Kategorie: Schwäbische Alb

Schwäbische Alb – Hayingen

Hayingen ist eine Stadt im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Hayingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (95,4 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Zu Hayingen mit den Stadtteilen Anhausen, Ehestetten, Indelhausen und Münzdorf gehören außer der Kernstadt Hayingen 13 weitere Dörfer, Weiler und Höfe.

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Reutlingen

Panorama von Süden

Im Stadtgebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Siedlungen; die 1208 alsAltmanshusen und 1217 als Altmannishusin erwähnte Siedlung Altmannshausen. Altmannshausen war in Besitz des Klosters Salem und wurde 1329 an die Stadionverkauft. 1437 war der Ort unbewohnt; das 817 alsPolstetin und 1208 als Bolstetin erwähnte Bolstetten ging in Altmannshausen auf, ebenso das 1268 als Horne/Uffenhorn Horn, das zu dieser Zeit im Besitz des Klosters Salem war. Ebenfalls in Besitz des Klosters Salem befanden sich der 1208 alsWilervelt erwähnte Weilerfeld und das 1282 als oppidum Wineden erwähnte Winden (alle im Stadtteil Anhausen); die beiden Orte Ettenheim und das 1364 als Pflumersbuch erwähnte Pflummersbuch im Stadtteil Ehestetten; das nach 1329 abgegangene Gehöft Baldenstein, der Ort Bühlenfingen, und die um 1100 erwähnten Siedlungen Leimgrube (als loco Leimgrube), Maisinhart (als Maisinhart), Schlechtenbuch (als Slehtinbuch), Wildsberg (als Wildisberc) das 1523 genannte Steinhausen (Stünhuser Feld) und der 1208 als Vainhusen genannte Ort Vainhausen. Vainhausen befand sich im Besitz desKlosters Heiligkreuztal, später im Besitz des Klosters Zwiefalten und ist im 15. Jahrhundert abgegangen (alle im Stadtteil Hayingen).

Nördlich von Münzdorf befinden sich die Reste der Gipfelburg Burg Weiler.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hayingen

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Schwäbische Schneckenzucht

Mšssinger Albtrauf  (Fotograf Armin-Dieter)

Mšssinger Albtrauf (Fotograf Armin-Dieter)

Rita Goller kennt die Wünsche der Spitzenköche und Feinschmecker ganz genau. Seit vier Jahren züchtet die 54-Jährige Weinbergschnecken für die Gastronomie. Eine ungewöhnliche Aufgabe, die vor elf Jahren begann, als sich Rita Goller zum NABU-Alb-Guide ausbilden ließ.

  • Rita Goller führt auch gerne Besuchergruppen durch die Schneckenfarm auf der Schwäbischen Alb.

  • Alb-Guide Rita Goller präsentiert ihre Schnecken. <br> <br/>

    Alb-Guide Rita Goller präsentiert ihre Schnecken.

  • Rita Goller ist täglich drei Stunden lang beschäftigt, Salat oder Löwenzahn für die Tiere zu besorgen, diese zu füttern und nach dem Rechten zu sehen.

    Rita Goller ist täglich drei Stunden lang beschäftigt, Salat oder Löwenzahn für die Tiere zu besorgen, diese zu füttern und nach dem Rechten zu sehen.

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    Albschnecke

Eine Holzschnecke deutet an, was sich hinter dem unscheinbaren Gartentor in Münsingen-Rietheim auf rund 3.000 Quadratmetern verbirgt. Kunststoffnetze umzäunen die insgesamt vier Gehege. Hier hängen mehrere Zentimeter lange Schnecken direkt neben nur wenige Millimeter großen Exemplaren. Außerdem halten sich die Weichtiere am Boden auf oder verstecken sich unter Altholz und Moos, die die Einfriedung zieren.

Mooshaufen

Mooshaufen

„Derzeit züchte ich zwischen 40.000 und 50.000 Schnecken“, berichtet Goller. Eine Menge Arbeit: Mit ihrem Mann Walter ist sie täglich drei Stunden lang beschäftigt, Salat oder Löwenzahn für die Tiere zu besorgen, diese zu füttern und nach dem Rechten zu sehen.

Eingedeckelte Schnecken 02,

Eingedeckelte Schnecken

„In den Gehegen habe ich unter anderem Salat, Thymian und Raps gesät. Das mögen sie gern. Doch das reicht bei Weitem nicht aus, da eine Schnecke täglich bis zur Hälfte ihres Eigengewichts verzehrt“, erklärt Rita Goller, während sie Salat in die Umzäunung wirft. Etwa 40 bis 50 Salatköpfe benötigt sie pro Tag, um alle satt zu kriegen. Manchmal kommt Giersch oder auch mal ein Stück Melone hinzu.

Rita Goller, Schneckengarten

Rita Goller, Schneckengarten

Schneckensammeln mit Tradition
Es ist eine ungewöhnliche Leidenschaft, die vor elf Jahren begann, als sich Rita Goller zum NABU-Alb-Guide ausbilden ließ. „Damals sollte ich eine Wanderroute entwerfen. Diese nannte ich ‚Burgen und Schnecken‘, da das Schneckensammeln im Großen Lautertal Tradition hat“, erzählt Goller. Bis zu 300.000 Exemplare im Jahr haben Züchter aus Hayingen-Weiler noch bis zum Ersten Weltkrieg nach ganz Europa exportiert.

Albschnecken 02

Albschnecken

 

Das Interesse an den Tieren wurde bei Goller immer größer, bis sie schließlich mit der Zucht begann. Doch die Rietheimerin hält die Schnecken nicht nur, sie beobachtet sie auch. Dazu hat sie sich zehn kleine Holzkästchen bei einem Schreiner anfertigen lassen. So erfährt sie beispielsweise, wie viele Eier die Tiere legen. „Im Schnitt ergeben sich aus einer Ablage von 40 bis 60 Stück etwa 30 neue Schnecken.“ Die Züchterin weiß aber noch viel mehr über die Tiere. „Wenn Weinbergschnecken am Baum hängen, sollte man sie dort lassen und nicht herunterreißen. Ansonsten werden ihre Schutzhüllen zerstört. Wachen sie bei Sonnenschein nicht auf, trocknen sie sehr schnell aus und sterben.“

Ernte im Winterschlaf
Außerdem müssen die Schnecken mindestens vier Jahre alt werden, bevor sie „geerntet“ werden. Denn erst mit dreieinhalb Jahren werden die Tiere geschlechtsreif. Es folgt ein stundenlanges Liebesspiel, das mit einer kurzen Begattung endet. Dabei reiben die Schnecken ihre Sohlen aneinander. Um die Nachzucht zu garantieren, wartet Rita Goller, bis die Tiere wenigstens einmal Eier gelegt haben. Die Jungen schlüpfen nach drei Wochen. „Früher hat man Weinbergschnecken nach drei Jahren geerntet. Das führte dazu, dass sie sehr selten geworden sind“, sagt Goller. Um die Spezies vor der Ausrottung zu schützen, ist das Sammeln in der Natur durch die Bundesartenschutzverordnung seit 2005 verboten und nur noch die Zucht erlaubt.

Burgruine im Lautertal Foto Martin Cyris

Burgruine im Lautertal Foto Martin Cyris

 

Die Züchterin erntet ab Ende Oktober, wenn sich die Schnecken bereits für die Wintermonate eingedeckelt haben und im Winterschlaf befinden. Das Einsammeln ist dann zwar aufwendiger, da sich die Tiere bis zu zehn Zentimeter tief im Boden eingegraben haben und nun wieder herausgeholt werden müssen, aber dafür ist der Darm entleert und fast schleimlos. Wer Schnecken dagegen im Sommer erntet, muss diese aushungern und entschleimen.

Schneckenwurst und Pralinen
Rita Goller gibt die Tiere, deren Deckel fest verschlossen und weiß ist, zuerst eine halbe Stunde lang in prudelndes Wasser. „So sterben sie im Schlaf einen Sekundentod“, erläutert die Expertin. „Danach hole ich den Körper mit einem Schaschlickspieß oder einer Spicknadel aus dem Haus heraus. Das Hinterteil schneide ich weg und spüle anschließend den restlichen Schleim ab, da nur die Kriechsohle gegessen wird. Zuletzt koche ich diese zwei Stunden lang.“

Ihre Schnecken verkauft Goller vorwiegend an die Gastronomie in der Region. Aber auch Feinschmecker aus ganz Deutschland melden sich bei ihr. Sie selbst isst sie am liebsten frisch gekocht aus dem Wurzelsud mit etwas Salz und Weißbrot. Neben einer Schneckenwurst hat sie auch schon Schneckenpralinen hergestellt. Ebenso stammt ein Schneckenkochbüchlein mit 15 Rezepten von ihr. Darin finden sich unter anderem Zubereitungstipps für Schneckengulasch oder -omelette. Dieses kann direkt bei Rita Goller für 6,80 Euro bestellt werden, ebenso wie ihre Schnecken. Wer mehr über die Tiere wissen möchte, kann dies nach vorheriger Anmeldung bei einer Führung in ihrem Schneckengarten tun.

Bianka Brobeil

Schwäbisches Barock – Basilika St. Martin (Weingarten)

wDie Basilika St. Martin und Oswald ist die 1724 geweihte frühere Stiftskirche derReichsabtei in Weingarten im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg.

Der Grundstein der Barockkirche wurde am 22. August 1715 gelegt. Sie ersetzte dieromanische Kirche des Benediktinerklosters. Der Neubau wurde während der Amtszeit von Abt Sebastian Hyller am 10. September 1724 durch den Bischof von Konstanz Johann Franz Schenk von Stauffenberg den Kirchenpatronen St. Martin und St. Oswald geweiht.w1

Die Kirche ist mit einer Kuppelhöhe von 67 Metern und einer Länge von 102 Metern das größte barocke Kirchenbauwerk in Deutschland und nördlich der Alpen. Abt Hyller, nach dem auch eine Straße in Weingarten benannt ist, wählte bewusst für den Neubau der Kirche nahezu die hälftigen Ausmaße des Petersdoms in Rom. Baumeister war Joseph Schmuzer, das Chorgestühl schnitzte 1720 bis 1724 der Bildhauer und Stuckateur Joseph Anton Feuchtmayer, er fertigte auch die Stuckaturen.w2

Seit der Auflösung der Benediktinerreichsabtei 1803 dient die Kirche als Pfarrkirche der katholischen Pfarrei St. Martin.w4

Ab 1922 war sie zugleich Klosterkirche des neu besiedelten Benediktinerklosters Weingarten (bis zur Auflösung dieser Abtei 2010).

1956 wurde die Kirche von Papst Pius XII. zur Basilica minor erhoben.w5

Die in der Kirche aufbewahrte Heilig-Blut-Reliquie ist Gegenstand religiöser Verehrung in ganz Oberschwaben. Sie steht im Mittelpunkt einer der größten Reiterprozessionen Europas, dem jährlich stattfindenden Blutritt.w6

https://de.wikipedia.org/wiki/Basilika_St._Martin_(Weingarten)

Schwäbische Alb – Barock – Schloss Mochental

sSchloss Mochental ist ein Schloss im Renaissance-Stil nahe der Großen Kreisstadt Ehingenim Südosten Baden-Württembergs.

Das Schloss liegt oberhalb der Donau im Kirchener Tal rund acht Kilometer westlich von Ehingen am Südrand der Schwäbischen Alb. Dem dreiflügeligen Schloss angegliedert ist direkt unterhalb ein landwirtschaftliches Gut, das zusammen mit dem Schloss ein nahezu geschlossenes Geviert bildet.

s2Geschichte

Schloss Mochental
Hof
Nordseite

Um das Jahr 1000 errichteten die Grafen von Mochental die Burg Mochental sowie eine Kapelle. Diese wurde 1049 von Papst Leo IX. dem Heiligen Nikolaus geweiht. 1192 schenkte Graf Ulrich I von Berg die Burg mit der Kapelle dem Kloster Zwiefalten. Mochental wurde dessen Propstei.s3

Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts wurden anstelle der zerfallenden Burg die Propstei und die Nikolaus-Kapelle mehrfach erneuert und ausgebaut. 1730 wurde das Hauptgebäude der Propstei bei einem Brand zerstört. In den folgenden drei Jahren erbauten die Brüder Joseph und Martin Schneider unter Abt Augustin das Schloss mit seinen 365 Fenstern in seiner heutigen Gestalt.s5

1734 bemalte der Kirchenmaler Franz Josef Spiegler die Kapelle mit Bildern aus dem Leben des heiligen Nikolaus.[1] 1737 malte der Riedlinger Maler Joseph Ignaz Wegscheider im Hubertussaal ein orientalisches Festmahl. Im Rahmen der Säkularisation fiel das Kloster Zwiefalten und damit Mochental am 25. November 1802 an das Herzogtum und spätere Königreich Württemberg. 1816 starb der letzte Abt Zwiefaltens auf Schloss Mochental.s6

Zwischen 1822 und 1976 wurde das Schloss in verschiedener Hinsicht genutzt. Es diente als Forstamt, als Unterkunft für Arbeitsdienst, anschließend als Verwaltungssitz der französischen Militärregierung und später als Internatsschule. Nach einer privat finanzierten Innenrenovation wurde 1985 die Kunstgalerie Schloss Mochental eröffnet, die von dem Kurator und art Karlsruhe-Gründer Ewald Karl Schrade geleitet wird.

Schwäbische Alb – Barockkirchen – Erzabtei Beuron

bDie Erzabtei St. Martin zu Beuron (lat. Archiabbatia Sancti Martini Beuronensis) ist ein seit 1863 bestehendesBenediktinerkloster in Beuron im Oberen Donautal und Stammkloster der Beuroner Kongregation. In den Gebäuden bestand zuvor zwischen dem 11. Jahrhundert und 1803 das Augustiner-Chorherrenstift Beuron.

Augustiner-Chorherrenstift Beuron

Klosterareal Beuron (1787)

Die Gründung des Klosters fällt wohl in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts (um 1080/1090?). Damals wurde an einem hochwasserfreien Platz im Donautal durch den Adligen Peregrin vonHosskirch für eine nach einer Kanonikerregel lebende Männergemeinschaft das Stift St. Maria und St. Martin errichtet. 1097 nahm Urban II. das Stift in päpstlichen Schutz und gewährte ihm freie Propstwahl und die römischen Freiheiten; eine königliche Schutzurkunde datiert von 1131. Aus dem Jahr 1146 stammen die Nachrichten, dass in Beuron die Gewohnheiten der Abtei Murbach(Vogesen) und die Augustiner-Chorherren-Regel gelten.b2

In der Mitte des 13. Jahrhunderts erscheint Beuron als landsässigesStift der Herrschaft Mühlheim. Diese Herrschaft gehörte damals denGrafen von Hohenzollern, kam 1391 an die Herren von Weitingen und 1409 an die Freiherren von Enzberg. Die Enzberger übten daher auch die landesherrlichen Rechte über die Beuroner Besitzungen aus – teilweise jedoch nur im Auftrag Österreichs (Verträge 1452 und 1615), das gewisse Lehenshoheiten in Teilen der Herrschaft Mühlheim innegehabt zu haben scheint. Die Enzberger wurden vermutlich seit dem 16. Jahrhundert als Teil der Reichsritterschaft angesehen, und als sich letztere in Ritterkreisen und Ritterkantonen zu organisieren hatte, wurde die Herrschaft Mühlheim Teil des Reichsritterkantons Hegau-Allgäu-Bodensee.b3

Bischof Hugo von Konstanz gab dem Stift 1499 bei einer Visitation neue Statuten und setzte 1513 den Kreuzlinger AugustinerJohannes Weck als Verwalter ein. Die Schwerpunkte des Beuroner Grundbesitzes lagen nördlich der Donau in Irndorf,Königsheim, Böttingen und Mahlstetten, und südlich der Donau zwischen Beuron und Unterschwandorf südlich der Donau. Dazu kam Fernbesitz, der mittels der drei Schaffnereien Freiburg im Breisgau (Verkauf 1668), Stafflangen (bei Biberach, Verkauf 1737) und Mengen (Verkauf 1751) verwaltet wurde. Weitere Schaffnereien bestanden in Mühlheim, Egesheim undEbingen/Balingen.b4

Seit etwa der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts versuchte Beuron, seine Rechte auszubauen und sich von der Herrschaft Mühlheim zu lösen. 1687 erhob Papst Innozenz XI. die Propstei zur Abtei. 1721 versuchte Österreich erfolglos, aus Beuron ein landsässiges Kloster Österreichs zu machen. Beuron strebte nun nach der Reichsstandschaft. Hierfür benötigte man ein reichständisches Territorium. Scheiterte 1737 noch der Kauf der reichsritterschaftlichen Herrschaft Randegg, so gelang 1751 der Erwerb des hohenzollerischen Dorfs Bärenthal mit dem Schlösschen Ensisheim. Jedoch war damit nur eineNiedergerichtsherrschaft verbunden, die höheren Rechte scheinen bei Österreich geblieben zu sein. Abt Rudolf Reichel (1751–1790) versuchte vergeblich, für diese Herrschaft die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen, weswegen er zahlreiche gefälschte Dokumente anfertigen ließ. Diese Betrugsversuche wurden bekannt, dennoch gewährte Österreich 1791 der Abtei als österreichisches Lehen die Territorialhoheit in Bärenthal sowie den Gütern Ensisheim und Rheinfeld/Reinfeld (bei Beuron).b5

In der noch kurzen verbleibenden Zeit der Existenz des Reiches bis 1803/1806 scheint diese neue Rechtslage allerdings keine großen Auswirkungen mehr gehabt zu haben. Denn Beuron erscheint weder als reichsständisches Terrorium im Reichstagnoch als kreisständisches Territorium im Schwäbischen Kreis oder im Österreichischen Kreis. Vielleicht galt der winzige Beuroner Staat mit etwa 500 Untertanen nun als reichsunmittelbar ohne Reichs- und Kreisstandschaft. Offensichtlich wurde er aber nicht mehr als Teil der Herrschaft Mühlheim angesehen, denn Beuron fiel 1802/1803 an die Grafschaft Hohenzollern-Sigmaringen, während die Herrschaft Mühlheim 1806 zum Herzogtum Württemberg kam. Dominikus Mayer war von 1790 bis 1802 letzter Abt des Augustiner-Chorherrnstifts Beuron.b6

 

Schwäbische Alb – Barockkirchen – Pfarrkirche Täferrot

tDie Pfarrkirche St. Afra Täferrot hat den Charakter einer romanischen Chorturmkirche bewahrt, zeigt sich aber als gotischer Bau, wobei über dem Südportal mit der Jahreszahl 1491 wohl nur eine weitere „Modernisierung“ dokumentiert ist. t1Portale und Fenster sowie das Netzrippengewölbe werden in dieser Bauphase entstanden sein. Zwei in die Chorwände eingemauerte Schlusssteine zeigen Maria mit dem Kinde, gekrönt und mit Zepter als „Himmelskönigin“ sowie die Heilige Barbara mit Kelch und Hostie. Besonders eindrucksvoll sind die Chorstühle aus der Renaissance mit eingeritzten Halbfiguren von Propheten und mit Schriftbändern. Sie gehörten nicht Klerikern, sondern den Freibauern der „Waibelhube ob Gmünd“. Sie wurden ausgangs des 17. Jahrhunderts farblich neu gefasst. t21906 wurden dann vier gleichartige weitere Chorsitze geschaffen. Die Decke des Kirchenschiffs wurde um 1683 bemalt, im Stil der Renaissance. Mehr Raum für Besucher wurde durch den Einbau einer auf fünf Säulen gestützten Empore geschaffen, die auf die- nach Einführung der Reformation wesentlich gewordene- Kanzel ausgerichtet ist. Diese Kanzel ist durch fünf schmale Tafelbilder geschmückt, die Jesus als Weltenherr und die Evangelisten mit ihren Symbolen zeigen. Die Emporenbrüstungen sind mit alttestamentarischen Szenen im Westen und Szenen aus dem Leben Christi im Norden geschmückt.

Schwäbische Alb – Barockkirchen – Abtei Neresheim

nDie Abtei Neresheim (St. Ulrich und Afra) ist ein Benediktinerkloster in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Baden-Württemberg und Mitglied der Beuroner Kongregation. Ihre Kirche, ein Spätwerk Balthasar Neumanns und von Georg Dehio als „erschütternd großartig“ gewürdigt, gilt als einer der bedeutendsten Kirchenbauten des Spätbarock.n1

Geschichte

Westansicht des gesamten Geländes
Ansicht von etwa 1875n2

Das Kloster wurde 1095 von Graf Hartmann I. von Dillingen und seiner Frau Adelheid von Winterthur-Kyburg, vermutlich eine Tochter des letzten Winterthurer Grafen Adalbert II. und damit Stammmutter der Grafen von Kyburg, als Augustiner-Chorherrenstift gegründet und 1106 in eine Benediktinerabtei umgewandelt, die sich der Hirsauer Reform anschloss. n3Die ersten (Benediktiner-)Mönche kamen aus den Klöstern Petershausen und Zwiefalten. Neben der Männergemeinschaft existierte auch ein Frauenkonvent, der jedoch Mitte des 13. Jahrhunderts einging.n4

Die Dillinger hatten sich lediglich die Vogteirechte über die Abtei gesichert, was nach dem Aussterben der Grafen 1258 einen jahrhundertelangen Rechtsstreit um den Status des Klosters, das sich keinesfalls mit der drohenden Landsässigkeit abfinden wollte, auslöste. n5Als Nachfolger der Dillinger beanspruchten die Grafen von Oettingen diese Rechte. Außerdem machte das Hochstift Augsburg, dessen Bischof in verwandtschaftlicher Beziehung zur Stifterfamilie stand, Ansprüche geltend.n6 1263 beendet ein Urteil von Albertus Magnus – vorerst – den Streit: Die Vogtei kam formal an das Hochstift, blieb de facto aber in Form einerPfandschaft bei Oettingen.n7

Im 13. Jahrhundert besaß die Abtei sieben Dörfer sowie Streubesitz und Einkünfte in 71 weiteren Orten vor allem des Härtsfelds, außerdem waren ihr 10 Pfarreien inkorporiert.n10 Wiederholt wurde das Kloster durch Brände, aber auch durch Kriegshandlungen zerstört: so bereits im 12. Jahrhundert, als Neresheim mit anderen Hirsauer Reformklöstern auf päpstlicher Seite stand, im Schmalkaldischen Krieg, im Dreißigjährigen Krieg und in den Kriegen im Gefolge der französischen Revolution.n11

Ende des 16. Jahrhunderts flammte der Konflikt um die Reichsunmittelbarkeit der Abtei wieder auf, als Oettingen-Wallerstein die Jurisdiktionsgewalt forderte. Eine kaiserliche Kommission vermittelte 1583 in München einen Vergleich. 1739 gerieten die Parteien wegen des Verkaufs von Holz erneut in Streit, was eine regelrechte Prozesslawine auslöste: Die Grafen von Oettingen-Wallerstein erhoben Klage vor dem Reichskammergericht in Wetzlar, die Abtei vor dem Reichshofrat – möglicherweise erhoffte sich der Konvent dort bessere Chancen. Da die Oettinger schneller vorstellig wurden, wurde das Verfahren, das von beiden Seiten mit großem Aufwand betrieben wurde und von Propaganda begleitet war, vom Reichskammergericht geführt. Nach mehr als 20 Jahren Prozessdauer einigte man sich auf einen Vergleich, der nach Nachbesserungen auch vom Reichshofrat gebilligt wurde: 1764 erlangte die Abtei die Reichsstandschaft, erkaufte dies aber mit der Abtretung von zahlreichen Besitzungen (darunter die Stadt Neresheim) an die Grafen von Oettingen-Wallerstein. Der Abt konnte daher nur über ein winziges Territorium die weltliche Herrschaft ausüben.

Das Kloster wurde durch die Säkularisation im Jahr 1802 aufgehoben und fiel an die Fürsten von Thurn und Taxis, 1806 anBayern, 1810 endgültig an Württemberg. Wertvolle Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände der Abtei gelangten über die Thurn und Taxis durch Kauf 1993 an den Freistaat Bayern. Ein Großteil der Bibliothek ist heute wieder als Leihgabe in Neresheim, nachdem ein bereits 1828 geplanter Verkauf nicht realisiert wurde. Die Bibliothekskataloge des 18. Jahrhunderts befinden sich allerdings weiterhin in Regensburg.

Die Fürsten von Thurn und Taxis ermöglichten 1919 auch die Wiederbesiedlung durch Benediktiner aus Beuron und der Abtei Emaus in Prag. Erster Abt nach der Wiederbegründung wurde Bernhard Durst (1921–1965). Sein Nachfolger war Johannes Kraus (1965–1977).

https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Neresheim

Schwäbische Alb

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sa1Die Schwäbische Alb, früher auch Schwäbischer Jura oder Schwabenalb genannt, ist ein knapp 200 km langes Mittelgebirge in Süddeutschland. sa7Es besteht aus mesozoischem Jurakalk und liegt großteils in Baden-Württemberg, zieht aber mit seinen Nordost-Ausläufern auch nach Bayern.sa2 Die Alb ist eine durch Erosionseinflüsse zerteilte Hochebene, die nach Nordwesten durch einen sehr markanten Steilabfall begrenzt wird, nach Südosten hingegen sanft abdacht und dort jenseits des oberen Donautals ins Alpenvorland übergeht.sa3

Der nordwestliche Steilabfall wird Albtrauf genannt und trennt die Albhochfläche vom Albvorland. sa5Im Nordosten endet das Mittelgebirge am Nördlinger Ries.

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Nach Südwesten kann es mit der schwäbisch-niederalemannischen Sprachgrenze bei Tuttlingen und Spaichingen abgegrenzt werden, oft sind aber weitere Gebiete Gegenstand der Betrachtung (vgl. Naturräumliche Gliederung). Die Länge des Gebirges beträgt etwa 180 Kilometer, die Breite 35–40 Kilometer.sa4

Geologisch gesehen ist die Schwäbische Alb eine Schichtstufe und als solche Element des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes. sa10Sie ist ferner Teil der Tafeljuralandschaft zwischen Basel und Coburg. Diese Tafeljuralandschaft wiederum ist mit Faltenjura und Fränkischer Alb Bestandteil der Juragebirgszüge zwischen Genf und Nürnberg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bische_Alb

Schäbische Alb – Linsen

l7Der Begriff Alb-Leisa bezeichnet zum einen die Öko-Erzeugergemeinschaft „Alb-Leisa“, dann die von dieser Gemeinschaft genutzte Handelsbezeichnung Alb-Leisa für die produzierten Linsen und schließlich bezeichnet Alb-Leisa mundartlich mehrere alte Sorten der Linse des Züchters Fritz Späth. „Leisa“ bedeutet Linsen auf schwäbisch.l4 Die Erzeugergemeinschaft betreibt eine zentrale Reinigungsanlage für die Linsen und bestand im Jahr 2011 aus 52 Anbaubetrieben auf der Schwäbischen Alb, bei einer Anbaufläche von knapp 150 ha, im Jahr 2015 aus 70 Betrieben. Die Gemeinschaft beliefert ca. 100 gastronomische Betriebe und über 300 Bioläden, fast ausschließlich in Baden-Württemberg.l2

Geschichte

Die ursprünglich vorderasiatische Linse ist eine der ältesten Kulturpflanzen.[3] Die Schwäbische Alb und angrenzende Gebiete waren bis in die 1950er Jahre ein besonderer Schwerpunkt im deutschen Linsenanbau, zum Teil wurde auch nur für den Eigenbedarf produziert. Danach wurde der Linsenanbau mangels Rentabilität eingestellt. Mehrere Jahrzehnte wurden in der Region keine Linsen mehr kultiviert. 1985 nahm der Biohof Mammel die alte Tradition des Linsenanbaus in Baden-Württemberg in Lauterach (Alb-Donau-Kreis) wieder auf. Die Nachfrage war so groß, dass zur Deckung der Nachfrage 2001 die Erzeugergemeinschaft gegründet wurde. Dabei stellte sich heraus, dass im Handel kein Saatgut der früher üblichen Sorten mehr zu finden war.

Sortenpflege

Späths Alblinse II „Die Kleine“

Da die alten Sorten nicht mehr verfügbar waren, behalf man sich mit der französischen Puy-Linse, die für Böden und Klima der Schwäbischen Alb geeignet ist. Sie war 2011 die meistproduzierte Sorte. Die klassischen Sorten „Späths Alblinse klein“, „Späths Alblinse groß“ und „Späths Hellerlinse“ vom Züchter Fritz Späth aus Haigerloch wurden in der Genbank des St. Petersburger Wawilow-Institutes entdeckt und erst im Jahr 2006 nach Deutschland zurückgeholt. l5Seitdem werden sie wieder angebaut und vermehrt. „Späths Alblinse klein“ ist relativ klein und dunkelbraun bis schwarz marmoriert. Sie wurde im Herbst 2011 zum ersten mal wieder in den Handel gebracht. Derzeit werden drei Genotypen unter den Akzessionsnummern „K-2076“ (kleinsamige „Späths Alb-Leisa I“) und „K-2106“ (großsamige „Späths Alb-Leisa“) angebaut (VIR 2008a). Sie sind unter der Bezeichnung Alb-Leisa der Erzeugergemeinschaft geschützt.l8

Die Sortenpflege und Saatguterzeugung übernimmt der Landwirt selbst, der die Linsen anbaut oder die Erzeugergemeinschaft. Professionelle Saatgutvermehrer gibt es hier kaum.

Vermarktung

500-g-Packung Späths Alblinse I „Die Große“

Die Vermarktung geschieht zentral durch den Biohof Mammel. Die Transportwege sollen kurz bleiben, darum wird nur in die weitere Umgebung nach Baden-Württemberg und in das angrenzende Bayern geliefert. Beliefert werden sowohl Gastronomiebetriebe, die den Schwerpunkt auf lokale Küche setzen, als auch Hofläden und Bioläden in der weiteren Region. Die Alb-Leisa sind inzwischen in die Arche des Geschmacks bei Slow Food aufgenommen. Einzelne Erzeuger der Gemeinschaft vermarkten selbst unter eigenen Bezeichnungen.l6

Schwäbische Alb – Kloster Zwiefalten

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Das Kloster Zwiefalten ist ein ehemaliges Benediktinerkloster in Zwiefalten am südlichen Ausläufer der Schwäbischen Alb im Landkreis Reutlingen. Die Anlage beherbergt heute eine psychiatrische Klinik.

Gründung und Frühzeit

Die Klosterstiftung (1089) fällt in die Zeit nach dem Investiturstreit zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Die beiden Gründer, die Grafen Kuno und Liutold von Achalm, waren päpstliche Parteigänger gewesen und schufen sich in Zwiefalten eine standesgemäße Rückzugs- und Begräbnisstätte. Als Ratgeber bei dem Projekt wirkten unter anderem der ebenfalls papsttreue (und deswegen aus seiner Diözese vertriebene) Bischof Adalbero von Würzburg und Abt Wilhelm von Hirsau.kl2

Am 8. September 1089 wurde die Gründung offiziell vollzogen, nachdem sie mit ihrem Neffen, dem Grafen Werner von Grüningen, im Bempflinger Vertrag ihr Erbe geregelt hatten. Die ersten Bewohner waren zwölf Mönche und fünf Laienbrüder aus dem von den cluniazensischen Reformen geprägten Kloster Hirsau im Nordschwarzwald. Die Neugründung wurde mit reichem Schenkungsgut ausgestattet, darunter Teile der Orte Neuhausen an der Erms, Tigerfeld und Dietikon sowie die Kirche von Buch im Thurgau und anderes. Die verschiedenen Besitztümer lagen zu Beginn über den gesamten südwestdeutschen Raum verstreut bis in die Gegend von Chur und im Elsass.

Die Grafenbrüder Liuthold und Kuno von Achalm fürchteten, dass aus Ermangelung erbberechtigter Nachkommen dem Kloster gegenüber Gewalt und Zwang ausgeübt werden könnten, wenngleich sie es auch weiterhin unter ihrer Herrschaft behielten. (In Kunos Hand lag auch das Recht der Vogtei und Schirmherrschaft.) Daher übertrugen sie 1092 dem Grafen Mangold von Veringen das Eigentumsrecht unter der Bedingung, dass er zum Apostolischen Stuhl nach nach Rom ginge und das Kloster der Jungfrau Maria dem Schutz und der Herrschaft der römischen Kirche unterstelle.[1]

1093 bestätigte Papst Urban II. diese Schutzherrschaft und verlieh der Abtei verschiedene Rechte. Als Gegenleistung wurde die symbolische jährliche Entrichtung eines Goldstückes festgesetzt.

1092 starb Graf Kuno, am 18. August 1098 sein Bruder Liutold, der seinen Lebensabend als Mönch im Kloster verbracht hatte. Der Großteil ihres Erbes fiel dem Kloster zu. 1109 schließlich erhielt die Abtei die Weihe durch Bischof Wido von Chur.

Bis zum Ausgang des Mittelalters

In den Jahren 1095 bis 1139 erlebte das Kloster eine erste Blütezeit und entwickelte sich zu einem kulturellen und religiösen Zentrum der Region. Zahlreiche Mitglieder bedeutender schwäbischer Adelsfamilien folgten dem Vorbild des Grafen Liutold und traten in die Klostergemeinschaft ein (so Adalbert von Oberstetten und Otto von Steußlingen aus dem Geschlecht der Alaholfinger oder Berthold von Sperberseck). In dieser Zeit entstand auch ein paralleles Frauenkloster, das bis ins 14. Jahrhundert Bestand hatte.

Schloss Mochental

Durch Schenkungen (so 1192 die Burg Mochental, später als Schloss Mochental Propstei des Klosters) oder Zukauf (so der Ort Oberstetten am 19. Juli 1497 erworben für 9350 Gulden) wuchs der Klosterbesitz kontinuierlich weiter und bildete allmählich im Gebiet des heutigen Landkreises Reutlingen ein weitgehend geschlossenes Territorium, das seit dem frühen 14. Jahrhundert de facto unter der Vogtei der Grafen und späteren Herzöge von Württemberg stand.

Trotz zahlreicher Streitpunkte zwischen Kloster und Landesherren, die ihrerseits ihr Territorium zu erweitern und arrondieren suchten, respektierten doch beide Parteien die gegenseitigen Verpflichtungen. Als etwa im Rahmen von Besitzstreitigkeiten zwischen Zwiefalten und dem Reich um das Dorf Kohlberg Friedrich III. ein Heer zur Durchsetzung seiner Ansprüche nach Reutlingen entsandte (März 1461), stellte sich Graf Ulrich von Württemberg diesem mit einer eigenen Streitmacht zur Verteidigung der Zwiefaltener Rechte entgegen.

Von der Reformation bis zur Säkularisation

Zwiefalten

Reformation und Bauernkriege verursachten besonders im Südwesten Deutschlands starke Unruhe und Verwüstungen; das Kloster selbst wurde 1525 geplündert. Doch konnte Zwiefalten die Ausbreitung des neuen Glaubens auf sein Territorium verhindern. In der Folgezeit kam es aber immer wieder zu Reibereien mit dem jetzt protestantischen Württemberg.

Während des 17. und 18. Jahrhunderts verstärkten die Württemberger den Druck auf Zwiefalten, das sich aber immer noch weiter entwickelte. 1717 kam etwa der Ort Großengstingen in Klosterbesitz.

1750 schließlich gelang es der Abtei, sich von allen Verpflichtungen den Württembergern gegenüber freizukaufen und die Reichsunmittelbarkeit zu erwerben. Sie wurde dadurch Reichsabtei, von jetzt an waren die Zwiefaltener Äbte reichsfreie Landesherren. Kleinere Teile des Klosterbesitzes wurden in diesem Zusammenhang an Württemberg abgetreten, so die zuvor zwischen den Parteien umstrittenen protestantischen Orte Neuhausen an der Erms und Ödenwaldstetten sowie verschiedene Besitzungen in Großengstingen und Derendingen.

Im Rahmen der Säkularisation wurde das Kloster als eines der ersten bereits am 25. November 1802 aufgelöst. Der Besitz fiel an das 1806 zum Königreich erhobene Württemberg. Ab 1812 wurden die Gebäude als „königliche Landesirrenanstalt“ genutzt, später als psychiatrisches Landeskrankenhaus. Das heutige „Zentrum für Psychiatrie – Münsterklinik Zwiefalten“ wird seit 2003 durch das Württembergische Psychiatriemuseum ergänzt.

Baugeschichte

Hochaltar

Im 15. Jahrhundert wurde die ursprünglich romanische Klosterkirche im Geschmack der Spätgotik umgestaltet – Indiz für den wirtschaftlichen Aufschwung der Klostergemeinschaft in dieser Zeit. Kunstgeschichtlich bedeutsam ist der Neubau des Zwiefaltener Münsters von 1741 bis 1753 durch den Baumeister Johann Michael Fischer, der damit ein Hauptwerk des Spätbarock aus Gauinger Travertin schuf. Die Wandpfeilerkirche in der Tradition der Auer Zunft umschließt einen der größten Kirchenräume Deutschlands. Den Innenraum gestalteten bis 1765 Johann Joseph Christian aus Riedlingen (Figurenschmuck), Franz Josef Spiegler aus Wangen (Deckenmalerei) und Johann Michael Feuchtmayr aus Wessobrunn (Stuckatur). Die Kirche gilt als ein Gesamtkunstwerk des süddeutschen Rokoko.[2]

Das Klostergebäude in seiner heutigen Form entstand neben dem alten Münster ab 1668 nach Plänen von Tommaso Comacio (ausgeführt durch Michael Thumb und Franz Beer). Die gesamte Anlage wurde von 1974 bis 1984 umfassend restauriert.

 

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