Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. durchgängig besiedelt, die ältesten Spuren menschlicher Bewohner reichen jedoch mindestens 130.000 Jahre zurück, wie archäologische Funde an neun Stätten im Süden der Insel belegen.

Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1450 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger. Durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich verdrängt.23

In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortyn ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung. Die ab 67 v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste der Kyrenaika.

Venezianischer Hafen von Rethymno

Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde zwischen 824 und 961 von der Eroberung Kretas durch Muslime unterbrochen, die das Emirat von Kreta gründeten. Die Insel fiel jedoch im 10. Jahrhundert an die Byzantiner zurück.24 Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 bis 1648 eroberten die Türken fast die gesamte Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein, nur Candia hielt einer Belagerung bis 1669 stand. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die osmanische Oberhoheit wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein umfassender Bevölkerungsaustausch vereinbart. Rund 50.000 Türken mussten die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten auf Kreta.25

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die an strategisch wichtiger Position gelegene Insel Kreta im Mai 1941 in derLuftlandeschlacht um Kreta von der deutschen Wehrmacht erobert und bis 1945 besetzt gehalten. Verschiedene Widerstandsbewegungen kämpften, unterstützt von britischen Agenten, gegen die deutsche Besatzungsherrschaft. Die Wehrmacht verübte in zahlreichen kretischen Orten Massaker und Geiselerschießungen. Der Partisanenkrieg der politisch unterschiedlich positionierten Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzung ging ab 1946 fast nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg über.

Griechenland: Inseln

 

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Mit total 3.054 (Inseln, Inselchen, Eilande, Felseninseln, Felsen und Riffe) Inseln verwaltet Griechenland rund 82 Prozent aller Inseln des Mittelmeers, ihre Fläche beträgt aber nur ein knappes Viertel der Mittelmeerinseln und nur etwa 19 Prozent der griechischen Landfläche. Dennoch umspannen sie ein großes Gebiet: von Agios Nikolaos als nördlichster Insel bis zur Südspitze von Gavdos im Süden sind es rund 695 Kilometer, zwischen Othoni im äußersten Westen und Strongyli, der östlichsten Insel Griechenlands, liegen rund 992 Kilometer Luftlinie. Nach der letzten griechischen Volkszählung von 2011 sind noch 113 Inseln im Meer und vier Binneninseln dauerhaft bewohnt.17

Fast alle griechischen Inseln liegen im Ionischen Meer oder in der Ägäis, deren spätmittelalterliche italienische Bezeichnung arcipelago zum Begriff für Inselgruppen schlechthin wurde. Sie gliedern sich grob in die Inselgruppen der Ionischen Inseln im gleichnamigen Meer, während nach antiker Tradition die Inseln der Ägäis in die Gruppen derKykladen und Sporaden eingeteilt werden.18 Vier der dreizehn griechischen Regionen (Ionische Inseln, Nördliche und Südliche Ägäis sowie Kreta) erstrecken sich ausschließlich auf Inseln. Moderne Bezeichnungen für große griechische Inselgruppen sind Nordägäische Inseln,Ostägäische Inseln und Dodekanes.19

Im Gebirgsland Griechenland sind auch nahezu alle größeren Inseln bergig. Die höchste Erhebung auf einer Insel ist mit 2.495 m. ü. d. M. der Gipfel des Psiloritis auf Kreta. Einige der Inseln sind vulkanischen Ursprungs, am bekanntesten von ihnen dürften die Inseln des zuletzt im 2. Jahrtausend v. Chr. ausgebrochenen Vulkans Santorin sein (vgl. Minoische Eruption).19

Die nach Fläche 10 größten griechischen Inseln
Insel km2 Region
1 Kreta 8.261 (Präfektur Kreta 8.336 km²) Ägäisches Meer
2 Euböa 3.661,6 Ägäisches Meer
3 Lesbos 1.636 Ägäisches Meer
4 Rhodos 1.401,5 Ägäisches Meer
5 Chios 842,8 Ägäisches Meer
6 Kefalonia 734,0 Ionisches Meer
7 Korfu 585,3 Ionisches Meer
8 Samos 477,9 Ägäisches Meer
9 Limnos 476,3 Ägäisches Meer
10 Zakynthos 406,6 Ionisches Meer

21Mit total 3.054 (Inseln, Inselchen, Eilande, Felseninseln, Felsen und Riffe) Inseln verwaltet Griechenland rund 82 Prozent aller Inseln des Mittelmeers, ihre Fläche beträgt aber nur ein.

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