Kategorie: Karneval Köln

Karneval Köln – Geisterzug

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Als Geisterzug bezeichnet man einen alternativen Karnevalszug und eine politische Demonstration in Köln am Abend des Karnevalsamstag. Häufig wird sie auch als „organisierteAnarchie“ bezeichnet.

Als wegen des 2. Golfkriegs der Kölner Rosenmontagszug 1991 ausfiel, sollte auf der üblichen Strecke desRosenmontagszugs eine Anti-Golfkriegs-Demonstration stattfinden. Letztlich gingen Antikriegs-Demonstranten und Karnevalisten gemeinsam durch die Kölner Innenstadt.g1

Aufgrund des Erfolgs fand am Karnevalssamstag des folgenden Jahres (29. Februar 1992) der zweite Geisterzug statt, anschließend ging es jährlich weiter. Als Veranstalter fungiert ein eigens zu diesem Zweck gegründeter Verein, der „Ähzebär un Ko e.V.“, benannt nach einer traditionellen Karnevalsmaske (Erbsenbär).  Dieser Verein trägt – durch Spenden finanziert – auch die Kosten, die durch Absperrungen, Straßenreinigung, etc. verursacht werden. Der Geisterzug des Jahres 2000 wurde kurzfristig abgesagt, da die gespendeten Gelder nicht ausreichten, um den Zug durchzuführen. Da der Zugweg jedoch bereits bekannt war, zogen trotzdem 4000 alternative Karnevalisten durch Köln. Auch für das Jahr 2006 wurde der Geisterzug zunächst aus dem gleichen Grund abgesagt.g3

Im Geisterzug kann jeder spontan und ohne vorherige Anmeldung als Geist oder dunkle Gestalt durch die Straßen der Kölner Innenstadt ziehen. Der Zugweg wechselt jährlich und wird bewusst so gelegt, dass Fahrzeuge nicht teilnehmen können; auch elektrische Musik ist nicht erwünscht.g4

Der Zug steht jedes Jahr unter einem Motto, das in der Regel von aktuellen politischen Ereignissen inspiriert ist. Der Zugweg wird so gewählt, dass er an Orten vorbeiführt, die mit diesem Thema in Verbindung stehen. So endete beispielsweise der Geisterzug 2005 mottogemäß (Iesije Zigge – Eisige Zeiten) am Kölner Eisstadion in der Lentstraße.

Der offizielle Geisterzug 2006 wurde ursprünglich von den Veranstaltern abgesagt. Aufgrund der großen Popularität wurde davon ausgegangen, dass im Falle eines solchen Ausfalls ein oder mehrere wilde Geisterzüge stattgefunden hätten. Aus diesem Grund sind Polizei und Stadtverwaltung an die Organisatoren herangetreten mit der Bitte, doch noch einen Zug anzumelden. Andernfalls, hieß es, wäre es nötig geworden, die Züge „konsequent aufzulösen“. Daraufhin wurde unter dem Motto „Us dr Lamäng. Jeister am Engk?“ (etwa: „Aus dem Stegreif. Geister am Ende?“) kurzfristig der offizielle Geisterzug durchgeführt. Das Motto sollte dabei auf die unsichere Gegenwart und Zukunft des Zugs hinweisen. Dennoch fand ein kleinerer unangemeldeter „alternativer“ Geisterzug im Stadtteil Ehrenfeld statt, der unter dem Motto „Du bist Deutschland“ die gleichnamige Social-Marketing-Kampagne persiflierte. Dieser Zug war nicht angemeldet oder organisiert und nahezu ausschließlich durch Mundpropaganda, E-Mail-Verteiler und Flyer publik gemacht worden; Befürchtungen über eine Auflösung durch die Polizei bewahrheiteten sich nicht, vielmehr sperrte diese wie beim offiziellen Geisterzug die Strecke für den Verkehr ab und sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Der Geisterzug für 2012 wurde aufgrund hoher Sicherheitsauflagen nach dem Unglück bei der Loveparade 2010 abgesagt.

Karneval Köln – Veilchendienstag – Ehrenfeld

eKarnevalsdienstag

Am letzten Tag der Karnevalssession feiern die Jecken am Veilchendienstag noch einmal in ihren Stadtteilen bei weiteren „Veedelszöch“. e1Die größten Karnevalszüge finden dabei in den Stadtteilen Köln-Mülheim, -Nippes und -Ehrenfeld statt, wo jeweils bis zu 200.000 bunt Kostümierte den Straßenrand säumen. e7Gegen Mitternacht wird mit großer „Feierlichkeit“ vor vielen kölschen Kneipen in einer rituellen Zeremonie die Nubbelverbrennung vollzogen.e8 Dabei werden auf eine Strohpuppe, den Nubbel, die zahlreichen „Sünden“ geladen, die während der Karnevalstage begangen wurden, und mit der Puppe begraben oder verbrannt.

Foto: Daniel Rüdell - www.photography-ruedell.de

Foto: Daniel Rüdell – www.photography-ruedell.de

Den Ehrenfelder Umzug am Dienstag haben wir lange Jahre angesehen.

Foto: Daniel Rüdell - www.photography-ruedell.de

Foto: Daniel Rüdell – www.photography-ruedell.de

Die Mädchen kamen mit vollen Tüten nach hause.e5 Die Ehrenfelder haben die meisten und größten Kamelle geworfen. Und bei den Gruppen waren Indianer mit nacktem Oberkörper – bei 10 minus 1960 rot gefroren – passend zur „Rothaut“ und Hunnen mit prächtigen Fellen am beeindruckend.e6

Karneval Köln – Rosenmontagszug

10Der Kölner Rosenmontagszug ist der größte Karnevalsumzug in Deutschland und der Höhepunkt des Kölner Karnevals. 2Der seit 1823 veranstaltete „Zoch“ ist auch der älteste der großen deutschen Rosenmontagszüge. Regelmäßig hat der Umzug aus kostümierten Fußgruppen, Musikkapellen, Reitern, Festwagen und Unterstützungsfahrzeugen eine Länge von ca. acht Kilometern und lockt hunderttausende Zuschauer an den ca. siebeneinhalb Kilometer langen Zugweg.3 Die in vielen Reihen auf den Straßen ausharrenden Jecken versuchen neben Blicken auf den Zug auch etwas von dem aus 300 Tonnen Süßigkeiten sowie Blumen, Stoffpuppen und anderen Präsenten bestehenden Wurfmaterial, pauschal „Kamelle“ genannt, zu erhaschen.

Erster Zug im Jahre 1823: Thronbesteigung des Helden Carneval

Der „Hofnarr des Königs Carneval“ als früheste bekannte Darstellung zum ersten Maskenzug 182319

In weniger als zwei Wochen Vorbereitungszeit organisierten die „Festordner“ unter der Führung von Heinrich von Wittgenstein den ersten großen Maskenzug, der schließlich am 10. Februar 1823 nach einem 12 Paragrafen umfassenden, strengen Reglement in 15 Gruppen rund um den Kölner Neumarkt zog. Er stand unter dem Motto „Die Thronbesteigung des Helden Carneval“, was in § 1 des Ablaufplanes so erklärt wurde:4

„Der in ganz Teutschland einstens so berühmte kölnische Carneval soll durch das Zusammenwirken mehrerer Verehrer alter Volksthümlichkeit in diesem Jahre durch einen allgemeinen Maskenzug erneuert und auch gefeiert werden. Die dabei zum Grunde gelegte Idee ist die Thronbesteigung Carneval’s gedacht als König des Volksfestes“5

Der Darsteller der ersten als „Held“, „König“ oder auch „Fürst Carneval“ bezeichneten Hauptfigur des Zuges war der Kaufmann und Kölnisch-Wasser-Hersteller Emanuel Zanoli (1796–1837), Gründungsmitglied des Comités und Mitglied des vornehmen Vereins „Casino“.15 In Beschreibungen wird seine königlich-prachtvolle Bekleidung mit hermelingefüttertem Purpurmantel und goldener, edelsteingeschmückter Krone hervorgehoben. 21Er trug ein Reichsschwert und einen Narrenzepter. Der erste Zug inszenierte rund um den Helden Carneval einen Hofstaat mit Hofnarren, Hofchargen, Herolden, Bannerträgern, Ministern und einem Kanzler, umrahmt von Musikanten und Musikchören. Die Figur sollte, obwohl sie als „Held Karneval“ zum ersten Mal im Kölner Karneval auftauchte, an die Tradition der „Karnevalskönigreiche“ anknüpfen, die etwa an den Kollegs der Jesuiten oder amCollegium Germanicum gepflegt, in Köln aber nicht durchgängig zu beobachten war. Der erste großen Maskenzug präsentierte mit dem „Helden Carneval“ also einen erneuerten Karnevalsritus, der sich auf historische Vorbilder berief und diese zitierte.20

Der Kölner Chronist Johann Jakob Peter Fuchs attestierte dem ersten Zug viel Zustimmung, bemerkte aber auch die wenigen Maskierten unter den Zuschauern. Auch habe dieser Zug weniger auswärtige Besucher gehabt als frühere Karnevalsfeiern, „die schlechte Witterung mag diese wohl abgehalten haben“.16

Das Ideal, einfaches Volk und die gehobenen Stände beim Maskenzug gemeinsam an der Karnevalsfeier teilhaben zu lassen, erfuhr nur teilweise eine Umsetzung. Die bestehende Klassenschranke verlief nun zwischen den aktiven Teilnehmern am Zug und den Zuschauern: Nur die Mitglieder des „Großen Rates“ im „Festordnenden Comité“ nahmen am Zug teil; für die Aufnahme waren drei Taler aufzubringen, was etwa 60 % des Wocheneinkommens eines Handwerksmeisters entsprach. Hierdurch blieben die wohlhabenden Kölner innerhalb des Zuges unter sich.18

Auch der Nutzen für die Armen fiel vergleichsweise gering aus. Die Historikerin Hildegard Brog berechnet anhand der erhaltenen Aufzeichnungen des „Festordnenden Comités“, dass der zur Weitergabe an die Armenverwaltung vorgesehene Gewinn aufgrund der Kosten für Kostüme, Pferde und Wagen sowie für die Vorbereitungen des anschließenden Maskenballs im Gürzenich deutlich unter den Erwartungen blieb: Die Armen erhielten 1823 und auch in den folgenden Jahren nur unwesentliche Beiträge aus den Einnahmen der Züge.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kölner_Rosenmontagszug

 

Karneval Köln – Schull- un Veedelszöch

10Die Kölner Schull- un Veedelszöch ziehen traditionell am Karnevalssonntag durch die Kölner Innenstadt und das Vringsveedel.1

Der erste Veedelszog fand am Fastnachtssonntag 1933 statt, nachdem ein Jahr zuvor ein Bürgerausschuss diese Idee ins Leben gerufen hatte und sich die Erhaltung und Erneuerung des ursprünglichen Volkskarnevals auf die Fahnen geschrieben hatte.2 Ziel war es, „das Volk wieder vom Zuschauer zum Mitspieler zu machen und dem Feste neue gesunde Quellen zu erschließen“, so der damalige Vorsitzende des Heimatvereins Alt-Köln und Mitglied im Bürgerausschuss, Joseph Klersch. Seit 1952 laufen die beiden Züge gemeinsam.3

In ihnen sind zwei Veranstaltungen zusammengefasst4

  • die Schullzöch (Schulzüge), an denen sich bis zu 50 Kölner Schulen beteiligen,6
  • die Veedelszöch (Quartier- oder Stadtteilzüge) bestritten von über vierzig Stammtischen, Nachbarschafts- und Stadtteilvereinen und „Großfamilien“ (die in Über-Hundertmannstärke antreten).5

Sie ziehen in dieser Reihenfolge hintereinander. Es gibt eine rund 40-köpfige Jury, die die jeweils beste Gruppe in den Kategorien Wagengruppe und Fußgruppe prämiert. Darüber hinaus kann der Leiter des Rosenmontagszugs einen Originalitätspreis vergeben.8 Diese drei Gruppen dürfen am Rosenmontagszug teilnehmen. Das Wurfmaterial für den Rosenmontagszug wird ihnen gestiftet vom Verein der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, die neben Spitzen der Stadt Köln wie dem Oberbürgermeister und Vertretern der Medien etwa zwei Drittel der Jury bilden. Die Vertreter dieses Vereins schicken jedes Jahr in einem Rotationsverfahren andere Mitglieder in die Jury. 9Die Schulen werden von der Jury nicht bewertet, um sie keinem öffentlichen Leistungsdruck auszusetzen.

Die Teilnahme an den Kölner Schull- un Veedelszöch ist sehr begehrt, es gibt etwa 25 Gruppen in der Warteliste, die nicht teilnehmen können, weil die Gesamtlänge der Züge und auch ihre Dauer begrenzt sind. Auch die Schull- un Veedelszöch erfreuen sich großer Beachtung durch die Kölner Medien: wie der Rosenmontagszug werden auch sie vom WDR Fernsehen und Radio Köln 107,1 live übertragen. Nicht zu verwechseln sind die Schull- und Veedelszöch am Karnevalssonntag in der Innenstadt mit den Karnevalszügen in den Veedeln, die von Samstag bis Dienstag stattfinden.7

Karneval Köln – Die Kölner Toleranz

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Die Kölner Toleranz
1960 kam ich nach Köln um Völkerkunde zu studieren.
Meine erste Begegnung mit dem Karneval war an Weiberfastnacht.
Kölsch trinken und liefen hatte ich schon gelernt. Ich stand also fröhlich auf dem Alter Markt rum, ein Reissdorf in der Hand und freute mich über die schmissige Musik der Höner. 
Neben mir stand eine hübsche junge Frau und plötzlich gab sie mir ein Bützchen – und hörte aber auch nicht auf – es schien ihr zu gefallen und es wurde ein sehr langer Kuss daraus.
Jetzt war das Eis gebrochen, und sie schlug vor, doch mit ihr zu gehen zum WDR. Sie erzählte, dass es Tradition sei, am Weiberfastnachtsdonnerstag in den Betrieben zu feiern.
Im WDR kamen wir in großes Büro – alles war geschmückt, Bier und Saft gab`s jede Menge und gute Karnevalsmusik.wdr1
Plötzlich wurde ein älterer Herr in teurem Anzug von einem jungen – offensichtlich besoffenem Stift schlimm angepöbelt. Sie kannten sich wohl gut – der Ältere war einer der wichtigsten Redakteure und der Stift Laufbursche im Büro. 
Ich machte zu meiner Begleitung eine entsetzte Bemerkung, aber sie meinte nur, das macht nichts – in Köln ist keiner nachtragend – morgen sei das alles vergessen.
Das war meine erste Begegnung mit der Kölner Toleranz.
Später erzählten mir Schwarze aus USA oder Gambia, dass Köln absolut die toleranteste Stadt in Deutschland sei!

Karneval Köln – Geisterzug Samstag

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Geisterzug (Begriffsklärung) aufgeführt.

Beim Geisterzug 2009 inKöln-Rodenkirchen

Als Geisterzug bezeichnet man einen alternativen Karnevalszug und eine politische Demonstration in Köln am Abend des Karnevalsamstag. Häufig wird sie auch als „organisierteAnarchie“ bezeichnet.g1

Bereits seit 1860 gab es Geisterzüge im Kölner Karneval, dieser Zug wurde im Ersten Weltkrieg verboten.

Als wegen des 2. Golfkriegs der Kölner Rosenmontagszug 1991 ausfiel, sollte auf der üblichen Strecke des Rosenmontagszugs eine Anti-Golfkriegs-Demonstration stattfinden. Letztlich gingen Antikriegs-Demonstranten und Karnevalisten gemeinsam durch die Kölner Innenstadt.g2

Aufgrund des Erfolgs fand am Karnevalssamstag des folgenden Jahres (29. Februar 1992) der zweite Geisterzug statt, anschließend ging es jährlich weiter. Als Veranstalter fungiert ein eigens zu diesem Zweck gegründeter Verein, der „Ähzebär un Ko e.V.“, benannt nach einer traditionellen Karnevalsmaske (Erbsenbär). g3 Dieser Verein trägt – durch Spenden finanziert – auch die Kosten, die durch Absperrungen, Straßenreinigung, etc. verursacht werden. Der Geisterzug des Jahres 2000 wurde kurzfristig abgesagt, da die gespendeten Gelder nicht ausreichten, um den Zug durchzuführen.g4 Da der Zugweg jedoch bereits bekannt war, zogen trotzdem 4000 alternative Karnevalisten durch Köln. Auch für das Jahr 2006 wurde der Geisterzug zunächst aus dem gleichen Grund abgesagt.

Im Geisterzug kann jeder spontan und ohne vorherige Anmeldung als Geist oder dunkle Gestalt durch die Straßen der Kölner Innenstadt ziehen. Der Zugweg wechselt jährlich und wird bewusst so gelegt, dass Fahrzeuge nicht teilnehmen können; auch elektrische Musik ist nicht erwünscht.g5

Der Zug steht jedes Jahr unter einem Motto, das in der Regel von aktuellen politischen Ereignissen inspiriert ist. Der Zugweg wird so gewählt, dass er an Orten vorbeiführt, die mit diesem Thema in Verbindung stehen. So endete beispielsweise der Geisterzug 2005 mottogemäß (Iesije Zigge – Eisige Zeiten) am Kölner Eisstadion in der Lentstraße.

Der offizielle Geisterzug 2006 wurde ursprünglich von den Veranstaltern abgesagt. Aufgrund der großen Popularität wurde davon ausgegangen, dass im Falle eines solchen Ausfalls ein oder mehrere wilde Geisterzüge stattgefunden hätten. Aus diesem Grund sind Polizei und Stadtverwaltung an die Organisatoren herangetreten mit der Bitte, doch noch einen Zug anzumelden. Andernfalls, hieß es, wäre es nötig geworden, die Züge „konsequent aufzulösen“. Daraufhin wurde unter dem Motto „Us dr Lamäng. Jeister am Engk?“ (etwa: „Aus dem Stegreif. Geister am Ende?“) kurzfristig der offizielle Geisterzug durchgeführt. Das Motto sollte dabei auf die unsichere Gegenwart und Zukunft des Zugs hinweisen. Dennoch fand ein kleinerer unangemeldeter „alternativer“ Geisterzug im Stadtteil Ehrenfeld statt, der unter dem Motto „Du bist Deutschland“ die gleichnamige Social-Marketing-Kampagne persiflierte. Dieser Zug war nicht angemeldet oder organisiert und nahezu ausschließlich durch Mundpropaganda, E-Mail-Verteiler und Flyer publik gemacht worden; Befürchtungen über eine Auflösung durch die Polizei bewahrheiteten sich nicht, vielmehr sperrte diese wie beim offiziellen Geisterzug die Strecke für den Verkehr ab und sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Karneval Köln – „Fastelovend“

1Der Kölner Karneval ist ein rheinisches Volksfest, das weltweit zu den größten und bekanntesten Karnevalsfesten zählt. Er wird mundartlich auch „Fastelovend“ oder „Fasteleer“ genannt. 2

Zeitrahmen und Organisation

Die Karnevalssession oder die „fünfte Jahreszeit“ wird offiziell am „Elften im Elften“, dem 11. November, um „Elf Uhr Elf“ auf dem Kölner Alter Markt bzw. Heumarkt mit Auftritten der bekanntesten Karnevalsmusiker vor mehreren tausend Zuschauern sowie mit der Vorstellung des designierten Kölner Dreigestirns eröffnet. 3Die Aktivitäten steigern sich schrittweise: Nach der ruhigen Advents- und Weihnachtszeit beginnen ab Neujahr die Karnevalssitzungenund -bälle mit Auftritten von Büttenrednern sowie Tanz- und Musikgruppen. Anfang Januar findet auch die Prinzenproklamation statt.4

Am Donnerstag vor Aschermittwoch, dem Tag der Weiberfastnacht, wird um 11:11 Uhr ebenfalls auf dem Alter Markt der Straßenkarneval eröffnet. Von diesem Zeitpunkt an feiern die Jecken in den Kneipen und auf der Straße bis zum Abend des Karnevalsdienstags. Am Karnevalssonntag finden die Kölner Schull- un Veedelszöch statt. 5Die besten Fuß- und Wagengruppen der Veedel werden dabei prämiert und dürfen am Rosenmontagszug teilnehmen. Daneben veranstalten viele Veedel zwischen Karnevalsfreitag und Karnevalsdienstag eigene Umzüge. 6Der offizielle Höhepunkt des Kölner Karnevals ist der amRosenmontag stattfindende Rosenmontagszug. In der Nacht zum Mittwoch wird in den Veedeln als Abschiedsbrauch die Nubbelverbrennung abgehalten. Am Aschermittwoch finden nur noch interne Abschlusstreffen, meist ein gemeinsames Fischessen, statt.7

Koordinierende Kraft hinter dem offiziellen Kölner Karnevalsprogramm ist das Festkomitee Kölner Karneval als organisatorischer Zusammenschluss der Kölner Karnevalsgesellschaften. Diese traditionsreichen Vereine stellen das Kölner Dreigestirn und viele der Teilnehmer bei den offiziellen Karnevalszügen. Neben dem offiziellen hat sich auch ein alternativer Karneval etabliert. Seit 1984 gibt es die Stunksitzung, die als studentische Alternative zum offiziellen Karneval entstand und heute eine Mischung aus kölschem Karneval und politischem Kabarett mit Comedyelementen darstellt. Ebenfalls außerhalb der offiziellen Regularien hat sich der nächtliche Geisterzug am Karnevalssamstag gebildet.8 Dieser alternative Umzug war ins Leben gerufen worden, nachdem 1991 der offizielle Rosenmontagszug als Reaktion auf den zweiten Golfkrieg abgesagt worden war.

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