Kategorie: Todsünden

Die sieben Hauptlaster 7. Trägheit des Herzens

bosch
Faulheit oder Trägheit (lat. Acedia, aus griech. ἀκήδεια „Sorglosigkeit, Nachlässigkeit, Nichtsmachenwollen“ von κῆδος „Sorge“) besteht in dem mangelnden Willen tätig zu werden. Nach römisch-katholischer Lehre gilt namentlich die Trägheit des Herzens als eines der sieben Hauptlaster.
ts34
Thomas von Aquino nennt (nach Gregorius) folgende sechs „Töchter der Acedia“ (filiæ acediæ)[1]:
malitia (Bosheit)
Fürstenzell_Klosterkirche_-_Fresko_Himmelfahrt_2_Sturz_der_Laster
rancor (Groll, Auflehnung)
pusillanimitas (Kleinmütigkeit)
desperatio (Verzweiflung)
ts35
torpor circa præcepta (stumpfe Gleichgültigkeit gegenüber den Geboten bzw. Vorschriften)
vagatio mentis circa illicita (Schweifung des Geistes in Richtung des Unerlaubten)

Die sieben Hauptlaster 6. Faulheit

ts30
Faulheit oder Trägheit (lat. Acedia, aus griech. ἀκήδεια „Sorglosigkeit, Nachlässigkeit, Nichtsmachenwollen“ von κῆδος „Sorge“) besteht in dem mangelnden Willen tätig zu werden.
ts31
Nach römisch-katholischer Lehre gilt namentlich die Trägheit des Herzens als eines der sieben Hauptlaster.
ts32
Thomas von Aquino nennt (nach Gregorius) folgende sechs „Töchter der Acedia“ (filiæ acediæ)[1]:
malitia (Bosheit)
rancor (Groll, Auflehnung)
pusillanimitas (Kleinmütigkeit)
desperatio (Verzweiflung)
ts33
torpor circa præcepta (stumpfe Gleichgültigkeit gegenüber den Geboten bzw. Vorschriften)
vagatio mentis circa illicita (Schweifung des Geistes in Richtung des Unerlaubten)

Die sieben Hauptlaster 5. Völlerei

ts23
Völlerei (auch Fresssucht, Schwelgerei, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit und Unmäßigkeit; lat. Gula) bedeutet „üppiges und unmäßiges Essen und Trinken“[1] und ist gemeinhin bekannt als das sechste der sieben Hauptlaster.
ts24
Die Völlerei (lat. gula) ist die Charaktereigenschaft, das Laster, eines Menschen, die ihn zu einem ausschweifenden und maßlosen Leben führt. Nach katholischer Tradition lässt das den Menschen undankbar gegenüber Gott und der Gabe des Lebens werden.
ts28
Die Strafe für diese Todsünde ist die Verbannung in die Hölle und das Erleiden ewiger Schmerzen. Deshalb führen Nonnen, Mönche und sehr gläubige Christen ein bescheidenes Leben. Der Völlerei steht somit die christliche Tugend der Mäßigung gegenüber.
Völlerei war eine der Sünden in Sodom und Gomorra.
ts25

Die sieben Hauptlaster 5. Wollust

ts21
Wollust (lat. Voluptas „Lust, Genuss, Vergnügen“ oder Libido „Begehren, Begierde“ ) ist das mit Willen betriebene Handeln zur sexuellen Steigerung der Lust. Gegenbegriffe sind Keuschheit oder Askese. Als Luxuria (lat. „Üppigkeit“) gilt die Wollust in der römisch-katholischen Kirche als eines der sieben Hauptlaster.
ts18
Wollust beschreibt das Kultivieren einer Empfindung, die als drängend und lustvoll gilt, früher auch als ruchlos und frevelhaft. Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch erotische Fantasien frei. Hinter der Wollust stehen mit den damit verbundenen Fantasien starke Triebkräfte und Verlockungen. In diesem Sinne ist ein Gegenbegriff die Frigidität.
ts19
Im katholischen Christentum ist Wollust theologisch eines der sieben Hauptlaster, aus denen Sünden entstehen können (Wurzelsünden). Der Vorwurf der Wollust gehörte auch zu den typischen Anklagepunkten, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit kirchlicherseits gegen Ketzer und vermeintliche Hexen vorgebracht wurden (siehe auch Inquisition bzw. Hexenverfolgung).
ts20
So wurde häretischen Gruppen zum Beispiel sehr oft pauschal ein sittenloser, unmoralischer Lebenswandel oder freie Liebe unterstellt, obgleich solche Praktiken zwar bei einzelnen Sekten vorkamen, meist aber eher genau das Gegenteil der Fall war und sich die Mehrzahl der vom Kirchenglauben abweichenden Gruppen durch eine besonders rigide Moral und zum Teil sogar (Katharer) durch eine explizit körper- und sexualfeindliche Einstellung auszeichneten. Später warf man so genannten Hexen häufig vor, dass sie aufgrund ihrer übergroßen Wollust Geschlechtsverkehr mit dem Teufel trieben (Teufelsbuhlschaft) oder auf ihren Hexensabbaten Orgien feierten. Umgekehrt war (und ist zum Teil heute noch) die begründete oder unbegründete Vorstellung vom unkeuschen Leben des Klerus ein typisches Motiv in der Kirchenkritik.
ts22
Wollust ist Muslimen während des Ramadans bei Tageslicht durch die Saum verboten.

Die sieben Hauptlaster 4. Zorn

ts17
Jakob Matham, Kupferstich einer der sieben Todsünden: Ira (um 1600)
Der Zorn (lat. ira) ist ein mit starker Antipathie verbundener Zustand emotionaler Erregung, welcher der Empfindungsseele entspringt, in der das Ich noch nicht zum vollen Selbstbewusstsein erwacht ist. Er steigert das Selbstgefühl und ist auf den luziferischen Einfluss zurückzuführen. Nach römisch-katholischer Lehre ist Zorn – Ira – eines der sieben Hauptlaster. Die Wut ist eine anhaltendere und schwerer zu beherrschende Form des Zorns, der bloße Ärger eine noch weniger extrovertierte Vorstufe.
„Beide Seiten des Ich werden durch den Zorn zur Entwickelung gebracht. Der Zorn hat die Mission, Selbsteigenheit in uns entstehen zu lassen, und zu gleicher Zeit wird diese Selbsteigenheit in Selbstlosigkeit umgewandelt. Der Zorn, der in die Seele sich hineinfrißt, ist ein Gift, das heißt etwas, was dämpfend für die Selbsteigenheit des Ich wirkt. So ist der Zorn in der Tat etwas, was nach diesen zwei Seiten der menschlichen Erziehung eine Mission hat, und wir sehen, wie er der Vorbote unserer Selbständigkeit und Selbstlosigkeit wird, solange das Ich nicht selber eingreifen kann in seine eigene Erziehung. Wir würden zerfließen, wenn alles um uns her uns gleichgültig bleiben würde, wenn wir noch nicht ein gelassenes Urteil fällen können. Wir würden nicht selbstlos werden, sondern im schlechten Sinne unselbständig, ohne Ichheit, wenn nicht, bevor wir unser Ich zum klaren lichtvollen Urteil herauf entwickelt haben, wir uns selbständig machen können durch den Zorn, da wo die Außenwelt unserem eigenen Innern nicht angemessen ist. Überwundener Zorn, geläuterter Zorn wandelt sich in Liebe und Milde.“ (Lit.: GA 058, S. 68f)
ts13
Ein gutes Verständnis für die Entwicklung des Zornes und seiner Umwandlung in die Liebe kann einem die griechische Tragödie des Aischylos „Der gefesselte Prometheus“ bringen.
„Das ist der tiefere Sinn dieser Sage. Prometheus also ist derjenige, der den Menschen es möglich macht, das Ich auf sich selbst zu stellen, es immer reicher und voller zu machen. Gerade das verstand man in Griechenland unter der Gabe des Prometheus: die Fähigkeit des Ich, sich immer reicher und reicher, sich immer voller und voller zu machen.
ts14
Nun haben wir aber gerade heute gesehen: wenn das Ich nur diese eine Eigenschaft ausbilden würde, dann würde es mit der Zeit doch verarmen; denn es würde sich abschließen von der Außenwelt. Das ist nur die eine Seite des Ich, sich immer reicher und reicher zu machen. Diesen Inhalt muss das Ich wieder heraustragen, das Ich muss sich in Einklang versetzen mit aller Umwelt, wenn es nicht verarmen will. Prometheus konnte den Menschen nur die eine Gabe bringen, die das Ich immer voller und voller, immer inhaltsreicher und inhaltsreicher machte. Dadurch musste Prometheus herausfordern gerade diejenigen Mächte, welche aus dem ganzen Weltendasein heraus das Ich in der richtigen Weise dämpfen, damit es selbstlos werden kann, damit es auch die andere Seite ausbilden kann. Was beim einzelnen Menschen der Zorn wirklich bewirkt auf der einen Seite, dass er das Ich auf sich selbst stellt, dass er den Stachel aus ihm ersprießen lässt, der es entgegenstellt einer ganzen Welt, und was der Zorn auf der andern Seite bewirkt dadurch, dass er das Ich zu gleicher Zeit herabdämpft, der Mensch durch diesen Affekt sozusagen in sich selber den Zorn hineinfrisst, das Ich dumpfer wird, das wird weltgeschichtlich dargestellt in dem Kampf zwischen Prometheus und Zeus. Prometheus bringt dem Ich die Fähigkeiten, durch die es immer reicher und reicher wird. Dasjenige, was Zeus nun zu tun hat, das ist zu wirken so, wie im einzelnen Menschen der Zorn wirkt. Daher kommt über das, was Prometheus wirkt, der Zorn des Zeus und löscht die Macht des Ich in Prometheus aus. Die Sage erzählt weiter, dass Prometheus bestraft wird von Zeus für seine Tat, weil er die Menschheit unzeitig in der Ich-Förderung vorwärtsgebracht hat. Er wird an einen Felsen angeschmiedet. Dasjenige, was da dieses Menschheits-Ich aussteht, angeschmiedet an den Felsen, was es erlebt an innerem Aufruhr, das kommt so grandios in der Dichtung des Äschylos zum Ausdruck.ts15
So sehen wir durch den Zorn des Zeus niedergedämpft den Repräsentanten des menschlichen Ich. So wie das einzelne Ich des Menschen herabgedämpft wird, in sich selber hineingebracht wird, wenn es diesen Zorn in sich selber verbirgt, wie es dadurch auf das richtige Maß heruntergebracht wird, so wird Prometheus durch den Zorn des Zeus angeschmiedet, das heißt, in seiner Tätigkeit auf das richtige Maß zurückgeführt. Es wird, wie der Zorn flutet durch die einzelne Seele, das Ich angekettet, wenn es ganz in der Ichheit sich ausleben will. Wie es angeschmiedet wird, indem der Zorn das Ich-Bewusstsein hinunterdrängt, so wird das Ich des Prometheus am Felsen angeschmiedet. Das ist das Eigentümliche der umfassenden Sage, dass sie solch umfassende Wahrheiten, die für den einzelnen Menschen sowohl wie für die ganze Menschheit gelten, in gewaltigen Bildern hinstellt. Das ist das Eigentümliche der Sage, dass sie den Menschen in Bildern anschauen lässt dasjenige, was in der eigenen Seele erlebt werden soll. Und so blicken wir hin nach dem am Kaukasus-Felsen angeschmiedeten Prometheus und sehen in ihm einen Repräsentanten des menschlichen Ich, das vorwärtskommen will, wenn es noch in der Empfindungsseele dumpf brütet, das angeschmiedet wird, damit es sich nicht ins Maßlose austoben kann.
Und dann hören wir weiter, wie Prometheus weiß, dass Zeus wird verstummen müssen mit seinem Zorn, wenn er gestürzt wird durch den Sohn einer Sterblichen. Das wird Zeus in seiner Herrschaft ablösen, was da geboren wird aus einer Sterblichen heraus. Aus dem sterblichen Menschen heraus wird geboren werden – wie das Ich entfesselt wird durch die Mission des Zornes auf einer unteren Stufe – das Ich auf einer höheren Stufe, das unsterbliche Ich. Auf einer höheren Stufe wird herausgeboren aus dem sterblichen Menschen die unsterbliche Seele. Und wie Prometheus hinschaut auf einen, der die Herrschaft des Zeus ablösen wird, die Herrschaft jenes Gottes, der den Zorn über Prometheus, das heißt über das menschliche Ich gießen kann, damit dieses Ich nicht maßlos über sich hinaus schreitet, wie Zeus abgelöst wird durch Christus Jesus, so wird das einzelne Ich, das gefesselt wird durch den Zorn, nach dem umgewandelten Zorn in das liebende Ich verwandelt, in die Liebe, die der verwandelte edle Zorn ist. Wir sehen jenes Ich, das segnend milde und liebevoll in die Außenwelt eingreift, sich herausentwickeln aus dem durch den Zorn gefesselten Ich, wie wir heraus sich entwickeln sehen einen Gott der Liebe, der das Ich hegt und pflegt, das zunächst in einer älteren Zeit durch den Zorn des Gottes Zeus gefesselt werden musste, um nicht hinauszugreifen über sein Maß.ts16
So sehen wir auch in der Fortsetzung dieser Sage ein Außentableau der Menschheitsentwickelung. Wir müssen dieses Außentableau dieser Mythe selber so ergreifen, dass es uns lebendig für das ganze Erdenwesen gibt dasjenige, was der einzelne Mensch in sich selber erlebt aus dem durch die Mission des Zornes erzogenen Ich zum befreiten Ich, das die Liebe entfaltet.“ (Lit.: GA 058, S. 68f)

Die sieben Hauptlaster 3. Neid

ts8
Jakob Matham, Kupferstich einer der sieben Todsünden: Invidia (um 1600)

Neid (lat. invidia) oder Missgunst, als das gefühlsmäßige Verübeln des Glücks und der Besserstellung Anderer, ist auf den luziferischen Einfluss im Astralleib zurückzuführen und zählt in der christlich-abendländischen Tradition zu den sieben Hauptlastern.
„Wenn wir irgend jemanden beneiden, so sind wir nicht geneigt, uns jener Tugend hinzugeben, die auf den tiefsten, innersten Wesenskern, auf das Göttliche des anderen Menschen eingeht. Denn Mitfühlen hat erst dann Wert, wenn wir nicht nur Mitgefühl haben, sondern wenn wir den Kern, die geistige Wesenheit des anderen Menschen schätzen können. Menschenschätzung aber, als Grundlage des Mitgefühls, schließt in sich, daß wir die Vorzüge des anderen Menschen gelten lassen und uns über die Erfolge, die Entwickelungsstufen anderer Menschen freuen können. Und das alles schließt den Neid aus. Neid zeigt sich als Eigenschaft, die mit dem allerstärksten Egoismus des Menschen nahe zusammenhängt. Neid ist einer der schlimmsten Einflüsse Luzifers. Alles was in unserer Seele leben kann und unter Neid zu registrieren ist, gehört in sein Gebiet, und jedesmal, wenn wir eine Anwandlung von Neid haben, packt uns Luzifer an unseren Trieben in unserem Astralleib.“ (Lit.: GA 125, S. 192ff)
ts9
Giotto di Bondone, Der Neid
Durch den Neid wird der Ätherleib angegriffen:
„Beim Neid wird der Ätherkörper angegriffen, bis zur Hemmung der Blutzirkulation kann das gehen. Es entsteht etwas im Astralleib wie ein Nebel, der einen die Menschen, Dinge und Verhältnisse nicht klar sehen läßt. Der Esoteriker soll im Augenblick, wo ein Neidgefühl sich meldet, an verehrungswürdige Wesen denken, an erhabene Kunstwerke, alle Offenbarungen der Schönheit.“ (Lit.: GA 266a, S. 432)
Wird der Neid bekämpft, kann er sich als karmische Wirkung in die ahrimanische Tadelsucht verwandeln, die ihren Sitz im Ätherleib hat:
„Und der Neid, den wir bekämpfen, tritt dann häufig im Leben so auf, daß wir die Begierde bekommen, die Fehler anderer Menschen aufzusuchen und recht viel zu tadeln. Wir begegnen im Leben manchem Menschen, der wie mit einer gewissen hellsichtigen Kraft immer die Fehler und Schattenseiten anderer Menschen herausfindet, und wenn wir dieser Erscheinung auf den Grund gehen, so liegt er darin, daß der Neid sich in Tadelsucht umgewandelt hat, und diese scheint dem betreffenden Menschen eine recht gute Eigenschaft zu sein. Es ist gut, so sagen sie, daß man auf das Vorhandensein dieser schlechten Eigenschaften aufmerksam macht. Hinter solcher Tadelsucht steckt aber nichts anderes als umgewandelter, maskierter Neid.
ts10
Ein Mensch ist zum Beispiel in seiner Jugend neidisch. Der Neid tritt nachher nicht mehr hervor, und es zeigt sich die Umwandlung desselben im Alter wieder dadurch, daß der Betreffende sich mit der Eigenschaft der Unselbständigkeit zeigt, des Abhängig-sein-Wollens von anderen Menschen, immer andere Menschen haben zu müssen, die raten und helfen. Eine gewisse moralische Schwäche tritt als die Folge des umgewandelten Neides auf, und wir werden immer sehen, wenn jemand diese moralische Schwäche hat, daß da die karmische Folge des umgewandelten Neides vorliegt.“ (Lit.: GA 125, S. 194ff)
„Im Grunde wirkt Karma so, daß es wie eine leise Erfüllung in derselben Inkarnation noch zum Ausdruck kommt, maßgebend aber für den Charakter wird es in der nächsten Inkarnation. So tritt, wo Neid in der Jugend sich gezeigt hat, Hilflosigkeit im Alter auf, Das ist eine leise karmische Nuance. Die bleibt dann bestehen auch nach dem Tode und wirkt weiter durch Kamaloka* hindurch, und das was sich dann als aufbauende Kräfte für das nächste Leben zeigt, das enthält diese karmische Nuance und verwebt sie in das, was als Grundcharakter der drei Leiber, des physischen, des Ätherleibes, des Astralleibes, im nächsten Leben sich ausdrückt. Ist nun Neid eine Grundeigenschaft des Charakters in der einen Inkarnation, so wirkt diese in der nächsten Inkarnation in alle drei Leiber hinein und wird dann eine schwache Gesundheit zur Folge haben.“ (Lit.: Beiträge 045, S. 5)
ts11
„So werden wir unter diejenigen Menschen hineingeboren, die wir beneidet haben, oder die wir getadelt haben. Wenn ein Kind mit einem schwachen Leib in eine Umgebung hineingeboren wird, sollten wir uns fragen: Wie haben wir uns da zu verhalten? Das richtigste Verhalten muß dasjenige sein, was moralisch das hochsinnigste ist: zu verzeihen. Es wirkt ungeheuer erzieherisch, wenn wir einem schwachen Kinde, das in unsere Umgebung hineingeboren ist, liebend verzeihen können. Derjenige, durch den das wirklich kraftvoll geschieht, wird schon sehen, daß das Kind dadurch stärker und stärker wird. Bis auf das Denken hinein muß verzeihende Liebe wirken, denn dadurch kann das Kind Kräfte sammeln, um sein früheres Karma umzubiegen und in die richtige Richtung zu bringen. Das Kind wird auch leiblich stark werden. Ein solches Kind zeigt oftmals Eigenschaften, die unangenehm sind. Wenn wir es lieben – bis ins allertiefste Herz, so wirkt das als das intensivste Heilmittel, und wir werden bald finden, wie wirksam dieses Heilmittel ist.“ (Lit.: GA 125, S. 197)
ts12

Die sieben Hauptlaster 2. Geiz

ts7
Der Geizhals (Margret Hofheinz-Döring, 1926)
Geiz (mhd. gīt[e]: „Gier, Habgier“; lat. avaritia), als eine spezielle Form des Egoismus, ist eine übertriebene, oft zwanghafte, lustvoll empfundene Begierde, materielle – in verfeinerter Form auch immaterielle – Güter möglichst ausschließlich für sich zu behalten und zu nutzen, meist verbunden mit der ahrimanisch geprägten Angst, den erworbenen Besitz wieder zu verlieren.
Nach römisch-katholischer Lehre ist Geiz – Avaritia – eines der sieben Hauptlaster.
ts6

Die sieben Hauptlaster – 1. Hochmut

todsünde
Der Hochmut (griech. ὕβρις Hybris; lat. arrogantia, superbia), auch die Anmaßung, Arroganz oder Überheblichkeit, veraltet auch Hoffart oder Dünkel genannt, wird in der christlich-abendländischen Tradition zu den sieben Hauptlastern gezählt. Für den Geistesschüler wird der Hochmut zu einer besonderen Gefahr, insbesondere dann, wenn er nach einem nicht genügend von Gedanken durchdrungenen Hellsehen strebt.
ts
„Es gibt in der Gegenwart scharfe Denker, die können vernünftigerweise die geisteswissenschaftliche Weltanschauung einsehen. Warum kommen manchmal gerade diese so schwer zum Hellsehen? – Verhältnismäßig leicht wird es gerade denen, die nicht scharfe Denker sind, zum visionären Hellsehen zu kommen, und sie werden dann leicht hochmütig gegenüber dem Denken, während es schwierig ist für die scharfen Denker, zur Hellsichtigkeit zu kommen. Da ist haarscharf die Klippe vorhanden, wo ein gewisser maskierter Hochmut sich geltend macht. Es gibt ja kaum etwas, was den Hochmut so sehr züchtet, wie ein nicht von Gedanken erhelltes Hellsehen, und es ist deshalb so besonders gefährlich, weil der Betreffende in der Regel gar nicht weiß, daß er hochmütig ist, sondern sich sogar für demütig hält. Er weiß gar nicht zu beurteilen, was für ein ungeheurer Hochmut dazugehört, die denkerische Arbeit der Menschen gering zu achten und auf gewisse Eingebungen den Hauptwert zu legen. Es steckt darin ein maskierter Hochmut, der ungeheuerlich ist.“ ts5
In den alten vorchristlichen Mysterien, als das Ego noch viel weniger entwickelt war, konnte der Geistesschüler nicht so leicht hochmütig werden.
ts3
„Noch zur Zeit des Mysteriums von Golgatha und Jahrhunderte später nannte man daher den Menschen, wie er auf Erden lebt, im Sinne der alten Mysterienweisheit: den natürlichen Menschen. Aber man war zu gleicher Zeit der Ansicht, dieser natürliche Mensch ist nicht der wahre Mensch, ist nicht der volle Mensch, trägt das volle Menschenwesen gar nicht in sich. Und man unterschied von diesem natürlichen Menschen den pneumatischen Menschen, den geistigen Menschen. Und man war der Ansicht, daß der Mensch erst, wenn er nach Ablegung des physischen Leibes mit Durchschreiten der Todespforte pneumatischer Mensch geworden ist, er erst als ein solcher pneumatischer Mensch voller Mensch sein kann. Daher war mit der Mysterieneinweihung der alten Zeiten die Entwickelung höchster Bescheidenheit für das Erdenbewußtsein des Menschen verbunden. Hochmütig konnte der Erdenmensch durch die Mysterieneinweihung nicht gemacht werden, denn er bekam nicht etwa das Gefühl: du bist auf dieser Erde schon im vollen Sinne des Wortes Mensch, sondern er bekam das Bewußtsein: du bist gewissermaßen ein Kandidat des Menschlichen hier auf Erden, und du mußt dein Erdenleben so anwenden, daß du nach deinem Tode voll Mensch werden könntest.“
ts4

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén