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Kategorie: Jim Jarmusch

Jim Jarmusch – Broken Flowers

22Broken Flowers ist eine Tragikomödie von Regisseur Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte. Kinostart in Deutschland war am 8. September 2005, mehr als eine halbe Million Zuschauer besuchten die Vorstellungen. In die Schweizer Kinos kam der Film am 10. November 2005.23

Bei den Filmfestspielen von Cannes lief der Film 2005 im Wettbewerb um die Goldene Palme, er wurde mit demGroßen Preis der Jury ausgezeichnet.29

Handlung

Gerade als der etwas in die Jahre gekommene IT-Fachmann und ewige Junggeselle Don Johnston von seiner jungen Freundin Sherry verlassen wird, erhält er einen anonymen Brief (rote Tinte auf rosafarbenem Briefpapier), der ihn davon in Kenntnis setzt, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der sich aufgemacht haben soll, ihn zu suchen.25

Dons Nachbar Winston, ein begeisterter Hobby-Detektiv, drängt ihn, eine Liste seiner ehemaligen Freundinnen aufzustellen, die für den Brief in Frage kommen. Winston findet bei seinen Nachforschungen heraus, was aus den fraglichen fünf Frauen geworden ist. Eine von ihnen ist inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zu den verbliebenen vier erstellt Winston für Don einen kompletten Reiseplan mit Flug-, Auto- und Hotelbuchungen. Schließlich kann er den zögerlichen Don dazu bringen, sich auf diese Odyssee quer durchs Land zu den potentiellen Absenderinnen zu begeben.30

Es ist nicht nur eine Reise zu Johnstons „Ehemaligen“, vielmehr handelt es sich um eine ironisch zugespitzte Führung durch die US-amerikanische Gesellschaft und ihre unterschiedlichen Lebensstile.27

Dons Reise verläuft höchst ereignisreich, aber keine der Frauen kann (oder will?) ihm Hinweise auf den besagten Sohn geben, und so kehrt er nach Hause zurück. Dort trifft er vor einem Restaurant einen jungen Mann, von dem er am Ende annimmt, es könnte sich um seinen Sohn handeln. Doch der nimmt Reißaus. Don verfolgt ihn zu Fuß, bleibt allerdings auf einer Kreuzung stehen und sieht dem rennenden Jugendlichen nach. Der Film endet damit, dass Don auf einen vorbeifahrenden VW-Käfer aufmerksam wird, aus dem dieselbe Musik dringt, die auch er hört. Aus dem Fenster lehnt sich ein junger Mann, der ihn anstarrt. Er trägt eine ähnliche Jacke wie der Jugendliche, den Don zuvor für seinen Sohn gehalten hat.

Soundtrack

Die Filmmusik wurde von dem äthiopischen Jazzmusiker Mulatu Astatke komponiert und eingespielt. Sein Song „Yekermo Sew“ sowie Jarmusch-typische Motive von Straßenszenen bilden das Zwischenspiel des Films. Ferner sind auf dem Soundtrack u. a. Songs von Sleep, Holly Golightly, The Brian Jonestown Massacre, Marvin Gaye und den Greenhornes zu hören.

 

Mystery Train – Jim Jarmusch

17Mystery Train ist ein im Jahr 1989 in den USA gedrehter Film von Jim Jarmusch.

Handlung18

Verschiedene Menschen verbringen eine Nacht im Hotel Arcade in Memphis, der Heimatstadt von Elvis. In drei Episoden erfährt man, wie die japanischen Touristen Jun und Mitsuko über Rock’n’Roll diskutieren (Episode „Far from Yokohama“), wie die permanent plaudernde Dee Dee, die sich eben gerade von ihrem Freund Johnny getrennt hat, mit der Italienerin Luisa, die ihren verstorbenen Mann nach Italien zurückbringen will, das Zimmer teilt (Episode „A Ghost“), und schließlich, wie Johnny mit Will und seinem vermeintlichen Schwager Charlie deprimiert die Nacht totschlägt, bis er zur Waffe greift (Episode „Lost in Space“).19

Trivia

  • Jun weist in einer Szene auf einen am Straßenrand geparkten weißen Cadillac hin. Dies mag als ein Verweis auf das Stück „Brand new Cadillac“ gesehen werden, das sich auf dem Album London Calling von The Clash befindet. Immerhin ist der Darsteller des Johnny deren Gitarrist und Sänger Joe Strummer.20
  • Die Protagonisten aller Episoden hören irgendwann eine Radiosendung, in der das Lied „Blue Moon“ in der Version von Elvis gespielt wird. Die Stimme des Radiomoderators gehört Tom Waits, der drei Jahre zuvor in Jarmuschs Film Down by Law einen ebensolchen spielte.

 

The Limits of Control – Jim Jarmusch

8The Limits of Control (dt. Alternativtitel: Der geheimnisvolle Killer) ist ein Spielfilm von Jim Jarmusch aus dem Jahr2009.9

Ein wortkarger Mann trifft in einem Madrider Flughafen ein und wird auf eine mysteriöse Reise durch Spanien geschickt. Er begegnet immer wieder ebenso mysteriösen Menschen, die nach ritualisierter Erkennungsfloskel mit ihm Streichholzschachteln austauschen. Diese enthalten kleine Zettel mit jeweils drei Zeilen Buchstaben und Zahlen. Der Mann liest die Zettel und verschluckt sie mit Espressokaffee.10 Während seine Partner bei den Treffen pseudophilosophische und poetische Monologe halten, wobei einige Sätze immer wieder variiert werden, sagt der Einsame fast kein Wort. Zwischen den Treffen sitzt er in Cafés, bestellt immer zwei Espressi, betrachtet Bilder im Museum, verbringt die Nächte wach und angezogen im Bett und macht Tai-Chi-Übungen.11 Die Verführungsversuche einer gelegentlich im Hotelzimmer auftauchenden nackten Frau weist er zurück: „Niemals während ich arbeite.“12

Schließlich gelangt der Einsame mit der Bahn und über einen weiteren Kontakt in die spanische Einöde zu einem schwer bewachten Anwesen, vor dem schwarze Limousinen parken. Ein Hubschrauber, der schon vorher immer wieder zu sehen war, landet. Der Einsame dringt „durch seine Vorstellungskraft“ in das Anwesen ein. Er hat eine sehr kurze, kryptische Unterhaltung mit einem Amerikaner, der verächtlich durchblicken lässt, dass er nicht die geringste Ahnung habe, was die Welt am Laufen hält. Der Einsame erdrosselt den Amerikaner auftragsgemäß mit einer Gitarrensaite, danach kehrt er nach Madrid zurück. In der Schlusssequenz zieht er sich auf einer Toilette im 13Atocha-Bahnhof um, entsorgt seinen „Dienstanzug“ im Schließfach und verlässt diesen Ort.

Der Filmtitel „The Limits of Control“ ist einem Essay-Titel des Underground-Literaten und Dichters William S. Burroughs entlehnt, einer der Lieblingsdichter von Jarmusch. Das Skript war mit anfangs 25 Seiten sehr schmal gehalten, erst während der Dreharbeiten entstanden die Dialoge.

Um dem Zuschauer das Gefühl zu geben, sich „auf einem Trip“ zu befinden, wählte Jarmusch für die Taxifahrt des Auftragskillers vom Madrider Flughafen in die Stadt hinein nur die unsauberen und missglückten Aufnahmen aus. „Der Zuschauer soll die neue Welt ganz und gar mit den Augen des Helden sehen und dabei spüren, wie die Eindrücke auf ihn einstürmen.“ Den Eindruck der visuellen Authentizität erhöhte Jarmusch auch durch die Wahl des Filmmaterials. Anstelle der „sehr gesättigten, leuchtenden Kodak-Farben“ verwendeten er und sein Kameramann Chris Doyle ein „eher blasse[s] Material von Fuji“.14

Mit dem Hauptdarsteller Isaac de Bankolé ist Jim Jarmusch seit 25 Jahren befreundet. Er schätzt an dessen Schauspielkunst die eindrucksvolle körperliche Präsenz bei zugleich minimaler Mimik und Gestik, was ihm eine „unerhörte Expressivität“ verleihe.15

Zu seinen Bildkompositionen im Film meinte Jarmusch: „Es ist mein Ziel, dass die Zuschauer solche Bilder sehen, als wären sie Gemälde. Und dass sie, wenn sie das Kino verlassen, diese Gegenstände wieder ganz anders wahrnehmen. Die Geschichte ist zweitrangig. Es gibt eine Geschichte, aber eher versteckt. Ich lasse die dramatischen Dinge gern weg. Mich interessieren eher die Charaktere und ihre Interaktionen. Ich zeige, wie meine Figuren Dinge anschauen und dabei die Zeit vergeht.“

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