Kurt Diehl wurde als Sohn eines Buchbinders in Stuttgart geboren. Mit fünf Jahren verletzte ihn ein fahrendes Auto auf dem Bürgersteig so dass er kaum mit dem Leben davon kam und an den Folgen des schweren Schädelbruchs das ganze Leben lang litt, er hatte fast immer Kopfschmerzen.

Der Hausarzt und Freund der Familie, Eberhard Schickler, empfahl den Eltern dringend, das zarte Kind auf die Waldorfschule zu schicken. Dort wurde er von Eugen Kolisko behandelt. Er blieb 12 Jahre auf dieser Schule, bis sie 1938 geschlossen wurde und er auf der Zeppelin-Oberschule das Abitur bestand.

Er wollte schon als kleines Kind Arzt werden und beschäftigte sich bereits als Schüler mit Anatomie, Heilpflanzen und Krankheiten.

Als er zu Schulzeiten zur Erholung in Oberstdorf bei Dora zu Putlitz war, lernte er deren Tochter Marianne kennen, die er dann später heiratete.

Nach der Schule ging er zum Arbeitsdienst und anschließend zum Militär. Er war bis Kriegsende Soldat und studierte in der Studentenkompanie Medizin.

Nach dem Krieg absolvierte er zunächst ein Jahr Assistenzzeit bei Eberhard Schickler und eröffnete anschließend 1946 eine eigene Praxis in Stuttgart. Diese Praxis führte er zusammen mit seiner Frau Marianne, die ebenfalls Medizin studiert hatte, jedoch nach dem Krieg das Studium nicht abschließen konnte.

Sie hatten drei Töchter, Sophia Feldkamp, Diplom Architektin, Christa Schöneborn, Waldorflehrerin an der Kräherwaldschule und Elisabeth Steiner, die Landwirtschaft studiert hat und ein eigenes Gestüt führt.

Er behandelte in seiner Praxis als anthroposophischer Arzt Patienten aus unterschiedlichsten Schichten, von dem einfachen Handwerker auf der Alb bis zu vielen Menschen in Führungspositionen aus Wirtschaft, Industrie, Universitäten und Kunst. Ein guter Freund war beispielsweise der Dirigent Sergiu Celibidache.

Als ihm 1984 die Arbeit in Stuttgart zu viel wurde, zog er in sein Haus in Oberstdorf, wo er nur noch zweimal die Woche Sprechstunden für Patienten anbot, die bereit waren, den Weg dorthin auf sich zu nehmen.

In seiner Urlaubszeit unternahm er viele Fernreisen rund um das Mittelmeer bis in den Iran. Die letzten Jahre spezialisierte er sich zunehmend auf Ägypten, hielt Lichtbildervorträge und malte Bilder aus den Gräbern nach Dias, die seine Frau gemacht hatte. Diese Bilder wurden begleitet von Vorträgen im Fichtehaus in Tübingen, sie wurden in Loheland und Herdecke ausgestellt.

In Stuttgart hatte er den sogenannten Donnerstagskreis, wo er laufend Vorträge über die verschiedensten Themen wie Geschichte, Dichter, Rudolf Steiner, Reinkarnation, Altes und Neues Testament usw. hielt. An den Wintersamstagen hielt er Lichtbildervorträge über seine Reisen.

In Oberstdorf fanden regelmäßig Wochenenden der Christengemeinschaft statt, bei denen jeweils eine Menschenweihehandlung und von ihm zwei Vorträge stattfanden.

Am 1. Dezember 1988 starb er plötzlich und unerwartet nachts an einem Herzinfarkt.

Marianne Diehl

Aus dem Nachlass, und dem unserer Mutter Marianne, konnten wir (Sophia, Christa, Elisabeth) schon einiges an Daten zusammentragen.

Hier nun werden alle gebeten, Fakten zur Biografie, Tätigkeit als Arzt, seine wissenschaftliche Arbeit als Ägyptologe, Berühmte Patienten, Heilerfolge, zu dieser Würdigung bei zusteuern.

Berichte, Daten, Bilder usw bitte  senden an csilex@gmail.com

Das letztes Domizil         Das letztes Domizil

Der Medizinschrank hat das Leben begleitet

 

Der geliebte Garten

Heilerfolge

siehe auch: Erinnerungen
Freund und Patient
Freund und Patient

Carl Schuricht

Dr. Diehl war nicht nur „anthroposophischer“ Arzt, sondern besonders bekannt durch seine Heilerfolge bei Problemen, die andere Ärzte nicht lösen konnten – u.a. kam der Dirigent Carl Schuricht nach langem weltweitem Suchen (u.a. Mayo Klinik) mit Kalkablagerungen im Schulterbereich (ein Dirigieren war nicht mehr möglich – die Arme konnte er nicht mehr heben) zu Dr. Diehl. Ich war zu der Zeit Gast im Hause Diehl (ca 1958), und fuhr Schuricht abends ins Hotel, wobei er mir davon erzählte, und am Schluss der Behandlung glücklich die Arme hob mit den Worten „Es geht wieder“ -Danach leitete er u.a. lange Jahre das Orchester des SWR. Weitere Schritte seiner Tätigkeit bei:
Schuricht Online
1-Juli 2010 Christoph Silex

Ebenso der Dirigent Sergiu Celibidache, den ich auch persönlich kennenlernte im Hause Diehl und bei Chauffeursdiensten. Er erschien in Stuttgart mit Frau Ioana und Laura Leonardi.

Es war mir ein großes Vergnügen die Damen beim Einkaufen zu begleiten – offensichtlich ein Novum, denn sie genossen es sichtlich, dass ein „Mann“ (ich war stolze 18) sie begleitete – geduldig wartete (mehrere Stunden) – ein Urteil zu den Modefetzen abgab – auch zu den Schuhen eine definitive Meinung hatte –

Celibidache – der die so bewunderten italienischen Slipper trug, und auch sonst mit bestem Anzugstoff und wilder Mähne  mein nie erreichtes Ideal erfüllte – fand offensichtlich bei den Gesprächen beim abendlichen Chauffeursdienst gefallen an meinem Gequatsche – oder war froh,dass sich jemand um seine 2 Damen kümmerte – wie auch immer, er lud mich zu seinem Sommerworkshop für Dirigenten nach Siena ein – (diese Zeit vermisse ich bei Wikipedia – muss mal nachforschen) –
In Siena erwartete mich an der angegebenen Adresse eine italienische Mamma – zeigte mir ein süsses „Chambre Separé“ in Angrenzung eines Palazzo Saales mit Renaissance Ölbildern deren Rahmen aus fest mit der Wand vereinigten Stuckornamenten bestand -dieser Luxus war mir neu, aber ich begriff die Grösse – das Bild -egal was es gekostet hat  – bleibt hier!
Abends war das Konzert – danach fuhren wir in die westlichen Berge Sienas, wo eine kleine Trattoria das köstlichste Steak der in den Weinbergen gezüchteten Bullen servierte – nur die Japaner ( siehe Mondo Cane ) mit ihren biergefütterten, täglich massierten Ochsen könnten das übertreffen –
Mein Abschied am nächsten Morgen wurde mit 300 Mark versüsst  – einem Studenten in Italien bedeutete das ein Vermögen  – danke nochmals Sergiu – so hatte ich genug Benzingeld um mit meiner Freundin auch Paestum zu erreichen.
.
1-Juli 2010 Christoph Silex

Sergiu Celibidachi, Marianne Diehl, Karl Silex
Sergiu Celibidachi, Marianne Diehl, Karl Silex
Oma(Auguste) Diehl. Marianne Diehl, Sergiu Celebidache
Oma(Auguste) Diehl. Marianne Diehl, Sergiu Celebidache

Freund und Patient
Der Dirigent bei

Wikipedia

Sergiu Celibidache

——

Mit 25 hatte ich so starke Rückenprobleme, daß ich dachte mein weiteres Leben wäre nur mit Stützkorsett möglich. Dr. Diehl verschrieb mir Weleda D Spritzen für ein Jahr. Danach konnte ich mich wieder frei bewegen. Jahre später sagte ein untersuchender Arzt zu mir: Herr Silex – das habe ich noch nie gesehen – Sie haben einen verheilten Scheuermann!
[Christoph Silex]

 

Erinnerungen an Dr. Diehl – Aussagen, Handlungen, Anekdoten

Bitte erinnern, alles zählt, fragt auch andere, die ihr kennt…

Dr. Hans Vierling

Was für eine große Überraschung und Freude, als ich zufälligerweise im Internet rumgoogelnd, auf  die Homepage von Dr. Kurt Diehl stieß ! Da hat sich doch tatsächlich jemand die Mühe gemacht, diesem außergewöhnlichen Menschen und Arzt noch ein ehrendes Denkmal zu setzen.Als Patient über nahezu 25 Jahre und schließlich auch Kollege möchte ich Ihnen meinen wärmsten Dank aussprechen !

Es scheint leider für unsere Gesellschaft typisch zu sein, wirklich  bedeutende Persönlichkeiten, zumal wenn sie unprätenziös und bescheiden sind, großzügig zu übersehen. Dagegen werden Leute, die flügelschlagend durch die Gegend rennen und lauthals verkünden, sie hätten einen Furz gelassen auf hohe, fragwürdige Podeste gestellt. Bedauerlicherweise ein Phänomen, das gerade auch in der Medizin nur zu bekannt ist. – Mit Verlaub, etwas Polemik muß sein. Die in ihrer Gesinnung „ reinen“ Anthroposophen mögen mir das nachsehen.

Aus ihrer Einleitung entnehme ich, dass Frau Marianne Diehl zwischenzeitlich ihrem Mann nachgefolgt ist. Ich glaube, dass die Arbeit Kurt Diehls ohne die Mitwirkung seiner Frau in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen wäre ! Sie, die die oft undankbare ( oder doch zu Höchst dankbare ) Aufgabe hatte, Mittlerin zu sein zwischen den sicher oft  uferlosen Forderungen der Patienten und den physischen und psychischen Kräften von Kurt Diehl. Ich nehme mich da gar nicht aus .Daß  sie da gelegentlich mit eindeutigem Nachdruck intervenieren musste, erklärt sich aus der Sorge um ihrem Mann. Davon abgesehen hat sie ihm einfach auch  eine Menge Arbeit abgenommen.

Es ist mir nicht möglich, nur kurz auf Kurt Diehl einzugehen weil sein Einfluß  auf mein Denken und letztlich mein ganzes, auch berufliches Leben von nachhaltiger Bedeutung ist .Etwas pointiert aus gedrückt war Kurt Diehl für mich Segen und gewissermaßen auch Fluch. Fluch deshalb, weil die Ansprüche, die ich an die Kollegenschaft und auch an mich selbst hatte, bei so einer hohen Vorgabe nur äußerst unbefriedigend umgesetzt werden konnten und bei mir oft das Gefühl der Unzulänglichkeit hinterließen. Daher wundert es mich auch nicht, dass keine der Töchter Diehls dem Vater nachgefolgt  ist, jedenfalls was die Berufswahl anbelangte .Wenn sie mir diese persönliche Bemerkung gestatten.

Ich darf mir zu Gute halten, schon als Jugendlicher erkannt zu haben, an was für eine Ausnahmegestalt ich das große Glück hatte zu geraten( er würde jetzt möglicherweise sagen „ Spinn net ! „ Und obwohl es mir nicht möglich war, diese Qualitäten zu entwickeln, habe ich unter anderem die scheinbar banale oder selbstverständliche Erkenntnis mitgenommen, wie wichtig der Respekt vor anderen Patienten ( Menschen ) ist und wie sehr man auf deren Würde zu achten hat.

Selbst wenn ihm meine Anhänglichkeit gelegentlich auf die Nerven gegangen sein mag, gezeigt hat er es mir nicht
Von den unzähligen Erlebnissen die ich als Patient mit Dr.Diehl hatte ( sie würden ein ganzes Buch füllen ), möchte ich exemplarisch ein Paar wenige erzählen  :

–  Ich erinnere mich noch ziemlich genau, wie ich als jugendlicher  Internatsschüler das erste Mal mit meinen Eltern  in seine Sprechstunde kam.

Ich war wochenlang von dem Hausarzt des Internats wegen einer schmerzhaften, unangenehmen Augenschwellung, erfolglos behandelt worden. Seine Diagnose war Gerstenkorn .Nachdem ich während der Ferien nach Hause gekommen war und die Schwellung am Auge weiter bestand , entschied mein Vater, mich mit zu Dr.Diehl in die Sprechstunde zu nehmen. Zuerst wollte ich nicht, der würde mir auch nicht helfen können, dann ging ich aber doch mit.

Dr.Diehl schaute kurz auf mein Auge und sagte zu meiner Verblüffung, dass die Schwellung nichts mit einem Gerstenkorn zu tun hätte, sondern dass es sich um ein Quincke`sches Ödem (siehe Lexikon oder Internet )handeln würde. Er verschrieb mir Tropfen und nach zwei oder drei Tagen war die bestehende Plage behoben.

Seine diagnostischen Fähigkeiten haben ihren Ursprung wahrscheinlich schon in der Kindheit. So erzählte er mir von Waldspaziergängen  mit seinem Großvater, der genau darauf achtete, dass der kleine Kurt auch die weiter entfernt gelegenen Sehenswürdigkeiten genau beobachtete und registrierte.

Ich glaube, dass Kurt Diehl einen Grad des Bewusstseins erlangt hatte, der fast als hellsichtig bezeichnet werden muß und manchmal fast unheimlich war.

So saß ich an einem heißen Tag in seiner Sprechstunde. Er saß an seinem Schreibtisch, schaute vor sich hin und überlegte etwas. Ich saß seitlich neben ihm und er hätte, wenn er mich hätte ansehen wollen, den Kopf drehen müssen, was er aber nicht tat.

So starrte ich vor mich hin und dachte daran, ihn auch wegen meines Vaters etwas zu fragen. Plötzlich beantwortete er mir die Frage, die ich ihm eigentlich erst stellen wollte und zwar ohne den Kopf zu drehen.

Im ersten Moment war ich beinahe schockiert und bekam sogar Gänsehaut. Nachdem ich mich gefangen hatte, fragte ich ihn, wie er das gemacht habe. Seine Antwort „ Du must nur die Leut`richtig angucke, no weisch was sie denken“. Daß er mich gar nicht angeschaut hatte, überging er geflissentlich.

Dieses Verhalten war typisch für ihn. In der heutigen Umgangssprache würde man dafür vielleicht sagen: den Ball flach halten.

Auch hatte er die Eigenschaft, bestimmte Dinge in seiner schwäbisch trockenen Art unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen.

So erinnere ich einen Sprechstundenbesuch, bei dem vor mir ein Frauenpaar zur Konsultation bei ihm war. Es waren Mutter und Tochter, beide äußerst attraktiv, sehr gepflegt, todschick gekleidet. Im Sprechzimmer schwebte der starke Geruch eines schweren, teuren Parfums .

Ich sagte zu ihm, nicht ohne einen gewissen Schalk, dass meine Vorgängerinnen aber ein gutes und teures Parfum für den Besuch bei ihm aufgetragen hätten und wie gut das riechen würde.

Seine Antwort „ Die henns wahrscheinlich nötig „ .(: Die haben es … )

Es gäbe sicher noch viele solcher Episoden zu berichten . Auch solche, die mir andere Patienten im Wartezimmer erzählten, die vor 15 Jahren wegen eines Krebsleidens von der Schulmedizin aufgegeben worden wären, mit der feinfühligen Randbemerkung, sie hätten wahrscheinlich noch 4 bis 5 Monate zu leben.

Oder von Taxifahrern , die von Patienten berichteten, die man in die Praxis habe tragen müssen. Nach ein paar Monaten seien die gleichen Patienten völlig selbstständig ins Wartezimmer gelaufen.

Über Kurt Diehls Kompetenz als Ägyptologe ist ja in der Homepage schon berichtet worden Dazu nur soviel:  —  Ich erinnere mich gerne an die Ägypten-Ausstellung im Fichtehaus in Tübingen. Es war schon Gegen Ende seines Lebens.  Zwei Episoden:
Er ging mit uns (4oder 5 Leute, die sich nicht kannten) durch seine Ausstellung. Man war erschlagen durch die enorme, filigrane Mammut-Fleißarbeit, die da geleistet worden war. Auf meine provozierende Frage wie viel Bayern er in Oberstdorf erschlagen habe, bis diese ganze bis ins kleinste Detail durchgeführte Fleißarbeit bewerkstelligt gewesen wäre, antwortete er kurz und trocken und sicherlich mit einer gewissen Nachsicht „ keinen“.

Ein anderer Mitinteressent aus unserer Gruppe war weniger despektierlich. Die notwendige Ernsthaftigkeit stand ihm im Gesicht und mit durchaus einer gewissen vornehmen Sachkompetenz des Fachmannes notierte er fleissig in  einem Buch Notizen aus dem Vortrag Diehls. Nach einer gewissen Zeit drehte sich Kurt Diehl zu besagten, von der Wichtigkeit seiner Notizen beseelten Schreibers um und betrachtete das Aufgeschriebene.

Plötzlich, mit hörbarem Unmut meinte er zum Schreiber : „ Mensch Kerle, des isch doch grottefalsch was da do geschrieben hasch. Jezt machsch mal Dei Buch zu und pasch lieber besser auf.“

Der Vortrag im voll besetzten Saal des Fichtehauses war auch ein Erlebnis besonderer Güte:

Der Bildungsgrad der Zuhörerschaft war sicherlich ziemlich unterschiedlich. Neben vielen Akademikern bestand die Gästeschaft auch aus zahlreichen Patienten, deren historische Kenntnisse wahrscheinlich einigermaßen verschieden waren.

Es war wieder Mal ein Beispiel für die integrative und philantrope Kompetenz Kurt Diehls.Er schaffte es nämlich , den Vortrag so zu gestalten, saß er allgemein verständlich war ohne dass das Niveau darunter litt. Dies wiederum schien die Zuhörerschaft in der ersten Reihe zu provozieren. Sie bestand nämlich im Wesentlichen aus Honoratioren der Universität Tübingen, selbstverständlich alles profunde und ausgewiesene Kenner der Ägyptologie.

Sie versuchten Diehl_durch Fangfragen in die fachliche Enge zu treiben. Dann beriefen sie sich auch noch auf einen der weltbekanntesten Agyptologen aus Basel. Nachdem Kurt Diehl den Herren Professoren_klar gemacht hatte, dass er mit dieser Kapazität befreundet wäre und dass und warum sie diesen falsch interpretiert hätten, trat  schlagartig Stille in der professoralen 1.Reihe ein. Als er dann noch durch wörtliche Übersetzung der ägyptischen  Schriftzeichen die professoralen Fangfragen ad absurdum führte, war trotz der Stille die Irritation fast hörbar.

Es war ein im höchsten Maße eindrücklicher Abend mit wunderbar komischen Komponenten.

– Ich habe seither kaum einen anderen Arzt ( Menschen ) mehr kennen gelernt, der mit einer so großen hilfsbereiten  Zuneigung zu seinen Mitmenschen, beinahe beängstigendem Wissen, einer unglaublichen Disziplin, einem eisernen Willen und einer derartigen Intuition seinen Beruf ausgeübt hätte wie Kurt Diehl.

Ein Kollege und Freund aus Studententagen, selbst Facharzt, der seinen eigen Vater zur  Behandlung  zu Dr.Kurt Diehl schickte und zu dem ich wegen eines amtsärztlichen Attestes musste, sagte, als ich Ihn ungefähr dreissig Jahre später auf einem anthroposophischen  Ärztekongress wieder traf  und wir uns über Kurt Diehl unterhielten „Ja, ja der Kurtle, der war halt a Naturbegabung.“   –  Tja , wo er recht hat, hat er recht !
Mit herzlichen Grüßen
9.Juli 2011     Hans Vierling

Liebe Christa,

Ich hoffe Dir über diese Mail-Adresse meine Freude
über die Webseite, die Deinem Vater gewidmet ist,
mitzuteilen. Ich entdeckte sie erst heute.

 

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Medizinische
Anthropologie. Dein Vater ist mir stets Anregung und
Vorbild gewesen (- sowie Deine Einführung in die
Anthroposophie.)

 

Als ich Deine Eltern vor vielen Jahren in Stuttgart
besuchte, habe ich den Praxis-Alltag erlebt.
Dein Vater musste in den Pausen das Gespräch mit
dem vorherigen Patienten nachbereiten und Kräfte
für den Dialog und Begegnung mit dem nächsten
Patienten sammeln. Ich habe keinen anderen Arzt
getroffen, der (auch nach Jahrzehnten der Praxis)
so wenig der Routine unterlag und immer offen für
die Mitteilungen seiner Patienten war.

 

Gibt es irgendwelche Schriften Deines Vater in
denen er sich zur Medizin äußert?  – die mir im
Nachdenken über die ärztliche Tätigkeit helfen
könnten?

  1. April 2011 Theodore Haimberger

Kurt Diehl: “ Ich habe die Diagnose von meinem ausbildenden Arzt im Armeelazarett gelernt – er sagte zu mir: setz‘ dich hinten in das Sprechzimmer – lass‘ den Patienten lange auf dich zu gehen – allein an der Art des Gehens und der Körpersprache erkennst du die Krankheit. Dann noch kurz in die Augen geblickt, und das sind die Grundlagen einer guten und schnellen Diagnose.“ (Als einziges weiteres Hilfsmittel verwendete Dr. Diehl eine Urinzentrifugierung)
[Christoph Silex]

Das Dienen – eine Voraussetzung für soziales Zusammenleben, hat er ganz einfach gezeigt: egal ob ich wollte oder es mir peinlich war, er hielt mir, dem 20 Jahre jüngeren Oberschüler, die Türen auf.
[Christoph Silex]

1958 verbrachte ich 3 Sommermonate im Hause Diehl. Nach der täglichen Arbeit als Werkstudent bei Daimler, fuhr ich mit Kurt Diehl abends lange Stunden auf Hausbesuche. Hier sprachen wir über Vieles – eigentlich waren es oft meine Fragen, die er beantwortete. Der so erfrischend gesunde Menschenverstand in diesen Worten hat mein ganzes späteres Leben geprägt. So erzählte er auch oft von seinen Kriegserlebnissen – nasse Gräben in der Po-Ebene, die schrecklichen Lazarette – die Verwundungen, wie sie etwa Hemingway schilderte (Därme fallen aus dem Kameraden) – und so sprach er auch von der Gelegenheit, die sich ihm bot – sich in die Abfolge der Transporte behinderter Kinder zur Euthanasie-Lösung irgendwie einzumischen, mit dem Resultat, dass viele Kinder nicht in der bestimmten Euthanasie Klinik landeten, sondern in harmlose Orte umgeleitet wurden.
4.Juli 2010 Christoph Silex

Mein Vater hat sich oft darüber beklagt, dass seine Beurteilungen zur Kriegsdiensttauglichkeit mißverstanden wurden.
Er schrieb so viele wie möglich:“Untauglich“ – um diese jungen Menschen vor dem „Verheizen“ in einem aussichtslosen Krieg zu bewahren. Die Mütter aber beschwerten sich, „was soll das! Mein Sohn ist beste Qualität und tauglich!“
4.Juli 2010 Christa Schoeneborn

Hallo Christoph,

da habt Ihr Euch ja was vorgenommen! Macht aber sicher Spaß!

Wegen de Ägypten-Dias, es waren ca. 20.000 und sie gingen an eine Uni mit Ägypten Lehrstuhl, aber an welche weiß ich auch nicht. Unsere eltern hatten ja viele Freunde in Ägypten und waren in jedem bis 1988 zugänglichen Grab etc. Vor allem durften sie dort auch fotografieren, was ja sonst meist verboten war.

Über Heilerfolge kann ich gelegentlich auch etliches beisteuern, muss aber heute viel arbeiten. Wird aber ja auch nicht sooo eilig sein.

Liebe Grüße

Sophia


Guten Tag,
ich bin dabei Fakten über Leben und Tätigkeit von Dr. kurt Diehl zu sammeln : http://kurtdiehl.jimdo.com/
Seine Frau (inzwischen verstorben) schreibt in seinem Lebenslauf – bei Ihnen publiziert  http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=1438
„In seiner Urlaubszeit unternahm er viele Fernreisen rund um das Mittelmeer bis in den Iran. Die letzten Jahre spezialisierte er sich zunehmend auf Ägypten, hielt Lichtbildervorträge und malte Bilder aus den Gräbern nach Dias, die seine Frau gemacht hatte. Diese Bilder – Beispiele siehe Anhang – wurden begleitet von Vorträgen im Fichtehaus in Tübingen, sie wurden in Loheland und Herdecke ausgestellt.“

In dieser letzten Zeit hat er ca 500 Bilder 50 x 70  mit Wasserfarben gemalt – Ägyptische Zeichnungen. Wir sind der Meinung, daß diese Arbeit einem Einweihungsprozess diente. Das würde auch erklären, warum er zu seiner Frau sagte: du musst zu meinem 70. Geburtstag niemanden einladen – den erlebe ich nicht.

Wir suchen nun nach einem Wissenschaftler/Studenten, der das Werk aufnehmen könnte und auch auf den Einweihungsweg einginge. Oder auch nach einer Instution/Museum/Uni, die das Oevre übernimmt und publiziert. Schon allein die akribische Form und Farbgestaltung würden das Werk für viele Ägyptologen wertvoll machen.

Danke im voraus.
Herzliche Grüße
Christa Schoeneborn geb. Diehl
Christoph Silex

Sehr geehrte Frau Schöneborn, sehr geehrter Herr Silex,

vielen Dank für Ihr Schreiben, das mich in den Ferien erreicht.
Ich werde die Dokumentation am Goetheanum / Kunstsammlung am Goetheanum
darüber informieren. Vielleicht wäre dort eine professionelle Begleitung
und Aufbewahrung möglich.
Wir haben in der Forschungsstelle Kulturimpuls leider nicht die
Kapazitäten und Kenntnisse dazu und können höchstens mit Informationen zu
den dokumentierten Personen behilflich sein.

Mit freundlichen Grüssen,
Robin Schmidt

> Guten Tag,
> ich bin dabei Fakten über Leben und Tätigkeit von Dr. kurt Diehl zu
> sammeln
> : http://kurtdiehl.jimdo.com/
> Seine Frau (inzwischen verstorben) schreibt in seinem Lebenslauf – bei
> Ihnen
> publiziert  http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=1438
> „In seiner Urlaubszeit unternahm er viele Fernreisen rund um das
Mittelmeer
> bis in den Iran. Die letzten Jahre spezialisierte er sich zunehmend auf
> Ägypten, hielt Lichtbildervorträge und malte Bilder aus den Gräbern nach
> Dias, die seine Frau gemacht hatte. Diese Bilder – Beispiele siehe
Anhang –
> wurden begleitet von Vorträgen im Fichtehaus in Tübingen, sie wurden

> inLohelandund Herdecke ausgestellt.“

Uwe Werner uwe.werner@goetheanum.ch an mich

Sehr geehrte Frau Schöneborn, Sehr geehrter Herr Silex,
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider haben wir nicht die räumlich und personelle Möglichkeit, das interessante Oevre von Dr. Diehl zu übernehmen, bzw. zu bearbeiten und zu publizieren. Auch können wir Ihnen gegenwärtig keinen Wissenschaftler oder Studenten nennen, der eine solche Aufgabe übernehmen könnte.
Hoffentlich finden Sie jemanden, damit dieses Werk nicht einfach „schläft“.
Mit freundlichem Gruss
Uwe Werner

christoph silex csilex@googlemail.com
An archiv@loheland.de
Datum 2. Juli 2010 09:58
Betreff austellung Dr. kurt diehl
Gesendet von googlemail.com
Details ausblenden 02.07.10

Guten Tag,
ich bin dabei Fakten über Leben und Tätigkeit von Dr. kurt Diehl zu sammeln : http://kurtdiehl.jimdo.com/
Seine Frau (inzwischen verstorben) schreibt in seinem Lebenslauf:“ In seiner Urlaubszeit unternahm er viele Fernreisen rund um das Mittelmeer bis in den Iran. Die letzten Jahre spezialisierte er sich zunehmend auf Ägypten, hielt Lichtbildervorträge und malte Bilder aus den Gräbern nach Dias, die seine Frau gemacht hatte. Diese Bilder wurden begleitet von Vorträgen im Fichtehaus in Tübingen, sie wurden in Loheland und Herdecke ausgestellt.“
Könnten Sie rausfinden, wann diese Ausstellung war? – Gibt es noch Enladungen etc. dazu?
Danke im voraus.
Herzliche Grüße
Christoph Silex

Archiv Loheland an mich

Lieber Herr Silex,

unser digitales Archiv ist erst im Aufbau und bisher wurden Unterlagen zur genannten Ausstellung nicht erfasst. Ich werde jedoch in den Originalen nachsuchen, ob sich hierzu etwas findet und ältere (frühere) Mitarbeiterinnen befragen. Dies wird jedoch nicht sofort möglich sein. Ich melde mich umgehend, sobald ich mehr weiß.

Herzliche Grüße

  1. Mollenhauer-Klüber

:::::::::::::::::::::::::::::::::::

  1. Mollenhauer-Klüber M.A.

Loheland-Stiftung Archiv

archiv@loheland.de

www.loheland.de

Ich erinnere dunkel, dass Kurt Diehl mir früher erzählte, dass er im Krieg die Gelegenheit hatte, in einem Heim für behinderte Kinder diese rettete. Er wusste wann die SS kam, und hat die Kinder vorher als geheilt entlassen und zu den Eltern geschickt.
Christoph Silex

Zeichnungen

alle Zeichnungen: Wasserfarbe auf Malkarton 50 x 70 cm

Großformate hier:
Picasa

Ägyptologie

Dr. Diehl hat immer wieder viele Wochen in Ägypten verbracht. Tempel, Pyramiden, Museen, Gräber usw besucht, die Zeichungen und Bilder vermessen, Farben notiert, während seine Frau Marianne fotografierte.
Daraus enstand ein großes Oevre an Dias, welches bei den vielen Vorträgen Verwendung fand.

Die letzen Lebensjahre hat Dr. Diehl dann in mühseliger Kleinarbeit damit verbracht, eine Art Ikonografie der ägyptischen Symbole, Archetypen und mythischen Götter zu erstellen.