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Kategorie: Schwimmende Gärten

Schwimmende Gärten – Ende des Hungers der Welt

m4In Bangladesch, Thailand, Indonesien und den Philippinen nutzt die Bevölkerung diese Methode, um trotz Überschwemmungen Essen zu produzieren und Überschüsse auf dem Markt zu verkaufen.
Schwimmende Gärten: Ernten vor Überflutungen retten
Schwimmende Gärten bieten in überschwemmten Regionen neue Formen des Gemüseanbaus. In Asien feiert die Methode bereits Erfolge, nun versucht eine lokale Entwicklungsorganisation in Mosambik den Erfolg zu reproduzieren.i2

Wieder ist es so weit: Der Regen ist in Mosambik angekommen. Von November bis März verdrängt das Plätschern des Regens die Erinnerung an die vorhergehenden Dürremonate. Die Landschaft erblüht, alles sieht saftig und grün aus und ist von einer schimmernden Wasserschicht überzogen.i1

Doch ganz so harmlos ist die Regensaison nicht. Besonders in diesem Jahr blieb sie lange aus, kam dafür aber im Januar umso heftiger. Zwischen dem 11. und 18. Januar 2015 schwollen die Gewässer der Region Zambezia zu ihrer achtfachen Größe an. 85.000 ha Land standen nahe der Küste und entlang des Stromes Zambezi unter Wasser, schätzt die UNOSAT. Das entspricht der Fläche Kulturland, die in der Schweiz über 24 Jahre verloren ging1. Das Wasser zieht sich zwar im März wieder zurück, aber Häuser und Besitztümer sind für viele verloren. Ebenso die Ernten.i3

Die Folgen der Überschwemmungen für die mehrheitlich selbstversorgenden, kleinbäuerlichen Familien sind gravierend. 2013 gingen landwirtschaftliche Erzeugnisse von 210.587 ha bereits bewirtschaftetem Ackerland und über 3.000 Tiere in den ausufernden Wassermassen unter.b

Ohne Land, kein Essen
Die Lebensgrundlage zerstört, flüchten sich viele Betroffene in Zeltlager und sind auf die Lebensmittelspenden der Hilfsorganisationen angewiesen. In Mocua, einer Stadt in Zambezia, ist die Brücke zerstört. Auf der einen Seite werden die Leute mit dem Nötigsten versorgt; Oxfam, Unicef und das World Food Programme sind anwesend. Auf der anderen Seite des Flusses ernährt sich die Bevölkerung seit einer Woche von Mangos oder Cashewnüssen, deren Bäume noch aus dem Wasser ragen, sagt Romea Brügger. Die Schweizerin lebt in Mosambik und arbeitet bei der lokalen Entwicklungsorganisation Kukumi als Projektverantwortliche. Kukumi bedeutet in der lokalen Sprache Chuabo „miteinander“ und unterstützt die Bevölkerung bei der Krisenbewältigung.b4

Die Möglichkeiten bei Überschwemmungen sind begrenzt. Außser der Landwirtschaft oder der Fischerei existieren in der Zambezi-Provinz kaum alternative Einkommensquellen. Doch dieses Jahr möchte die Organisation etwas Neues ausprobieren: die schwimmenden Gärten.

Die Initiative des Projektes stammt von der Schweizer Projektleiterin, welche die „floating gardens“ auf Reisen in Thailand antraf. „In Bangladesch, Thailand, Indonesien und den Philippinen nutzt die Bevölkerung diese Methode, um trotz Überschwemmungen Essen zu produzieren und Überschüsse auf dem Markt zu verkaufen. Wieso nicht in Mosambik?“, fragt Romea Brügger.b1

Schwimmende Gärten
Das Konzept ist relativ einfach. Wasserhyazinthe, ein aus Südamerika eingeschlepptes, wucherndes Unkraut, wird abgeschnitten und mit Stöcken zu einem Floss geflochten. Darauf wird eine zirka 25 cm dicke Schicht aus Erde und natürlichem Dünger gepackt, in welcher kurzzyklische Pflanzen gedeihen können. Das ganze wird als schwimmendes Beet am Rande des Flusses verankert. Nach einiger Zeit zersetzen sich die Flösse leicht im Wasser und müssen daher jedes Jahr von neuem gebaut werden. Die Überreste des Vorjahres können jedoch als Kompost für die nächsten Kulturen genutzt werden, wodurch die schwimmenden Gärten auch in der Trockenzeit die Produktivität steigern.

Günstig und effektiv
Die Methode hat großes Potential. In Bangladesch konnten Familien dank der schwimmenden Gärten zwischen 11 und 35% ihres Haushaltbudgets decken 2. Studien und Erfahrungsberichte aus Asien sprechen alle von einer großen „Exportierbarkeit“ der Methode in andere Ecken der Welt. Sofern Wasserhyazinthe verfügbar ist, haben die meisten Familien nur indirekte Kosten durch die Arbeitszeit für den Bau des Beetes. Allenfalls müssen Samen eingekauft werden. Der Dünger wird meist aus Mist oder zersetzter Wasserhyazinthe gewonnen.

Wenig Alternativenw
Der Erfolg ist aber noch nicht garantiert, dafür ist die Methode in anderen Regionen zu wenig erforscht. In Mosambik bieten sich im Moment nur wenige Alternativen an. Die Anpassungsmethoden der Bevölkerung sind beschränkt. Obwohl sich die Bevölkerung der erhöhten Gefahr von Überschwemmungen entlang der Gewässer bewusst ist, zieht es die meisten doch an die Ufer zurück. Denn ohne Fahrrad oder Transportmöglichkeiten kommen sie anders nicht an Wasser.

Am meisten gefährdet sind die Bewohner von flussnahen Städten. Sie sind ebenfalls Selbstversorger und laufen jeden Morgen auf die Felder – außer in der Regenzeit. Wegen der limitierten Einkommensmöglichkeiten und der klimatisch bedingten tiefen landwirtschaftlichen Produktivität, kann die Bevölkerung keine Reserven anlegen, um die Regenzeit zu überbrücken.

Auf dem Land, wo es mehr Raum gibt, versuchen die Bauern die Dürren und Fluten mit zwei Feldern zu überleben. Eines ist etwas tiefer gelegen und meist näher am Haus, das zweite liegt höher und bleibt bei Überschwemmungen über dem Wasserspiegel. Auch ernähren sie sich von Wasserhyazinthe, erklärt Brügger.w1

Zum ersten Mal in Afrika
Wenn sich Romea Brügger in der Region um die Stadt Mocua umsieht, gäbe es so viele Flächen für die schwimmenden Gärten. Doch schwimmende Gärten wurden ihres Wissens noch nicht in Afrika eingesetzt. Theoretisch seien die Voraussetzungen gegeben. „Ob es praktisch auch klappt, wollen wir nun herausfinden”, sagt Brügger.

Kukumi plant die ersten Versuchsfelder in einem kleinen Dorf bei Nicoadala in der Provinz Zambezia. Die Organisation weist zirka zehn Teilnehmer einer Kooperative in den Bau der Flösse ein und stellt ihnen die Materialien zur Verfügung. Dank der großen Diversität in Mosambik, kommen viele Pflanzen für den Anbau infrage.w2

Doch es gibt auch Einschränkungen, denn nicht alle Standorte eignen sich für schwimmende Gärten. Die schwimmenden Gärten müssen auf einem Gewässer sein, das trotz ansteigendem Pegel ruhig bleibt. Denn Strömungen und Wellen können das Floss zerstören oder wegtreiben. Die Stelle müsste also einigermaßen geschützt sein, was besonders bei starken Regenfällen schwierig ist. Auch sollte Wasserhyazinthe am Standort verfügbar sein, sonst erhöht sich der Arbeitsaufwand erheblich.

Diese Faktoren wurden bei der Auswahl des Standortes berücksichtigt, sagt Brügger. Kukumi bleibt zuversichtlich, nicht zuletzt weil auch Oxfam am Projekt Interesse gezeigt hat und es mitfinanziert. „Floating Gardens” können keine Pauschallösung für alle bieten. Doch sie bieten der Bevölkerung eine Möglichkeit, dem Wasser aus eigenen Kräften zu trotzen.
Autor: Alexandra Carter, lid

Schwimmende Gärten – Überblick

Schwimmende Gärten – Bangladesch

Bai­kan­ta­pur liegt rund 170 Ki­lo­me­ter von der Haupt­stadt Dhaka ent­fernt. Die 900 Fa­mi­li­en, in der Mehr­heit Hin­dus, sahen sich in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren immer stär­ke­ren Re­gen­güs­sen aus­ge­setzt. Der 78-jäh­ri­ge Kar­tik Mon­dal Sen er­in­nert sich noch gut an die Zei­ten, als sich Reis­fel­der in der Ge­gend bis zum Ho­ri­zont er­streck­ten. „Wir haben ganz gut vom Anbau und Ver­kauf von Reis ge­lebt“, er­zählt er. „Un­se­re Re­gi­on war bis in ent­fern­te Ge­gen­den be­kannt für die guten Ern­ten und un­se­ren fei­nen Bai­kan­ta­pur-Reis.“

Noch vor 50 Jah­ren habe man pro­blem­los durch das Dorf fah­ren oder lau­fen kön­nen. Jetzt sind die Stra­ßen und Wege in einem Um­kreis von 40 Qua­drat­ki­lo­me­tern das ganze Jahr über über­schwemmt. Doch die Be­woh­ner des klei­nen Dor­fes haben nicht ka­pi­tu­liert. Sie ver­su­chen, das Beste aus der Si­tua­ti­on zu ma­chen, indem sie auf die in Tei­len des Lan­des tra­di­tio­nel­le Be­wirt­schaf­tungs­form der Bai­ras zu­rück­zu­grei­fen.

bDoch er und sein Bru­der Dhi­ren Chan­dra Sen sind zu­frie­den. Mit den Boh­nen, Ka­rot­ten, Fla­schen­kür­bis­sen und Kräu­tern sowie dem Spi­nat und Ret­tich kön­nen sie auf dem Wo­chen­markt viel mehr ver­die­nen als frü­her mit ihrem Reis. Dar­über hin­aus ist die An­bau­wei­se um­welt­freund­li­cher und bes­ser für die Ge­sund­heit von Pro­du­zen­ten und Kon­su­men­ten. b1

„Hier in Ban­gla­desch sind die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels be­son­ders sicht­bar“, sagt BCAS-Exe­ku­tiv­di­rek­tor Atiq Rah­man ge­gen­über IPS. Um die­sen Her­aus­for­de­run­gen ad­äquat zu be­geg­nen, müss­ten Re­gie­rung, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und lo­ka­le Ge­mein­schaf­ten an einem Strang zie­hen.b3 „Bai­ras gibt es schon seit Hun­der­ten von Jah­ren. Wir sor­gen le­dig­lich dafür, dass das Wis­sen um diese tra­di­tio­nel­le Tech­nik wei­ter­lebt und an­ge­wen­det wird.“ Ziel sei es, den lo­ka­len Ge­mein­schaf­ten zu hel­fen, sich bes­ser an die sich häu­fen­den Über­flu­tun­gen an­zu­pas­sen.

Das dicht be­sie­del­te Ban­gla­desch mit sei­nen 150 Mil­lio­nen Ein­woh­nern hat schon immer sen­si­bel auf Na­tur­ka­ta­stro­phen und Um­welt­ver­än­de­run­gen re­agiert. Doch da die Be­völ­ke­rungs­zah­len immer wei­ter stei­gen und auch die Na­tur­ka­ta­stro­phen zu­neh­men, ist es eines der für den Kli­ma­wan­del be­son­ders an­fäl­li­gen Län­der.

b4Der An­stieg des Mee­res­spie­gels in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren hat be­reits 150.000 Hekt­ar Acker­land zer­stört. Über­tre­ten­des Fluss­was­ser ver­nich­te­te wei­te­re 120.000 Hekt­ar. Damit ist die Flä­che, auf der Land­wirt­schaft mög­lich ist, immer wei­ter ge­schrumpft. Und die­ser Trend wird sich fort­set­zen. Ex­per­ten zu­fol­ge wird sich die Agrar­flä­che in Ban­gla­desch bis zum Ende des Jahr­hun­derts um 30 Pro­zent ver­rin­gert haben. Meh­re­re Zehn­tau­sen­de Bau­ern muss­ten be­reits ihre tra­di­tio­nel­len An­bau­for­men auf­ge­ben und wur­den teil­wei­se zu so­ge­nann­ten Kli­ma­flücht­lin­gen. (Ende/IPS/jt/2012)

http://www.schattenblick.de/infopool/politik/ernaehr/peri0062.html#seite2

Schwimmende Gärten – Inle-See Myanmar

i1Der Inle-See ist ein Süßwassersee im Shan-Staat in Myanmar. Er ist bekannt durch seine Einbeinruderer und schwimmenden Dörfer und Gärten. Das Leben dieser Menschen ist völlig auf den See ausgerichtet.i2

Der See hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von circa 22 km und eine Ost-West-Ausdehnung von maximal 10 km. Der See liegt auf 875 m über dem Meeresspiegel und hat eine Oberfläche von durchschnittlich 12.000 Hektar. Damit ist er nach dem Indawgyi-See der zweitgrößte See Myanmars.i3

Innerhalb des Sees und am Seeufer gibt es insgesamt 17 Dörfer, die überwiegend von Intha bewohnt sind. Die Häuser sind auf Pfählen gebaut. Insgesamt wohnen hier 70.000 Menschen.i4

Die Bevölkerung baut Gemüse, Früchte und Blumen an. Viele der Kulturen werden auf schwimmenden Feldern bestellt. Basis dieser schwimmenden Felder ist eine sehr fruchtbare feste Masse bestehend aus Sumpf, Erde und Wasserhyazinthen, die mittels Bambuspfählen am Seeboden befestigt sind.Inle - Burma - January 2010

Die Fortbewegung in den schmalen Kanälen der Ortschaften, auf den Feldern sowie in Ufernähe erfolgt in schmalen Kanus. Typisch für den See ist die hier angewendete Bein-Rudertechnik. Der Rudernde steht am Heck des Bootes. Werden die Hände beispielsweise beim Fischen benötigt, so wird ausschließlich mit dem Bein gerudert, indem das Ruder mit dem Bein eingeklemmt wird. Für große Strecken auf dem See sind heute jedoch nur die größeren Boote mit Außenbordmotor erlaubt.i6

Der See gehört zur Verwaltungseinheit von Nyaung Shwe mit circa 130.000 Einwohnern. Die Hauptstadt der Verwaltungseinheit ist der gleichnamige Ort Nyaung Shwe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Inle-See

Schwimmende Gärten – Xochimilco / Mexiko

mXochimilco [sotʃiˈmilko] ist einer der 16 Stadtbezirke (Delegaciones) von Mexiko-Stadt, gelegen etwa 25 km südöstlich der Innenstadt und umfasst eine Fläche von 118,6 km² mit 415.007 Einwohnern. Neben dem eigentlichen Xochimilco umfasst die Delegación 93 weitere, kleine Orte. Gemeinsam mit dem historischen Zentrum der Stadt ist Xochimilco Weltkulturerbe der UNESCO und heute vor allem für seine „Schwimmenden Gärten“ bekannt.m1

Die Geschichte Xochimilcos geht bis in die präkolumbianische Zeit zurück. Schon in der mesoamerikanischen Frühklassik berherbergten die Ufer und Inseln verschiedene Völker unbekannter Herkunft. Zu Beginn der Postklassik war Xochimilco ein wichtiger altépetl (Stadtstaat), welcher im 15. Jahrhundert von den Azteken unterworfen wurde. Während der Kolonialzeit und den Anfängen der Unabhängigkeit verwandelte sich Xochimilco zur Kornkammer von Mexiko-Stadt.m2

Auf dem Gebiet von Xochimilco leben 14 indigene Völker, welche trotz des Voranschreitens der Urbanisierung noch in weiten Teilen ihre traditionelle Kultur bewahren. Trotz alledem ist der nördliche Teil Xochimilcos voll in das Stadtgebiet integriert und verfügt über mehrere Gewerbegebiete, welche von starker wirtschaftlicher Bedeutung für den Stadtbezirk sind. Die Bergregion im Süden sowie der zentrale Seenbereich bilden außerdem das größte Naturschutzgebiet der Hauptstadt.m3

Die Schwimmenden Gärten

Trajineras in den „Schwimmenden Gärten“ von Xochimilco

Die „Schwimmenden Gärten“ sind für die Hauptstadtbewohner wie auch Touristenströme ein beliebtes Ausflugsziel. m4Sie bestehen aus einem Geflecht künstlich angelegter Kanäle mit einer Gesamtlänge von rund 150 km und Inseln aus bepflanzten, mit Seeschlamm bedeckten Flößen (Chinampas), deren Wurzelwerk mittlerweile bis auf den Grund reicht und ihm damit Land abgewinnt.m6

Heutzutage werden die Gärten zur Erholung, für touristische Aktivitäten, aber auch wieder als landwirtschaftliche Anbaufläche und damit gemäß ihrer ursprünglichen Aufgabe benutzt. Die Verwendung des fruchtbaren Schlammes machte es zu einer der effektivsten Anbauformen, die je entwickelt wurde, und ermöglichte ganzjährige Ernten.m7

Berühmt ist der Ort auch für seinen Blumenmarkt und die bunten Ausflugsboote (trajineras), die man vor Ort nebst Führer mieten kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Xochimilco

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