Klara Zetkin Elisabeth Selbert Rosa Luxemburg Alice Schwarzer Christabel Harriette Pankhurst Olympe de Gouges

 

Clara Zetkin

Clara Zetkin in den 1920er Jahren, während ihrer Zeit als Reichstagsabgeordnete in der Weimarer Republik

Clara Josephine Zetkin, geb. Eißner (* 5. Juli 1857 in Wiederau, Amtshauptmannschaft Rochlitz, Königreich Sachsen; † 20. Juni 1933 in Archangelskoje, Oblast Moskau, Sowjetunion), war eine sozialistische deutsche Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin. Sie war bis 1917 aktiv in der SPD und in dieser Partei eine markante Vertreterin der revolutionär-marxistischen Fraktion. 1917 schloss sie sich der SPD-Abspaltung USPD an. In der USPD gehörte sie zum linken Flügel bzw. zur Spartakusgruppe (1918 umbenannt in Spartakusbund). Danach war sie ein einflussreiches Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Während der Weimarer Republik war sie von 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordnete[1] für die KPD und 1932 Alterspräsidentin des Parlaments.

Auf übernationaler Ebene gehörte Zetkin als Beteiligte am Internationalen Arbeiterkongress von 1889 in Paris zu den Gründern der Zweiten Internationale der sozialistischen Arbeiterbewegung. In der Arbeit für die Internationale gilt sie als prägende Initiatorin des Internationalen Frauentags. Als Angehörige der Zentrale bzw. des später als Zentralkomitee bezeichneten Vorstandsgremiums der KPD war sie von 1921 bis 1933 Mitglied im Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI), wo sie in ihren letzten Lebensjahren zur Minderheit der Kritiker der letztlich von Stalin vorgegebenen Sozialfaschismusthese gehörte.

 

jung

Als Folge ihrer niedrigen Löhne, die Frauen werden von den bloßen Konkurrenten in unfaire Konkurrenten umgewandelt, die die Löhne der Männer runterdrücken.

images

Die Kapitalisten spekulieren auf den zwei folgenden Faktoren: der weibliche Arbeiter muß so schlecht gezahlt werden, wie möglich und die Konkurrenz der Frauarbeit beschäftigt werden muß, um die Löhne der männlichen Arbeiter so viel wie möglich zu senken.

gemalt

Diese Interessen der Arbeiter, als ausgenutzt und unterdrückt, Kategorie der Gesellschaft, sind die selben in allen Ländern.

ruf

Sozialdemokratie trägt die Hauptschuld und die Verantwortlichkeit für dieses Phänomen vor dem internationalen und der Geschichte.

alle

Ist es nicht die Frauarbeiter gerecht, die wegen der miserablen Zahlung ihrer Arbeit leiden. Die männlichen Arbeiter leiden auch wegen es.

 

Das Bewilligen der Krieggutschriften war das harbinger für den gleichmäßig kompletten und auflehnenden Prozeß von Capitulation der deutschen Sozialdemokratie.

7

Das Bewilligen der Krieggutschriften war das harbinger für den gleichmäßig kompletten und auflehnenden Prozeß von Capitulation der deutschen Sozialdemokratie.

8

 

In den Interessen ihrer Profite, haben sie den Haß unter den Leuten, diese aufgelockert, die zum Ausbruch des Krieges beiträgt. 

9

Die Arbeiter haben nichts, von diesem Krieg zu gewinnen, aber sie stehen, um alles zu verlieren, das zu ihnen lieb ist.

 

10

 

11

 

13

14

 

Olympe de Gouges

Olympe de Gouges,
Pastell von Alexander Kucharski (1741–1819)

Olympe de Gouges (eigentlich Marie Gouze; * 7. Mai 1748 in Montauban; † 3. November 1793 in Paris), war eine Revolutionärin, Frauenrechtlerin, Schriftstellerin und Autorin von Theaterstücken im Zeitalter der Aufklärung. Sie ist die Verfasserin der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791.

 

200

Das Dokument besteht aus mehreren Teilen, veröffentlicht im September 1791 unter dem Titel „Die Rechte der Frau“:

Brief an die Königin
Die Rechte der Frau (Anrufung: „Mann bist du im Stande gerecht zu sein…“)
Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin (an die Nationalversammlung)
Präambel
Artikel I bis XVII
Postambel
Form des Sozialvertrages zwischen Mann und Frau
Zwei Postskripte

Auszug: „Das an Schönheit wie an Mut, die Beschwernisse der Mutterschaft betreffend, überlegene Geschlecht … erklärt die folgenden Rechte der Frau und Bürgerin:

Artikel 01: Die Frau wird frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechten. Die gesellschaftlichen Unterschiede können nur im allgemeinen Nutzen begründet sein. …

Artikel 04: Freiheit und Gerechtigkeit beruhen darauf, dass dem anderen abgegolten wird, was ihm zusteht. So stößt die Frau bei der Wahrnehmung ihrer natürlichen Rechte nur an die ihr von der Tyrannei des Mannes gesetzten Grenzen; diese müssen durch die von der Natur und Vernunft diktierten Gesetze neu gezogen werden. …

Artikel 06: Das Gesetz soll Ausdruck des Willens aller sein; alle Bürger und Bürgerinnen sollen persönlich oder über ihren Vertreter zu seiner Entstehung beitragen. …

Artikel 10: Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen. Gleichermaßen muss ihr das Recht zugestanden werden, eine Rednertribüne zu besteigen. …

Artikel 13: Zu Fron und lästigen Pflichten wird die Frau ohne Unterschied herangezogen und muss deshalb bei der Zuteilung von Stellungen und Würden, in niederen und höheren Ämtern sowie im Gewerbe berücksichtigt werden. …

Artikel 16: Eine Verfassung aber, an deren Ausarbeitung nicht die Mehrheit der Bevölkerung [der Frauen] mitgewirkt hat, … wird null und nichtig.“

Beigefügt hat Olympe de Gouges einen an Rousseau erinnernden Gesellschaftsvertrag, in dem die Eherechte auf gleichberechtigter Basis geregelt wurden. Im Nachwort fordert sie die Frauen auf die Philosophie zu studieren und die Ideen der Aufklärung zu verfolgen.

 

 

 

 

201

 

 

 

202

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

203

 

 

 

 

204

 

 

 

 

 

 

205

 

 

 

 

 

 

 

 

 

406

 

 

 

 

207

 

 

 

 

 

 

 

Elisabeth Selbert

 

1

 

 

 

 

Elisabeth Selbert, geborene Martha Elisabeth Rohde (* 22. September 1896 in Kassel, † 9. Juni 1986 ebenda), war eine deutsche Politikerin und Juristin. Sie war eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Die Aufnahme der Gleichberechtigung in den Grundrechteteil der bundesdeutschen Verfassung war zum großen Teil ihr Verdienst.

 

Mithilfe damaliger Frauenrechtsorganisationen und anderer Abgeordneter konnte Elisabeth Selbert – nach mehreren gescheiterten Abstimmungen – schließlich den Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ durchsetzen. Es war ihr darum gegangen, dass die Gleichberechtigung als Verfassungsgrundsatz aufgenommen wurde, so dass viele der damaligen familienrechtlichen Bestimmungen (die aus dem Jahr 1896 stammten) im Bürgerlichen Gesetzbuch ebenfalls überarbeitet werden mussten, da sie diesem Grundsatz widersprachen. Die Adenauer-Regierung ließ den für eine Übergangsregelung im Artikel 117 gesetzten Termin „31. März 1953“ jedoch tatenlos verstreichen.

2

3

4

„Die mangelnde Heranziehung von Frauen zu öffentlichen Ämtern und ihre geringe Beteiligung in den Parlamenten ist doch schlicht Verfassungsbruch in Permanenz.“

5

6

7

8

9

10

 

Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg (1915)

Rosa Luxemburg (* 5. März 1871 als Rozalia Luksenburg in Zamość (Kongresspolen); † 15. Januar 1919 in Berlin) war eine einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus, Antimilitarismus und „proletarischen Internationalismus“.

Seit 1887 wirkte sie in der polnischen, seit 1898 auch in der deutschen Sozialdemokratie. Dort bekämpfte sie von Beginn an Nationalismus, Opportunismus und Revisionismus. Sie trat für Massenstreiks als Mittel sozialpolitischer Veränderungen und zur Kriegsverhinderung ein. Sofort nach Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 gründete sie die „Gruppe Internationale“, aus der der Spartakusbund hervorging. Diesen leitete sie als politische Gefangene zusammen mit Karl Liebknecht durch politische Schriften, in denen sie die Burgfriedenspolitik der SPD analysierte und verurteilte. Sie bejahte Lenins Oktoberrevolution, kritisierte aber zugleich die Parteidiktatur der Bolschewiki. In der Novemberrevolution versuchte sie als Chefredakteurin der Zeitung Die Rote Fahne in Berlin auf das Zeitgeschehen Einfluss zu nehmen. Als Autorin des Spartakusbund-Programms forderte sie am 14. Dezember 1918 eine Räterepublik und Entmachtung des Militärs. Anfang 1919 gründete sie die Kommunistische Partei Deutschlands mit, die ihr Programm annahm, aber die von ihr geforderte Teilnahme an den bevorstehenden Parlamentswahlen ablehnte. Nachdem der folgende Spartakusaufstand niedergeschlagen worden war, wurde sie zusammen mit Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet.

Rosa Luxemburg wird international auch von manchen politischen Gegnern geachtet. Ihre Positionen werden weiterhin diskutiert.

 

1

2

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

Rosa Luxemburg (1870 – 1919), deutsche sozialistische Politikerin polnischer Herkunft, Mitbegründerin der KPD

3

4

 

6

5

Selbstkritik, rücksichtslose, grausame, bis auf den Grund der Dinge gehende Selbstkritik ist Lebensluft und Lebenslicht der proletarischen Bewegung.

7

8

Die Mißachtung des Lebens und die Brutalität gegen den Menschen lassen die Fähigkeit des Menschen zur Unmenschlichkeit erkennen. – Sie kann und darf kein Mittel irgendeiner Konfliktlösung sein und bleiben.

8

9

10

12

13

14

15Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die Bürokratie allein das tätige Element bleibt. Das öffentliche Leben schläft allmählich ein. Einige Dutzend Parteiführer von unerschöpflicher Energie und grenzenlosem Idealismus dirigieren und regieren. Unter ihnen leidet die Wirklichkeit. Ein Dutzend hervorragender Köpfe und eine Elite der Arbeiterschaft wird von Zeit zu Zeit zu Versammlungen aufgeboten, um den Reden der Führer Beifall zu klatschen und vorgelegten Resolutionen einstimmig zuzustimmen. Im Grunde also eine Cliquenwirtschaft – eine Diktatur allerdings, aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur einer Handvoll Politiker, das heißt Diktatur im rein bürgerlichen Sinne.

16

 

Christabel Pankhurst

Christabel Pankhurst, 1912

Christabel Harriette Pankhurst [ˈpæŋkhəst] (* 22. September 1880 in Manchester; † 13. Februar 1958 in Los Angeles, USA) war eine britische Suffragette. Sie setzte sich mit teilweise radikalen Mitteln für die Rechte von Frauen ein.

Leben

Pankhurst wurde als Tochter des Anwalts Richard Pankhurst und der Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst geboren. Sie hatte vier Geschwister, darunter Sylvia Pankhurst. Christabels Mutter Emmeline war eine Führungsperson in der Women’s Social and Political Union (WSPU); Christabel wurde bald zu einer helfenden Hand ihrer Mutter.

Nach einer ersten Verhaftung 1905, ausgelöst durch eine Verbalattacke, wurde Pankhurst zunehmend radikaler im Kampf für Frauenrechte. Pankhurst setzte sich mit Nachdruck für ein gesetzliches Frauenwahlrecht ein, so etwa im Vorfeld der Wahlen im Jahr 1909. Unter Zeitgenossen galt sie als umstritten und war vielfach auch Spott ausgesetzt. Um weiteren Verhaftungen zu entgehen, lebte sie in den Jahren 1912–1913 in Paris.

 

1

2• It is our duty to make this world a better place for women.

3

4

• What we suffragettes aspire to be when we are enfranchised is ambassadors of freedom to women in other parts of the world, who are not so free as we are.

7• Ability is sexless.

• The inferiority of women is a hideous lie which has been enforced by law and woven into the British constitution.

9• We are here to claim our rights as women, not only to be free, but to fight for freedom. It is our privilege, as well as our pride and our joy, to take some part in this militant movement, which, as we believe, means the regeneration of all humanity.

12

• Never lose your temper with the Press or the public is a major rule of political life.

14

We are not ashamed of what we have done, because, when you have a great cause to fight for, the moment of greatest humiliation is the moment when the spirit is proudest.

15

Where peaceful means had failed, one act of militancy succeeded and never again was the cause ignored by that or any other newspaper.

11

 

 

16

17

 

 

 

 

18

14

 

 

 

 

Suffragetten

Suffragettendemonstration in New York City (1912)

Protestplakat der amerikanischen Suffragetten gegen Woodrow Wilson 1918

Schaufenster einer amerikanischen Organisation, die sich gegen das Frauenwahlrecht wandte

Als Suffragetten (von englisch/französisch suffrageWahl‘) bezeichnete man Anfang des 20. Jahrhunderts (zentral 1903–1928) mehr oder weniger organisierte Frauenrechtlerinnen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten (hier war die selbstgewählte Bezeichnung eigentlich suffragist), die vor allem mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten. Die Suffragettenbewegung wurde überwiegend von Frauen aus dem Bürgertum getragen.

Im Nachlauf der Bewegung wurde der Begriff abwertend für engagierte Frauenrechtlerinnen verwendet. Insofern entspricht er dem heutigen Begriff Emanze in seiner pejorativen Bedeutung.