Kategorie: USA (Seite 1 von 3)

Golden House (Ende des Kapitalismus) – Salman Rushdies großartiges Gesellschaftsporträt

Bildergebnis für the golden house buchEs gibt Schriftsteller, deren Dichtkunst so unumstritten ist, dass sie sich fast alles erlauben können. Salman Rushdie ist so ein Fall, ein großer Geschichtenerzähler und Poet und zugleich hellsichtiger Zeitgeist-Kritiker. Für seinen neuen Roman ist das Segen und Fluch zugleich. „Golden House“ ist ein reiches Buch, ein stolzes und üppiges, das voller Anspielungen und Bildung steckt und darüber fast seine Leser vergisst, zumindest am Anfang. Deshalb muss man viel Geduld mitbringen.Ähnliches Foto

Ein Vater mit gefährlicher Aura

Es ist die Geschichte der Familie Golden – ein Vater und seine drei Söhne – die aus Indien nach New York geflohen sind, nachdem die Mutter dort bei einem Terroranschlag getötet wurde. Doch insbesondere der Vater, Nero, ist vielmehr Täter als Opfer, ein skrupelloser Baulöwe, den eine grausam-gefährliche Aura umgibt. Nach und nach wird klar, dass er eine mafiöse Vergangenheit hinter sich gelassen hat, die die ganze Familie zu Fall bringen wird.

„… Letzten Endes löste sich das Rätsel. Gründe für ihren Fall waren: ein Streit unter den Brüdern, eine unerwartete Metamorphose, das Auftauchen einer schönen, entschlossenen jungen Frau im Leben des alten Mannes, ein Mord. (Mehr als ein Mord.) Und schließlich die gründliche Arbeit des Geheimdienstes in der Ferne, in dem Land, das keinen Namen hatte.“Leseprobe

Der erste Teil des Romans ist voller Anspielungen wie diese, Versprechen darauf, dass eine Spannung aufgelöst wird, die Rushdie aber frühestens nach 100 Seiten aufgebaut hat. Dann allerdings wird man reich belohnt.

Drei sehr plastische Söhne

Denn die Protagonisten und ihre seelischen Nöte wachsen dem Leser immer mehr ans Herz, weil Salman Rushdie sie so poetisch und zugleich subtil zum Leben erweckt. Da sind die drei Söhne des Nero Golden, der erste ein hochfunktionaler Autist, voller Ängste, aber extrem talentiert im Entwickeln von Computerspielen, der zweite ein Künstler, der seine Vergangenheit verdrängt. Der dritte schließlich ist sich nicht sicher, ob er sich eigentlich als Frau fühlt oder lieber ein Mann bleiben möchte, der weibliche Gefühle hat. Und über ihnen allen thront die junge Russin Vasilisa, die zielsicher und intrigant den alten Nero heiratet und immer mehr Macht über die Familie gewinnt. Richtig und falsch, gut und böse – die Grenzen verschwimmen. Salman Rushdie taucht tief ein in die menschliche Natur.

„Wir sind Eisberge, das heißt nicht, dass wir kalt sind, nur dass das meiste von uns sich unter der Oberfläche befindet und dass der Teil, der im Verborgenen liegt, die Titanic sinken lassen kann.“Leseprobe

So reizvoll wie die Figuren ist das raffinierte Erzählkonstrukt von „Golden House“: Ein Nachbar der Goldens, der junge René Unterlinden, ist der Ich-Erzähler, er möchte Filmemacher werden und macht ein Drehbuch aus der Geschichte der Familie, begibt sich allerdings so nah ans Feuer, dass er fast mit in den Abgrund gerissen wird.

Ein „Joker“ mit den Nuklearcodes

Dieses Konstrukt erlaubt es Salman Rushdie, ganz verschiedene Erzähltechniken einzusetzen und unzählige filmische Querverweise – und es erlaubt eine deutliche Metapher beim Blick auf die USA in der Ära Trump: Den US-Präsidenten vergleicht der Ich-Erzähler mit dem „Joker“ aus „Batman“, verzerrt bis zur Karikatur, und spricht offen von „Neofaschismus“ und der gefährlichen Blase, in der viele Amerikaner leben.

„In dieser Blase war Wissen Ignoranz, oben war unten, und die richtige Person, um die nuklearen Codes in Händen zu halten, war der grünhaarige weißhäutige Kicherer mit dem aufgeschlitzten roten Mund, der ein militärisches Beraterteam viermal fragte, warum der Einsatz von Nuklearwaffen so schlimm sei.“Leseprobe

„Golden House“ ist ein Buch, dem ein bisschen weniger Eitelkeit gut getan hätte. Die vielen Zitate aus Film und Literatur überfrachten die märchenhaft gut erzählte Geschichte, deren Spuren am Ende alle zusammenlaufen. Wer sich durch das erste Drittel hindurch kämpft, wird allerdings belohnt mit einem großartigen Gesellschaftsporträt, das den Finger in viele Wunden legt: Die Welt nach 9/11. Waffenpolitik in den USA. Gender- und Identitätsfragen. Kapitalismuskritik. Und natürlich: das postfaktische Zeitalter, in dem, wie Rushdie schreibt, die Wahrheit zu kennen bedeutet, elitär zu sein. Ein Schimpfwort.

Golden House

von Salman  Rushdie, aus dem Amerikanischen von Sabine Herting
Seitenzahl:
512 Seiten
Genre:
Roman
Verlag:
C. Bertelsmann
Bestellnummer:
978-3-570-10333-3
Preis:
25,00 €
Text: NDR.de

New Madrid, Missouri

HunterDawson3.JPGNew Madrid is a city in New Madrid County, Missouri, United States. Located on the Kentucky Bend of the Mississippi River, it is 42 miles (68 km) southwest of Cairo, Illinois, and north of an exclave of Fulton County, Kentucky, across the river.Bildergebnis für new madrid usa

New Madrid was founded in about 1778 by Spanish Governor Bernardo de Gálvez, who controlled Spanish Louisiana (the land west of the Mississippi River).Ähnliches FotoHe welcomed settlers from the United States, but required them to become citizens of Spain. In addition, they had to agree to live under the guidance of his appointed empresario, Colonel William Morgan, a Revolutionary War veteran from New Jersey. Morgan recruited a number of American families to settle at New Madrid, attracting some 2,000 people to the region.3river.png In 1800, Spain traded the territory to France in the Third Treaty of San Ildefonso. France promptly sold it to the United States in 1803 as part of the Louisiana Purchase.Ähnliches Foto

The town is on the north side of the Kentucky Bend in the Mississippi River, which is also known as „New Madrid Bend“ or „Madrid Bend.“ 2riverboat.pngThe river curves in an oxbow around an exclave of Fulton County, Kentucky. Scientists expect the river eventually to cut across the neck of the peninsula and make a more direct channel.

The city is remembered as being near the Mississippi River Battle of Island Number Ten, during the Civil War.Ähnliches Foto

This floodplain area was cultivated as cotton plantations. By the turn of the 20th century, New Madrid contained two lumber mills, a grist mill, a stave and heading factory, and a cotton gin. Bildergebnis für new madrid usa streetsThere were four Protestant churches, two with African-American congregations, and one Catholic church.[7] In 1900, 1,489 people lived in New Madrid, Missouri; in 1910, the population was 1,882.Ähnliches Foto

The population was 3,116 at the 2010 census. New Madrid is the county seat of New Madrid County. The town is home to the consolidated middle and high schools.

https://en.wikipedia.org/wiki/New_Madrid,_Missouri

Great plains – Bismarck – die schönsten Bilder

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Great Plains

Bildergebnis für Great plainsDie Great Plains (deutsch Große Ebenen) sind ein trockenes Gebiet östlich der Rocky Mountains in Nordamerika. Naturräumlich sind sie die klassischen Prärien des amerikanischen Westens, heute werden sie intensiv landwirtschaftlich genutzt. Sie reichen von den kanadischen „Prärieprovinzen“ (Alberta, Saskatchewan und Manitoba) bis nach Texas; manchmal wird auch ein kleiner Teil Mexikos dazu gezählt.Ähnliches Foto

Die Great Plains umfassen eine Fläche von knapp 2 Millionen Quadratkilometern und erstrecken sich insgesamt etwa auf einer Breite von 500 km. Während sie an den Rocky Mountains noch ca. 1600 m hoch sind, fallen sie nach Osten auf ca. 600 m ab.

Man kann die Great Plains in zwei klimatische Regionen unterteilen, da man westlich des 100. Längengrades einen spärlichen Niederschlagsdurchschnittvorfindet (weniger als 500 mm pro Jahr), wohingegen die östliche Region ein vergleichsweise humides Klima hat. Entsprechend dominiert im Westen die Viehwirtschaft und im Osten der Getreideanbau.Ähnliches Foto

Die Great Plains waren lange Zeit spärlich bewohnt und wurden von teilnomadischen Indianern auf der Jagd nach Bisons und Gabelböcken durchstreift. Erst die von Europäern nach Amerika gebrachten Pferde, die im 18. Jahrhundert in diese Gegend gelangten, ermöglichten den Indianern eine dichtere Besiedlung der Prärie und die Herausbildung der Plains-Indianer. Einige Völker profitierten stark von der neuen Lebensweise, der Bisonjagd zu Pferd. Die bislang schwachen Lakota und Comanche zum Beispiel entwickelten sich innerhalb kurzer Zeit zu bedeutenden Machtfaktoren im Mittleren Westen. Die Lebensweise der Plainsvölker orientierte sich stark an den Bisons. Sie wohnten in Tipis, die sich schnell auf- und abbauen ließen, und zogen so den Büffeln nach.Bildergebnis für Great plains

Mitte des 19. Jahrhunderts zogen weiße Siedler durch die Great Plains nach Westen. Lange Zeit galt das Gebiet als unbewohnbares Ödland. Erst um 1865 ließen sich viele Siedler nieder, die als billige erste Behausung zunächst Grassodenhäuser errichteten. Die Bestandszahlen der Bisons gingen in der Folge durch massive Bejagung stark zurück, während die ansässigen Indianer bis 1890 in Reservate verdrängt wurden.Bildergebnis für Great plains

Nach der großflächigen Rodung des Präriegrases und Dürren kam es zu Bodenerosionen. In der Folge verwandelten starke Staubstürme in den 1930er Jahren – vor allem zwischen 1935 und 1938 – Teile der Great Plains in eine sprichwörtliche „Staubschüssel“ (siehe Dust Bowl). Dies führte zu Massenelend unter den Bauern, die verstärkt in Richtung Kalifornien auswanderten.Bildergebnis für Great plains

Während 1950 noch knapp fünf Millionen Menschen im Gebiet der Great Plains lebten, lag diese Zahl 2007 bei etwa zehn Millionen. Das Bevölkerungswachstum konzentrierte sich allerdings auf einige wenige Metropolregionen vorwiegend in Colorado und Texas. Siedlungen in der Fläche und Kleinstädte verloren durch Überalterung und Landflucht stark an Einwohnern. Annähernd zwei Drittel aller Counties waren vom Bevölkerungsrückgang betroffen, in jedem fünften County betrug er sogar mehr als 50 Prozent. Immer mehr kleine Orte verwandeln sich in Geisterstädte.

Die landwirtschaftliche Nutzung der Great Plains lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen. Während westlich des 100. Längengrades vorwiegend Intensivtierhaltung in großen Mastbetrieben mit geringer Flächennutzung sowie extensive Tierhaltung (Ranching) mit sehr großer Flächennutzung vorzufinden ist, ist östlich des 100. Längengrades der Ackerbau die primäre landwirtschaftliche Nutzungsform. Angebaut wird vorwiegend Sommer-/Winterweizen sowie Mais und Hirse. Der Grund für diese Verteilung ist die Linie mit gleicher Niederschlagsmenge (Isohyete mit 500 mm), die nahezu parallel zum 100. Längengrad verläuft und die Grenze für Regenfeldbau ohne künstliche Bewässerung bildet.Ähnliches Foto

Der niederschlagsreichere Osten des Gebiets, der sogenannte Wheat Belt (Weizengürtel), wird auch als Kornkammer der USA, beziehungsweise als „breadbasket“ (Brotkorb) bezeichnet, da in jener Region ein gewaltiger Überschuss an landwirtschaftlichen Erzeugnissen erwirtschaftet wird. Ungefähr die Hälfte des Weizens der USA wird im Gebiet der Great Plains produziert, was bei 68 Mio. t für die gesamten USA (Stand: 2008) also ca. 34 Mio. t entspricht. Bildergebnis für Great plainsIn den westlichen High Plains werden 60 % des Rindfleisches der USA produziert, weshalb dieser Teil der Great Plains oft als „Cattle Country“ (Rinderland) bezeichnet wird. Soweit im Westen Ackerbau stattfindet, wird er in der Regel durch künstliche Bewässerungermöglicht.

Bisonkühe im Niobrara Valley Preserve

Zunehmende Dürre erschwerte die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten erheblich und die Mechanisierung und Automatisierung ließ Arbeitskräfte überflüssig werden. Der Ogallala-Aquifer, eine tiefe Grundwasserschicht ist durch die Nutzung zur künstlichen Bewässerung nahezu erschöpft. Bereits heute wandelt sich kultiviertes Land wieder zurück in Graslandschaft, auf der vermehrt Bisonzucht betrieben wird. Unter dem Namen Buffalo Commons wird vorgeschlagen, große Flächen in Prärie rückzuwandeln, Menschen abzusiedeln und die Flächen wieder für wildlebende Bisons zu öffnen. Jagd und Tourismus könnten eine neue wirtschaftliche Grundlage eröffnen. Zudem Bildergebnis für Great plainskonzentriert sich die Nutzung der Great Plains heute immer mehr auf Windkraftgewinnung.

Dem steht ein Trend entgegen, in den nördlichen Teilen der Plains bisher nicht oder nur extensiv genutzte Flächen, die sich daher den Charakter als Grasland erhalten haben, unterzupflügen und intensiv zu nutzen. Als Gründe gelten die Förderung des Anbaus von Energiepflanzen und eine besondere Form der staatlich geförderten Ernte-Ausfall-Versicherung, die den Anbau auf Grenzertragsstandorten oder gar Flächen ermöglicht, deren Bewirtschaftung ohne die Versicherung nicht rentabel sein könnten.Ähnliches Foto

Zu den größten Regionen der Great Plains, die auch nicht zeitweilig einer landwirtschaftlichen Nutzung unterzogen wurden, zählen die Sandhills in Nebraska.Bildergebnis für Great plains Es handelt sich dabei um ein sehr großes Gebiet zusammenhängender Sanddünen, die durch niedrigen Pflanzenbewuchs stabilisiert sind. 85 Prozent dieser Region weisen daher noch den ursprünglichen Pflanzenbestand auf.

https://de.wikipedia.org/wiki/Great_Plains

Raffgier erzeugt die zweite Dustbowl in USA

 

Die USA erleben derzeit die größte Hitzewelle, seit Wetterdaten aufgezeichnet werden. Im Mittleren Westen und den Präriestaaten – der Kornkammer Amerikas – verdorrt die Ernte. Doch daran ist nicht nur das Wetter schuld, sondern auch eine falsche Landwirtschaft. Dabei hätte Amerika längst die Lektionen aus der schlimmsten Umweltkatastrophe seiner Geschichte lernen können – dem „Dust Bowl“.Hitzewelle und staubige Dürre in den USA. Kehrt die "Dust Bowl" zurück?

Seit Wochen hat es nicht geregnet. Der Mittlere Westen und die Präriestaaten der USA werden von einer Dürre heimgesucht, die Ernte in der Kornkammer Amerikas verdorrt.Bildergebnis für Great Plains 2017 agriculture

Gerade hat die amerikanische Wetterbehörde NOAA den Juli 2012 zum heißesten Monat seit Beginn der Aufzeichnungen erklärt. Er hat damit den Juli 1936 vom Spitzenplatz verdrängt.Ähnliches Foto

In mehreren Staaten sind die Niederschläge seit Mai auf einen historischen Tiefstand gesunken, darunter Kansas und Nebraska. Im Mittleren Westen hat es nur zwei oder drei Mal in 118 Jahren weniger Regen gegeben.Bildergebnis für Great Plains 2017 agriculture

Das alles erinnert an 2010 und die Zeit zwischen 2000 und 2004. Und vor allem an die Mitte der Dreißigerjahre, als die trockene Erde von heftigen Winden aufgewirbelt wurde und Staubstürme über die südlichen Great Plainshinwegfegten. Sie verwandelten binnen weniger Tage die Prärielandschaft in eine trostlose

Wüste.Ähnliches Foto

Der „Dust Bowl“ entstand, zunächst von einem Reporter so genannt, weil die betroffene Region einer Schüssel voller Staub ähnelte. Bildergebnis für Great Plains 2017 agricultureDie Stürme machten eine Fläche fast doppelt so groß wie Deutschland unbewohnbar. 500.000 Menschen aus Kansas, Oklahoma, Colorado und Texas verloren Heimat und Unterhalt und zogen westwärts – es war die größte Migrationswelle in der Geschichte Amerikas.Bildergebnis für Great Plains 2017 Dürre agriculture

ohn Hayworth, Aktivist einer lokalen Umweltgruppe in Texas, kritisiert, dass Terrassen zunehmend nivelliert und Hecken entfernt würden, um Platz zu machen für riesige Soja- und Mais-Felder. Seitdem die US-Regierung Biosprit aus Mais massiv fördert, haben die Monokulturen stark zugenommen. Landesweit gehen vier von zehn Tonnen der Mais-Ernte in die Produktion von Ethanol für die Zapfsäule.Bildergebnis für Great Plains 2017 agriculture

Zu der drohenden Bodenerosion im Mittleren Westen kommen weitere Umweltfaktoren hinzu: In den trockenen Gebieten müssen Mais, Soja und Weizen bewässert werden. Der Grundwasserspiegel habe sich bedrohlich gesenkt, warnte jetzt die Organisation Groundwater. Außerdem hat sich laut NOAA der Westen der USA in den vergangenen zehn Jahren doppelt so schnell erwärmt wie der weltweite Durchschnitt. Das Wasserproblem wird immer dringlicher.Bildergebnis für Great Plains 2017 agriculture

In den 1930er Jahren hängten die Landwirte noch tote Schlangen an ihren Zäunen auf, um den Regen zu beschwören. Heute blicken sie auf Wettervorhersagen und Klimamodelle. Diese besagen, dass der Westen Amerikas sich auf eine chronische Dürre einstellen muss.Bildergebnis für Great Plains 2017 Dürre agriculture Die regenarmen Jahre von 2000 bis 2004 waren zwar die trockenste Periode der vergangenen acht Jahrhunderte, haben Forscher der Oregon State University in Corvallis herausgefunden. Aber diese Trockenheit werde in Zukunft normal werden, warnten sie vor Kurzem in Nature Geoscience.Bildergebnis für Great Plains 2017 Dürre agriculture

Inzwischen vermutet man auch, dass in den 1930er Jahren der Staub die Dürre verstärkte, die wiederum die Staubbildung beschleunigte. Nach einer Untersuchung des Earth Institute der New Yorker Columbia University hat der Staub in der Luft die Wolkenbildung verändert und dazu geführt, dass es noch weniger regnete. Aus einem trockenen Wetterzyklus wurde so eine Naturkatastrophe, warnt der Klimaforscher Benjamin Cook von der Columbia University. Die Lehren aus dem Dust Bowl müssten noch gezogen werden.Bildergebnis für Great Plains 2017 Dürre agriculture

Ähnlich sieht es Donald Worster. „Die offizielle Lesart ist, dass die Katastrophe von der Natur und nicht von den Menschen verursacht wurde“, sagt der Umwelthistoriker, „und dass sie dank unserer Intelligenz und dem Einsatz von Technik nicht wieder passieren kann.“ Eine „Ideologie der Beruhigung“, nennt er das, jede Naturkatastrophe könne sich schließlich wiederholen. Auch er warnt vor den Monokulturen. Gegen die mächtige Agrarlobby, auf die im Kongress gehört werde, seien Umweltexperten aber machtlos. „Wir brauchen eine Landwirtschaft, die auf besser adaptierte Ökosysteme setzt.“Ähnliches Foto

Doch Menschen sind vergesslich. Jedes Mal, wenn übermäßige Hitze und Trockenheit den Mittleren Westen bedrohen und der Staub durch die Luft fliegt, machen sich die Bewohner Sorgen, ob ein neuer Dust Bowl bevorsteht“, sagt Donald Worster. „Und alle anderen fragen, was wieder schiefgelaufen ist und wie sich eine erneute Tragödie verhindern lässt. Doch dann ist es schon zu spät.“

Denn der Wandel kommt schnell: Es brauchte schließlich Anfang des vorigen Jahrhunderts weniger als eine Generation, um aus der artenreichen Prärie eine von Monokulturen dominierte – und für Staubstürme anfällige – Landschaft zu machen.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/hitzewelle-und-duerre-in-den-usa-rueckkehr-des-staubs-1.1437818-2

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