Schimpansen – mitfühlende Menschenaffen

ein Schimpansenjunges spielt mit seiner MutterAuch Schimpansenkinder lernen von ihren Eltern, wie man sich „sozial” verhält. Foto: Shiny Things | cc by 2.0

„Schimpansen lachen und weinen, empfinden Freude und Leid wie wir“, sagt die berühmte Affenforscherin Jane Goodall. Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich, denn ihre Gene, das heißt die Erbanlagen, stimmen zu mehr als 98 Prozent mit unseren überein. Kein Wunder, dass Schimpansen und Menschen sich ganz ähnlich verhalten.

Bildergebnis für SchimpansenVon Menschen und Affen

Schimpansen gehören als unsere nächsten lebenden Verwandten zu den Menschenaffen. Ihr Verhalten ist in vielen Bereichen ähnlich wie das von Menschen:

  • Die Affen drücken mit ihrer Mimik ihre Gefühle aus
  • Sie kommunizieren mit Händen, Füßen und Lauten
  • Sie sind sozial engagiert (sie bilden zum Beispiel Gruppen für gemeinsame Unternehmungen. Ganz wichtig: Einer pflegt das Fell des anderen, das erhält und stärkt die Freundschaft)
  • Sie stellen Werkzeuge her und benutzen sie geschickt (Sie benutzen zum Beispiel Steine oder Holzstücke als Hammer, Stöcke als Grabegeräte und zerkaute Blätter als Schwämme. )
  • Sie lernen voneinander und scheinen durch Ausprobieren Probleme lösen zu können
  • Sie haben ein „Ich-Gefühl“, das heißt, sie erkennen sich selbst im SpiegelÄhnliches Foto
  • Eine Affengemeinschaft

    Schimpansen leben in Gemeinschaften von etwa 40 bis 100 Tieren. Sie machen aber nicht immer alles zusammen, sondern bilden für bestimmte Aufgaben und Unternehmungen kleinere Gruppen, die sich ständig ändern: zum Beispiel für die Nahrungssuche, Fellpflege, Wanderungen oder Verteidigung des Reviers. Das Revier wird hauptsächlich von erwachsenen Männchen verteidigt, die auch Schimpansen anderer Gemeinschaften überfallen und sogar töten.
    Alles, was junge Schimpansen für das Leben wissen müssen, schauen sie sich von den älteren Tieren ab. So wird Erfahrung und Intelligenz vorgelebt, nachgeahmt und verfeinert – und nicht vererbt.

    DBildergebnis für Schimpansenie Werkzeugmacher

    Ein Schimpansen-Junges wird drei bis vier Jahre von der Mutter gesäugt, getragen und gepflegt. Und sie bringt ihm natürlich auch alle Tricks bei, wie man an Nahrung kommt. Zum Beispiel an Termiten, die sich in ihrem Hügel verbergen. Also zeigt die Mutter ihrem Nachwuchs, wie man ein passendes Werkzeug herstellt: Sie entrindet einen Zweig, schiebt ihn in den Hügel und zieht ihn samt Termiten wieder heraus. Die Insekten fühlten sich provoziert und haben sich an dem Stock festgebissen. Bevor sie entkommen können, hat die Schimpansen-Mutter den Ast abgeleckt. Es dauert nicht lange, und das Junge macht es ihr nach.

    Grundrechte für Menschenaffen?

    Jane Goodall und andere Forscher fordern für die Großen Menschenaffen dieselben Rechte, die für Menschen gelten. Denn alle vier Arten unserer nächsten Verwandten sind in höchster Not: Gorillas, Schimpansen und Bonobos (Zwergschimpansen) in Afrika und Orang-Utans ins Südostasien sind vom Aussterben bedroht. „Wenn es uns nicht gelingt, die Zerstörung der Wälder und die Jagd sofort zu stoppen, wird es bald keine Menschenaffen mehr geben“, sagt Jane Goodall. Und fügt hinzu: „Ich setzte meine letzte Hoffnung auf die Kinder.“

    Kinder und Erwachsene können dazu beitragen, die Regenwälder als Lebensraum für unsere nächsten Verwandten zu bewahren. Organisiere mit Freunden einen Infostand über den Regenwald als Lebensraum der bedrohten Menschenaffen. Beteilige dich an unseren Mal-Aktionen, erzähle allen die du kennst, was du über unsere nächsten Verwandten im Tierreich weißt.